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Nach einem Jahr: Nur wenig Zusatzangebote beim elektronischen Personalausweis

Der digitale Personalausweis wurde als Durchbruch für ein sichereres Internet angekündigt, vor allem dank Zusatzfunktionen wie der Online-Identifizierung. Doch nach einem Jahr gibt es nur wenige Anwendungen.

Den elektronischen Personalausweis gibt es seit einem Jahr. Quelle: Reuters
Den elektronischen Personalausweis gibt es seit einem Jahr. Quelle: Reuters

BerlinEin Jahr nach dem Start des neuen Personalausweises warten ihre Besitzer immer noch auf die versprochene Vielfalt von Zusatzdiensten. Das lässt die Differenzen zwischen IT-Wirtschaft und Politik stärker zutage treten. Der Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom, Dieter Kempf, klagte zum Jahrestag über mehrere Punkte, an denen es der Industrie nicht schnell genug geht. So hätte er sich gewünscht, dass die Identifizierungs-Funktion (eID) standardmäßig bei allen digitalen Ausweisen eingeschaltet wäre, sagte Kempf am Dienstag in Berlin. Stattdessen können die Nutzer sie nach Wunsch bei den Bürgerämtern freischalten lassen.

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Seit dem 1. November 2010 haben 8,5 Millionen Bürger den „ePerso“ bekommen, bis Ende des Jahres sollen es zehn Millionen sein. Es sind hauptsächlich diejenigen, die einen neuen Personalausweis brauchten, weil der alte ablief, wie eine Bitkom-Umfrage zeigt. Die digitale Identifizierung haben sich laut Erhebungen rund drei Millionen Menschen freischalten lassen. Auch das sei ein Erfolg für das erste Jahr, sagt der IT-Direktor im Bundesinnenministerium, Martin Schallbruch.

Allerdings scheint das nicht genug zu sein, damit die Wirtschaft in großem Stil auf die neuen Möglichkeiten anspringt. Die Bilanz des ersten Jahres bei den Zusatzdiensten wirkt ernüchternd: Bisher bieten vor allem Versicherungen und Kommunen sowie einige Behörden und Anbieter von Erwachsenen-Unterhaltung die Identifizierung per „ePerso“ an.

Auf die schwache Verbreitung der Zusatzangebote führt Kempf auch zurück, dass nur drei Viertel der Besitzer mit ihrem neuen Kärtchen zufrieden sind. Denn es sorge für Enttäuschung, wenn der Inhaber feststelle, „dass er eine eID-Funktion hat, aber nichts damit anfangen kann“. Nicht zu vergessen: Der neue Personalausweis ist deutlich teurer - und den Bürgern wurde versprochen, dass sie dafür viel mehr mit ihm anfangen können.

  • 01.11.2011, 17:47 Uhrihr

    Wäre man ehrlich gewesen, so hätte man den Bürgern doch sagen können, dass es nur um die Gewinne der an der Ausweiseinführung und -herstellung beteiligten Unternehmen geht.
    Wer traut im Zeitalter des Staatstrojaners noch einer online-Identifizierung.

    Das Spiel haben wir alle doch schon bei der gesundheitskarte durch - viel Wind um nichts - der Bürger soll nur zahlen.

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