
KÖLN. Das Opfer liegt unter der Erde, der Mörder sitzt hinter Gittern, doch die Arbeit der Kommissare ist noch nicht zu Ende. Wenn am Sonntagabend der Fall im „Tatort“ längst gelöst ist, schickt die ARD ihre Ermittler im Internet erneut auf Streife. Seit einem Monat ist die aktuelle Folge der Krimireihe nach der Fernseh-Erstausstrahlung sieben Tage lang auch online in der ARD-Mediathek zu sehen. Damit schließt der Sender eine unangenehme Lücke in seinem Videoangebot. Lange Zeit konnte sich die ARD mit den eigenen Landesanstalten nicht über die Rechte für die Online-Ausstrahlung einigen.
Die langwierigen Verhandlungen haben sich gelohnt: Bereits wenige Wochen nach dem Start in der Mediathek wurde der „Tatort“ zu einer der beliebtesten deutschen Fernsehproduktionen im Netz. Rund 200 000 Menschen schauen sich nach Angaben der ARD die aktuellen Folgen nachträglich im Internet an. „Das Zuschauer-Feedback ist sehr positiv“, freut sich Programmredakteur Andreas Rindler.
Ganz anders reagiert die private Konkurrenz. Es scheint, als wolle die ARD den „Tatort“ als Allzweckwaffe gegen die Privaten positionieren, kritisiert der Verband der Privatsender VPRT. „Gerade Unterhaltungsangebote der Öffentlich-Rechtlichen haben gravierende Auswirkungen auf den Markt“, sagt Verbandspräsident Jürgen Doetz. Das Engagement der ARD erschwere so massiv den weiteren Ausbau privater Videoplattformen.
Die Kritik hat einen handfesten Grund: Die Privatsender sehen in den eigenen Portalen einen großen Wachstumsmarkt, den man sich von den Öffentlich-Rechtlichen nicht vermiesen lassen will. „Video-on-Demand hat den Durchbruch zum Massenmarkt geschafft“, sagt Marc Schröder, Geschäftsführer von RTL Interactive. Das Unternehmen verantwortet die digitalen Geschäfte von RTL und betreibt die Videoplattform RTL Now. Hier zeigt der Sender einen Großteil seiner Programme wie „Wer wird Millionär?“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ in voller Länge. Pünktlich zum dreijährigen Bestehen feierte das Portal im Januar mit 14,7 Mio. Videoabrufen einen neuen Rekord.
Klickgarant Nummer eins ist für RTL Now „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS). Rund vier Mio. Abrufe erzielte die aktuelle Staffel bisher – im Schnitt rund 300 000 Zuschauer pro Folge. Dazu zeigt der Sender Ausschnitte auf RTL.de, Clipfish.de sowie auf einem Portal für Mobiltelefone. Insgesamt liegt die Anzahl der DSDS-Zuseher auf allen Verbreitungskanälen damit um 81 Prozent höher als im Vorjahr.
Warum nicht! ich zum beispiel habe keinen Fernseher, schaue mir aber trotzdem gerne Sendungen des ÖR an. Auch kenne ich viele, die wie ich keinen Fernseher haben, aber nicht auf das höherwertige Programm der ÖR verzichten möchten. Weil einen Tartort ziehe ich DSDS alle mal vor!!!!
Ergo ganz klar Grundversorgung ... und traurig finde ich in diesem Zusammenhang vor allem die Löschung nach 7 Tagen!!
Mit Zwangsgeldern finanziert drängen sich die sog. öffentlichen Sender in alle Märkte und mißbrauchen ihre Kapitalkraft.
"Die Öffentlich-Rechtlichen sind da spendabler: Das ZDF zeigte bereits vergangenes Jahr erste Programme in seiner Mediathek in HDTV. Lupenreine bilder gibt es auch bei der ARD: Der „Tatort“ kommt auf Wunsch annähernd in DVD-Qualität auf den bildschirm."
Spandabler??? bei einem budget von über EUR 7.000.000.000 welches zwangsweise eingetrieben wird ist dieses Angebot wieder ein weiterer Vorstoss der ÖR in die Weiten des Netzes...Was hat das noch mit Grundversorgung zu tun???
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