IT + Internet

_

Netzwerkeffekt: Warum Facebook der Konkurrenz keine Chance lässt

Es klingt paradox: Facebook ist einer jüngsten Umfrage zufolge bei den US-Verbrauchern unbeliebt, regelmäßig hagelt es scharfe Kritik von Datenschützern. Dennoch scheint das Wachstum des größten sozialen Online-Netzwerks unaufhaltsam. Gerade erst hat Facebook die Marke von 500 Millionen Nutzern überschritten. Der Grund: Die Internet-Ökonomie funktioniert nach eigenen Gesetzen.

von Stephan Dörner
Weltweit über eine halbe Milliarde Nutzer sind inzwischen auf Facebook aktiv. Mit jeder weiteren Anmeldung wächst die Attraktvität des Netzwerks. Quelle: Pressebild
Weltweit über eine halbe Milliarde Nutzer sind inzwischen auf Facebook aktiv. Mit jeder weiteren Anmeldung wächst die Attraktvität des Netzwerks. Quelle: Pressebild

DÜSSELDORF. Nur sechs Jahre nach der Gründung sind eine halbe Milliarde Menschen auf dem größten sozialen Online-Netzwerk Facebook aktiv. Die ursprünglich für den Austausch von Studenten in den USA entwickelte Plattform wird inzwischen von Menschen in aller Welt genutzt, um sich mit einer persönlichen Profilseite zu präsentieren, Fotos zu zeigen und sich mit Bekannten auszutauschen.

Anzeige

Für Konkurrenten wird es zunehmend eng: Je mehr Mitglieder sich auf Facebook vernetzen, desto attraktiver wird die Plattform für neue Mitglieder. Denn die meisten User werden dorthin gehen, wo die größte Anzahl von Freunden angemeldet ist. Technische Innovationen, gutes Design und leichte Benutzbarkeit rücken da in den Hintergrund.

Dass Facebooks Kapital in erster Linie die Nutzer und nicht die Serviceleistunegn sind, zeigt auch eine am Montag veröffentlichte Umfrage. Auf der einhundertstufigen Zufriedenheitsskala des American Consumer Satisfaction Index (ACSI) erreicht das Online-Netzwerk gerade mal einen Wert von 64 und ist damit eines der am schlechtesten bewerteten Unternehmen aller untersuchten Branchen. Der Social-Media-Dienst liegt gleichauf mit den bei US-Verbrauchern generell unbeliebten Fluggesellschaften und Kabel-TV-Sendern.

Zu den häufigsten Beschwerden der Facebook-Nutzer gehören Datenschutz- und Sicherheitsbedenken, die für Updates verantwortliche Technik, die Flut der Anzeigen und Spam-Meldungen sowie ständige, unvorhergesehene Änderungen in der Navigation und der Sichtbarkeit der eigenen Daten für andere.

Doch trotz aller Beschwerden wächst Facebook rasant. Grund dafür dürfte in erster Linie der Netzwerkeffekt sein. So bezeichnen Ökonomen das Phänomen, dass der Nutzen für jedes Mitglied des Netzwerks mit jedem weiteren User wächst. „Es gibt einen direkten und einen indirekten Netzwerkeffekt“, erläutert Michael Coenen, Geschäftsführer des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) der Heinrich-Heine-Universität. Als direkten Netzwerkeffekt bezeichnen Ökonomen den Nutzen, von dem jeder Benutzer durch jeden weiteren Teilnehmer des Netzwerks profitiert, weil er sich mit weiteren Usern verbinden kann.

  • 26.07.2010, 17:30 Uhrsprachgenie

    Außer der für das Handelsblatt peinlichen Anzahl an Rechtschreibfehlern ist dieser Artikel durchaus interessant.

  • 30.07.2010, 14:44 UhrRene

    Der Artikel geht von Netzwerkeffekten in sozialen Netzwerken aus. Mehrere Studie zeigen aber, dass diese in diesen nicht existieren.

  • Die aktuellen Top-Themen
Johann-Dietrich Wörner: Ein Deutscher wird neuer ESA-Chef

Ein Deutscher wird neuer ESA-Chef

Erstmals seit 25 Jahren kommt wieder ein Deutscher auf den Chefposten der europäischen Raumfahrt. In Paris wartet auf Johann-Dietrich Wörner ein großes Projekt: Die Esa entwickelt eine neue Trägerrakete.

Rosetta, Ebola und Ice Bucket Challenge: Die wichtigsten Köpfe des Wissenschaftsjahres 2014

Die wichtigsten Köpfe des Wissenschaftsjahres 2014

Das Magazin Nature hat die wichtigsten Persönlichkeiten des Wissenschaftsjahrs 2014 gewählt. Zu ihnen gehört der Lotse der Raumsonde Rosetta, ein an Ebola verstorbener Mediziner und der Erfinder der Ice-Bucket-Challenge.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer