
Menlo ParkFacebook ist sich selbst genug: Der Social-Network-Gigant baut eine interne Suche für die Abermilliarden von Informationen auf, die seine Mitglieder im Laufe der Jahre geliefert haben. Für die Inhalte, die es nicht bei Facebook gibt, springt Google-Konkurrent Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing als Partner ein. Ob es sich bei dem Ganzen um einen große Wurf oder ein großer Witz handelt, ist allerdings bei Analysten umstritten. Die Facebook-Aktie jedenfalls reagierte mit Kursverlusten.
„Graph Search“ ermöglicht innerhalb von Facebook die Suche nach Personen und deren Eigenschaften, Fotos und Orten. In Zukunft sollen noch sämtliche ihrer Mitteilungen und auch die darin eingebundenen Web-Links durchsuchbar werden. Eine Einbindung des Fotodienstes Instagram ist ebenfalls geplant.
Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.
In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. 2010 erreichte das Plus 606 Millionen Dollar, 2011 eine Milliarde Dollar. Der Umsatz stieg auf 3,7 Milliarden Dollar. Das Geschäftsjahr 2012 ist noch nicht abgeschlossen. Im vierten Quartal machte Facebook 1,6 Milliarden Dollar Umsatz, schrieb aber einen Verlust von 64 Millionen Dollar – vor allem wegen hoher Kosten für Personal und Infrastruktur.
Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei knapp unter 90 Prozent. Der Rest resultiert daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Mit Titel wie „Farmville“ oder „Cityville“ spielt hier Zynga eine wichtige Rolle.
Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Mehr als eine Milliarde Nutzer sind in dem Sozialen Netzwerk aktiv. Ende 2011 waren es noch 845 Millionen.
Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.
Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.
Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des IT-Analyse-Unternehmens Social Bakers hat Facebook hierzulande mehr als 25 Millionen aktive Mitglieder.
Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.
Die Fertigstellung von Graph Search, so Mitgründer und CEO Mark Zuckerberg bei der Vorstellung des Dienstes im kalifornischen Menlo Park, „werde Jahre dauern.“ Der Dienst befinde sich noch im Teststadium und werde ab sofort zunächst nur einigen Hunderttausend Mitgliedern in englischer Sprache zugänglich gemacht.
Sage noch mal jemand, Zuckerberg sei nicht clever. Mit sicherem Gespür war ihm klar, dass er Google niemals auf dessen ureigensten Gebiet wird schlagen können: der Websuche. Deshalb überlässt er dieses undankbare Feld dem Partner Microsoft. Für Fragen wie „Das Wetter in Palo Alto“ etwa gibt es keine Informationen in Netzwerk. Die darf dann Microsoft liefern.
Zuckerberg konzentriert sich lieber auf sein Anti-Google. „Eine vollständige Web-Suchmaschine“, analysiert auch Eden Zoller von Ovum Research, „müsste mit Google konkurrieren und angesichts dieser Marktmacht wäre es schwer für Facebook Werbeumsätze zu gewinnen.“
Statt im offenen Web suchen Facebook-Freunde deshalb nur in der hermetisch abgeschotteten Facebook-Galaxie. Dabei verspricht Zuckerberg eine größtmögliche Wahrung der Privatsphäre: Jeder Suchende bekomme nur das zu sehen, was von anderen für ihn freigegeben oder öffentlich zugänglich ist. Bereits heute, so Zuckerberg, würden zehn Prozent der Rechenleistung in den Datencentern nur dafür verwendet, den Schutz privaten Daten zu gewährleisten.
Mit Einführung von Graph Search erklärt sich auch, warum bestimmte Teile von Facebooks Timeline zwangsweise öffentlich zugänglich sind - und warum massiv an der Einführung eines Klarnamen-Zwangs gearbeitet wird: Pseudonyme verschlechtern die Suchergebnisse.

Facebook weiss heute mehr über die Bürger als die Stasi und die Gestapo sich je hat träumen lassen. Und die ausspionierten Bürger versorgen diese Datenkaken auch noch freiwllig mit Daten. Ein tolles Konzept. Glückwunsch.

Die überraschend ersehnte Präsentation von FB war ein echter Flop :).

Wer sich bei Facebook öffentlich macht, muß mit unangenehmen Folgen rechnen!
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