Kritiker monieren, dass die Kriterien, nach denen einzelne Äußerungen blockiert werden sollen, nicht konkret genannt werden. In einer Dokumentation von Chilling Effects finden sich derzeit vor allem Einträge, die mutmaßlich Urheberrechte verletzt haben. Zu vermuten sei, dass schon bald die überwiegende Mehrzahl der geblockten Tweets wegen Urheberrechtsverletzungen verschwinden, vermutet der Netzaktivist Nico Lumma in seinem Blog.
Twitter-Nutzer protestieren gegen die landesspezifische Zensur unter dem Hashtag #TwitterCensored. Einer der derzeit populärsten Nachrichten auf dem Portal stammt von einem Anonymous-Account: „Was habt ihr denn alle gedacht, als ein Saudi 300 Millionen Dollar in Twitter investiert hat? Die Saudis schätzen Meinungsfreiheit nicht gerade.“ Der Aufruf zum Boykott unter #TwitterBlackout verbreitete sich im Tagesverlauf in rasender Geschwindigkeit.
Bei den Aufständen in der arabischen Welt hatte der Dienst als Kommunikationsmittel eine wichtige Rolle gespielt. Damals signalisierte das Unternehmen, die Tweet-Inhalte nicht anrühren zu wollen.
Sperren lassen sich leicht umgehen
Im Gespräch mit dem Blog Netzwertig.com sagte eine Twitter-Pressesprecherin, Twitter-Nutzer könnten die Sperren sehr leicht umgehen. Der Dienst würde die Sperren nicht anhand der IP-Adresse anwenden, sondern sich an der vom Nutzer leicht änderbare Länderangabe in den Einstellungen orientieren. „Geotargeting auf IP-Basis ist keine perfekte Technik und wir wollen sicherstellen, dass Nutzer die Ortsangabe verändern können, wenn diese nicht stimmt“, so die Sprecherin. Damit könnten Nutzer auch in repressiven Staaten ihre Einstellungen leicht beispielsweise auf die USA ändern, um Nachrichten nach wie vor ungefiltert zu erhalten. „Sollen demokratiefeindliche Staaten auf diese Weise im Glauben gelassen werden, Twitter würde ihnen ein wertvolles Zugeständnis machen?“, fragt Netzwertig.com. Twitter hat nach eigenen Angaben rund hundert Millionen Nutzer weltweit.
Das wird dann direkt mit einer Meldung an die Behörden geknüpft, die direkt die Handschellen klicken lassen, wenn so ein Tweet übertragen wurde.
In China wird man dann direkt für eine abwertende Bemerkung über Mao und in Deutschland für eine über den Holocaust ins Gefängnis gesteckt.
Fazit: man sollte einfach besser die Klappe halten und nicht jeden Gedanken digitalisieren
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