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Macht für Mobilfunker: Internet steht vor grundlegendem Umbruch

Das Internet wird sich wandeln: In den USA wurden am Dienstag die Spielregeln für das weltumspannende Datennetz neu festgelegt. Mobilfunker erhalten danach mehr Macht. Der Datenfluss soll stärker gesteuert werden. Internet-Aktivisten sind damit alles andere als zufrieden.

In den USA wurden am Dienstag die Spielregeln für das Internet neu festgelegt. Quelle: dpa
In den USA wurden am Dienstag die Spielregeln für das Internet neu festgelegt. Quelle: dpa

HB WASHINGTON. Die Telekommunikationsaufsicht (FCC) verabschiedete ein Regelwerk, nach dem Provider den Zugang zu ihren Leitungen begrenzen dürfen. Zur Debatte steht die Idee der sogenannten Netzneutralität, unter der alle Daten gleich schnell beim Nutzer ankommen sollen.

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Das Netz wird vereinfacht gesagt zweigeteilt - bei Internetverbindungen per Handy hätten dann die Mobilfunk-Netzbetreiber wie Verizon Wireless oder AT&T viel stärker das Sagen und könnten sogar einzelne Dienste wie Skype unterbinden. Dagegen soll sich das Internet für den Endnutzer zu Hause zunächst wenig ändern. Die Betreiber der schnellen Datenautobahnen - die Telekom - und Kabelkonzerne - dürfen künftig aber stärker in den Datenfluss auf ihrem Netz eingreifen, um Engpässe zu vermeiden. Dabei können sie einzelne Internet-Seiten oder andere Anwendungen allerdings nicht blockieren, so lange kein Gesetzesverstoß vorliegt.

Behördenchef Julius Genachowski sicherte sich die Unterstützung von zwei demokratischen Kommissaren, um den Vorstoß durchzubringen. Von republikanischer Seite kamen umgehend Drohungen, das Regelwerk juristisch zu Fall zu bringen. Einige Brancheunternehmen bezeichneten die Regeln als ausufernd und unnötig.

Internet-Aktivisten haben an den neuen Internet-Vorgaben viel auszusetzen. "Diese Regeln scheinen voller Lücken zu sein", sagte Craig Aaron von der Internet-Gruppe "Free Press". Andere Streiter für ein freies Internet stimmen dem Vorschlag jedoch zu: Er sei besser als gar nichts, sagen sie.

Befeuert wurde die Debatte über die sogenannte Netzneutralität von Google und Verizon, die im Sommer in den USA Vorschläge für eine kostenpflichtige privilegierte Netznutzung gemacht hatten. In Deutschland schütten sie damit Wasser auf die Mühlen der Telekom.

Deren Chef Rene Obermann ist schon länger neidisch auf große Internet-Seiten wie YouTube und Facebook, die viele Daten ins Netz pumpen und damit großen Reibach machen. Er will von diesem Kuchen endlich ein Stück abhaben, schließlich laufen die Angebote der Internetgrößen hierzulande häufig auf dem weit verzweigten Telekom-Netz.

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