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Neues Konzept: Die Cebit wird einmal mehr umgebaut

Weil andere Messen der Cebit in den vergangenen Jahren die Show stahlen, reagieren die Veranstalter nun mit einem neuen Konzept. Auf der größten IT-Messe der Welt sollen künftig die Privatkunden wieder stärker im Fokus stehen. So manchem IT-Manager schwant Böses.

Das Konzept der Cebit wird umgebaut. Quelle: dpa
Das Konzept der Cebit wird umgebaut. Quelle: dpa

MÜNCHEN/FRANKFURT/DÜSSELDORF. Weniger Besucher, weniger Aussteller, weniger Aufmerksamkeit: Mit der weltgrößten IT-Messe Cebit geht es seit Jahren bergab. Der Ausrichter, die Deutsche Messe AG, will diesen Trend stoppen und arbeitet - wieder einmal - an einem neuen Konzept. Zu Details wollte sich ein Sprecher des Veranstalters nicht äußern - man will die Ergebnisse erst am Ende der diesjährigen Cebit Anfang März vorstellen. In Branchenkreisen jedoch gilt als abgemacht, dass sich die Messe wieder stärker Privatleuten öffnen wird.

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Mit diesem Schritt versucht die Cebit, an erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Zur Jahrtausendwende strömten 800 000 Besucher in die Hallen in Hannover, die Messe galt als Mekka für Fans von Computern, Internet und Telekommunikation. In den vergangenen Jahren aber hatte sich die Messe immer stärker auf Fachbesucher konzentriert.

Der Niedergang hielt an: Vergangenes Jahr kamen 400 000 Interessierte aufs Messegelände, rund ein Fünftel weniger als 2008. Die Zahl der Aussteller lag sogar um ein Viertel niedriger. Zum derzeitigen Stand für die Cebit 2010 wollten die Hannoveraner unter Verweis auf das kurzfristige Buchungsverhalten keine Angaben machen. Die Schau beginnt am 2. März und dauert fünf Tage.

In den Augen vieler IT-Unternehmen hat die Cebit dramatisch an Bedeutung verloren. "In den letzten Jahren ist es immer seltener geworden, dass wirkliche Entscheider auf die Cebit kommen", klagt Martin Hager, Chef des Münchener IT-Dienstleisters Retarus. Doch das ist noch nicht alles: "Aus unserer Sicht unglücklich ist auch die Vermischung von Consumer- mit Business-Themen."

Genau dahin steuert aber die Cebit. In diesem Jahr gibt es mit der Cebit Sounds sogar erstmals einen eigenen Bereich, auf dem Musik und IT zusammengebracht werden sollen. In der IT-Branche sorgt das aber für Kopfschütteln. "Wir wünschen uns seit einigen Jahren, dass die Cebit sich stärker auf IT-Anwendungen im Businessbereich fokussiert", heißt es etwa beim IT-Dienstleister Datev.

Dazu kommt: Andere Ausstellungen stehlen ihr die internationale Aufmerksamkeit. "Heute gibt die Cebit der Branche nicht mehr den Takt vor", heißt es bei einem deutschen Softwarehersteller. Firmenveranstaltungen sowie hochspezialisierte Fachmessen machen der Cebit das Leben schwer. Die Mobilfunkbranche trifft sich inzwischen Mitte Februar in Barcelona, um Neuheiten vorzustellen, PC-Hersteller und Unterhaltungselektronik-Anbieter ziehen die CES in Las Vegas sowie die Funkausstellung in Berlin vor.

Der Rückzug ganzer Branchen hält viele Besucher inzwischen von einer Reise nach Hannover ab. "Vor sechs, sieben Jahren waren noch alle IT-Dienstleister da, heute ist fast keiner mehr vor Ort", sagt Tobias Ortwein vom Münchener IT-Beratungshaus PAC. Früher ist der auf IT-Dienstleistungen spezialisierte Analyst drei, mitunter vier Tage auf die Cebit gefahren, heute reicht ihm ein Tag. Stattdessen besucht Ortwein Firmenevents: "Die Unternehmen laden immer öfter zu eigenen Veranstaltungen ein, auf denen sie ihr Publikum sehr zielgerichtet ansprechen."

  • 23.01.2010, 13:39 UhrAnonymer Benutzer: Daniel Fitzke

    ich denke, die Messe muss sich entscheiden. b to b oder b to C. Die Vermischung von beidem hat nie funktioniert und wird es auch künftig nicht. Vielleicht wird es irgendwann zwei Messen geben. Ob dann auf beiden noch „CebiT“ draufsteht, wird sich zeigen...

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