_

IT-Anwendungen: Apps erobern Software der Firmen

Apps wirbeln den Softwaremarkt durcheinander. Für Smartphones sind die kleinen Zusatzprogramme längst der große Renner. Nun mischen sie auch den Markt für Unternehmens-IT auf – und es sind nicht nur kleine Firmen, die die Chancen des neuen Markts erkannt haben.

Güterzüge und Waggons: Es gibt eine App, die den Datenaustausch zwischen Unternehmen und Zollbehörden vereinfacht. Quelle: dpa
Güterzüge und Waggons: Es gibt eine App, die den Datenaustausch zwischen Unternehmen und Zollbehörden vereinfacht. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Im Internet wächst die Anzahl von Plattformen, über die kleine Softwarefirmen und selbstständige Entwickler ohne großes Marketing und ohne eigenen Vertrieb Programme anbieten können, die Unternehmen weltweit bei der Optimierung ihrer Geschäftsprozesse helfen. Das sei eine kleine Revolution, sagt Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt. „Die großen Hersteller wie Microsoft, SAP oder Salesforce machen nicht mehr alles selbst“, erklärt der Experte, der mit seinem Institut den Softwaremarkt beobachtet.

Anzeige

Die Konzerne lagern – ähnlich wie in der Automobilindustrie – die Entwicklung spezieller Funktionen, die wegen ihrer geringen Verbreitung wenig lukrativ sind, aus und konzentrieren sich auf grundlegende Programme. Sie bilden die Basis, auf der kleine Kooperationspartner mit Hilfe der Apps nützliche Erweiterungen verkaufen. Die Vertriebs-Plattformen werden entweder von großen IT–Beratungen wie Accenture und Atos-Origin oder von den Herstellern selbst eingerichtet. Salesforce sei da ein Vorreiter.

H&W Consult aus der Nähe von Hamburg ist eine dieser kleinen Firmen, die von dem neuen Trend profitieren. Das IT-Beratungs- und Integrationsunternehmen wurde 2001 als Consulting-Partner von Salesforce, dem amerikanischen Anbieter von Kundenmanagementsoftware, gegründet. Während der knapp zehn Jahre haben die H&W-Mitarbeiter eine Vielzahl von Apps entwickelt, mit denen sie die Standard-Software der Amerikaner an die Bedürfnisse der Kunden angepasst und mit deren Unternehmens-IT verknüpft haben. So zum Beispiel ein Programm, das die Kundeneinträge nach Dubletten durchforstet und diese dann eliminiert.

Ein schwieriges Geschäft in der Vergangenheit, denn die Softwarefirmen mussten ihre Kunden mühsam suchen und umgekehrt. „Viele Firmen haben deshalb ein und dasselbe Rad immer wieder neu erfunden“, sagt H&W-Gründer Timo Hanke. Das sei heute leichter. Einmal entwickelt, will die Firma ihre Lösungen künftig weltweit über die Softwareplattform „App-Exchange“ von Salesforce via Internet anbieten und hofft so auf zusätzliche Einnahmen. Eine dreifache Win-win-Situation: H&W wird zum Softwareanbieter und hilft Unternehmen, die ähnliche IT-Probleme haben. Diese kaufen die Lösung und müssen sie nicht selbst entwickeln, was teurer wäre. Salesforce profitiert von der App, weil sein Programm für zahlreiche Kunden attraktiver wird.

  • 26.08.2010, 16:59 UhrAnonymer Benutzer: Steffen

    Ja, App's können durchaus hilfreich sein, z.b. dieses hier für Ratenkredite. ist auch noch kostenlos und entweder über

    http://www.biallo.de/finanzen/Kredite/jetzt-neu-und-kostenlos-ratenkredit-app-von-biallode.php

    oder direkt bei iTunes runterzuladen...

  • Die aktuellen Top-Themen
Ethik-Diskussion: Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Bei einer Tagung des Chaos Computer Club haben Hacker versucht, für sich eine neue Ethik zu formulieren. Doch die Szene streitet, was Hacker dürfen sollen.

Expo 2012: Viel High Tech, wenig Gäste

Viel High Tech, wenig Gäste

Mit einer Expo zur nachhaltigen Nutzung der Meere will Südkorea Gäste aus aller Welt ins Land locken. Allein im deutschen Pavillon stecken 15 Millionen Euro. Doch die ersten Besucherzahlen waren enttäuschend.

Dragon besucht ISS: Das Andock-Manöver in Bildern

Das Andock-Manöver in Bildern

Erstmals dockt an der Raumstation ISS etwa 350 Kilometer über der Erdoberfläche ein privat finanzierter Raumtransporter an. Die beeindruckenden Bilder zu einem Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

  • Video

Auto-Visionen Viel Power für wenig Euro - Mazda 3 MPS

Über das Design des sportlichen Japaners kann man streiten - über das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Für weniger als 30.000 Euro bietet Mazda satte 260 Pferdestärken. Was sonst noch im MPS steckt, klärt unser Fahrtest.