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Panda-Update: Google straft große Websites ab

Am Freitag hatte Google größere Änderungen an seinem Suchalgorithmus angekündigt. Jetzt belegen erste Zahlen, dass das sogenannte Panda-Update einige große deutsche Websites hart trifft. Es gibt aber auch überraschende Gewinner.

Bei der deutschen Websuche von Google wurden die Karten am Freitag neu gemischt. Größter Verlierer ist das Holtzbrinck-Portal Gutefrage.net. Quelle: dpa/picture alliance
Bei der deutschen Websuche von Google wurden die Karten am Freitag neu gemischt. Größter Verlierer ist das Holtzbrinck-Portal Gutefrage.net. Quelle: dpa/picture alliance

BerlinSearchmetrics und Sistrix haben erste Auswertungen der Auswirkungen von Googles Panda-Update auf deutsche Websites veröffentlicht. Die beiden SEO-Dienstleister ermitteln die Sichtbarkeit von Websites in der Google-Suche, also wie oft sich Websites über eine Vielzahl von Keywords auf den vorderen Plätzen in den Suchergebnissen befinden und bilden daraus Indexwerte. "Der Verlust von Sichtbarkeit heißt nicht zwingend Trafficverlust, denn direkter Traffic, Social Traffic und Super-Longtail Traffic etc. wird nicht mit eingerechnet". Darauf weist Searchmetrics-Geschäftsführer Marcus Tober explizit hin.

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Sowohl Searchmetrics als auch Sistrix haben die Sichtbarkeitswerte vor und nach dem Panda-Update miteinander verglichen. Zu den größten Verlierern nach absoluten Zahlen zählen die Websites Ciao, Doyoo, Gutefrage, Wer Weiß Was und Helpster. Aber auch die Personensuchmaschinen 123people und Yasni verloren an Sichtbarkeit.

Die zu Holtzbrinck gehörende Frage-Antwort-Community Gutefrage.net hat sich mit zuletzt 14,69 Millionen Unique Usern in den letzten Jahren zu eine der fünf reichweitenstärksten deutschen Websites entwickelt, ist aber in absoluten Zahlen einer der größten Verlierer des Panda-Updates. Searchmetrics weist ein Minus von 55,71 Prozent beziehungsweise 511.003 Indexpunkte aus. Bei Sistrix verlor Gutefrage knapp 205 Indexpunkte, rund 46,1 Prozent.

Google-Tipps nach dem Panda-Update

  • Lernen Sie die Nutzer kennen!

    Wer wissen möchte, wie die eigene Website bei den Nutzern ankommt, sollte Sie zunächst kennenlernen. Das ist durch den Einbau kostenloser Tools wie Google Analytics möglich, die übersichtlich unter anderem Herkunft der Nutzer auflisten und durch welche Suchbegriffe oder Links sie auf die Seite gefunden haben. Vor allem über welche Suchebegriffe die Nutzer Ihre Seite finden, ist interessant. Finden Sie auf Ihrer Website das, wonach sie suchen?

  • Seiten sinnvoll betiteln

    Wichtig wird mit dem „Panda“-Update auch, dass die Nutzer hinter dem Titel einer Seite auch das finden, was dieser verspricht. Nach wie vor empfiehlt es sich, Titel und Inhalte darauf abzustimmen, wonach Nutzer suchen – „Gebrauchtwagen in Köln“ ist beispielsweise ein attraktiverer Titel als ein kaum bekannter Eigenname. Titel und die ersten Worte eines Dokuments sollten auf den ersten Blick klar machen, worum es auf der entsprechenden Unterseite der Website geht.

  • Auch Technik wird wichtig

    Auch technische Aspekte spielen durch die Analyse des Nutzerverhaltens eine größere Rolle: Lädt die Seite langsam, werden sie viele Nutzer schnell wieder verlassen. Dasselbe gilt, wenn sie optisch nicht ansprechend ist oder in einigen Browsern falsch dargestellt wird. Tools wie Google Analytics verraten Ihnen auch, mit welchen Browsern die Leser Ihre Seite besuchen. Testen Sie, ob die Website in allen Browsern funktioniert, die Ihre Nutzer häufig einsetzen.

  • Zu viel Werbung verschreckt die Nutzer

    Werbung – insbesondere bestimmte Formen der Werbung wie sogenannte Popups – wirken auf die Nutzer abschreckend. Das war für das Google-Ranking bisher nicht relevant, spielt nach dem "Panda"-Update aber eine Rolle.

  • Was Sie vermeiden sollten

    Wenn man sich die durch Google nach dem „Panda“-Update abgestraften Seiten genauer ansieht, ergeben sich gewisse Muster: So fällt beispielsweise auf, dass vor allem jene Seiten abgestraft wurden, die wenig eigene Text-Inhalte besaßen und viele interne Links auf das eigene Angebot und relativ wenige oder unnatürlich scheinende Links nach außen.

Auch das zu Gutefrage gehörende Ratgeberportal Helpster verlor deutlich: Searchmetrics weist ein Minus von 79,54 Prozent auf 153.962 Punkte aus, Sistrix ein Minus von 60,34 auf 24,69 Indexpunkte, was einem Minus von 59 Prozent entspricht.

Auch Ciao und Doyoo trifft es hart: Die zu Microsoft gehörende Site Ciao verlor im Index von Searchmetrics 525.921 Indexpunkte, was einem Minus von 58,79 Prozent entspricht, Sistrix weist ein Minus von 50,6 Prozent auf 197,26 Indexpunkte aus. Dooyoo verliert bei Searchmetrics zwar nur 434.261 und bei Sistrix 122,03 Indexpunkte, das entspricht aber einem Minus von 65,38 beziehungsweise 55,1 Prozent.

Die prozentual größten Einbußen im Sichtbarkeitsindex von Sistrix muss der Preisvergleichsdienst Kelkoo mit einem Minus von 86 Prozent hinnehmen - von 15,74 auf 2,2 Indexpunkte. Dahinter liegt Alatest, die 70,4 Prozent auf 2,86 Indexpunkte verlieren und Wikio mit einem Rückgang von 65,2 Prozent auf 7,09 Indexpunkte.

  • 14.08.2011, 13:05 UhrB.Giertz

    Seit wann ist den Focus ein hochwertige Webseite ?
    Das kann ja wohl nur rein technisch gemeint sein ; -)))

  • 13.08.2011, 16:57 Uhrujf99

    Gegen Cylex hilft dann wohl nur die Blocker-Funktion (hatte ich in meinen Google-Chrome-Einstellungen bereits für 123people und yasni aktiviert). Allerdings kann Cylex auch interessant sein - wenn man antiquierte Daten von Gewerbetreibenden sucht.

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