FRANKFURT. Im Herbst 2003 gründete Kölsch mit Matthias Kröner, dem einstigen Chef der DAB Bank, und zwei weiteren Teilhabern die Beratungsgesellschaft Kölsch Kröner & Co. - und die vier dachten gemeinsam weiter nach. Zum Beispiel über die Frage, wie Menschen trotz zurückgehender Einkommen etwas beiseite legen und „auf ein bestimmtes Ziel hinsparen“ können. Bei der Antwort auf diese Frage half die Ebay-Auktion von Kölsch junior.
Tatsächlich spielt das Online-Auktionshaus Ebay eine zentrale Rolle bei einem Unternehmen, das Kölsch und Kröner vor wenigen Tagen ins Leben gerufen haben: So genannte Agenten durchforsten die Keller, Speicher und Garagen der Kunden. Entdecken sie dort ungenutzte Antiquitäten, Computer, Stereoanlagen oder andere Wertgegenstände, werden diese über Ebay verkauft. Auch überzählige Lebensversicherungen und Immobilienfonds lassen sich über die Sparschwein AG veräußern. Die Kunden können den Erlös nach Abzug einer Gebühr auf ein verzinstes Girokonto einzahlen, in Investmentfonds investieren, in Gutscheine für Reisen und Gebrauchtwagen umwandeln oder sich das Geld schlicht auszahlen lassen.
„Das ist die Rückkehr zur Tauschwirtschaft“, spottet Harald Summa, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft (Eco). „Das ist ein Konzept aus den Neunzigerjahren ohne Mehrwert“, findet Tim Weitzel vom E-Finance-Lab der Universität Frankfurt. „Wir bieten viel beschäftigten Menschen eine Serviceleistung“, entgegnet Sparschwein-Aufsichtsratschef und Großaktionär Kölsch.
Hat der Agent die Wertgegenstände identifiziert, muss sich der Kunde um nichts mehr kümmern. Den Verkauf und Versand übernimmt die Sparschwein AG. Dafür haben Kölsch und Kröner eine Spedition mit Logistikzentren in Plauen und Nürnberg gewonnen.