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Politiker im Internet: In unbekannten Gewässern

Zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl versuchen sich zwei Welten anzunähern: das Internet und die Politik – egal ob Partei oder Aktivisten. Es ist ein Vortasten in neue Gewässer. Ein bisweilen schmerzlicher Prozess.

Internet und Politik scheinen in Deutschland nicht zusammenkommen zu wollen. Foto: dpa Quelle: dpa
Internet und Politik scheinen in Deutschland nicht zusammenkommen zu wollen. Foto: dpa Quelle: dpa

HAMBURG. Ruppig hoppeln die Schlauchboote in hohem Tempo über die Wellen des Hamburger Hafens. Die Gischt nässt die Haare der Mitfahrer, leicht verkrampft klammern sie sich an Schlaufen und Stangen. Geht es entlang einem Hafenrundfahrtdampfer, winken die Touristen rüber – auf den drei Schlauchbooten steht „Greenpeace“, und die Hamburg-Gäste wähnen Umweltaktivisten auf kleiner Ausfahrt an sich vorüberziehen.

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Doch nur die Fahrer gehören zur bekanntesten Umweltorganisation der Welt. Die anderen an Bord, die mit den leicht verkniffenen Gesichtern, sind sonst in weniger turbulenten Gewässern unterwegs: Sie sind Vertreter der Weblog-Szene.

Ende Juli lud Greenpeace sie ein zu einer Schlauchbootfahrt und anschließender Diskussion. Die Aktivisten haben erkannt: Die Möglichkeiten des Internets schöpft die Organisation bisher kaum aus. „Bei uns läuft intern die Diskussion, ob wir bei Kampagnen noch stärker in die Kommunikation einsteigen sollten“, sagt Mitgeschäftsführer Roland Hipp. „Aber wir können die Risiken nicht einschätzen.“ Und deshalb sollten die Blogger einen Tag lang Hilfestellung leisten.

Es ist ein Vortasten in neue Gewässer. Denn Internet und Politik – egal ob Partei oder Aktivisten –, das scheint in Deutschland nicht zusammengehen zu wollen. In den USA wird der Vorwahlkampf längst über Youtube und Weblogs ausgetragen, sieben der acht demokratischen Kandidaten reisten persönlich zum Weblog-Kongress Yearlykos an.

In Deutschland dagegen blamierten sich im Juni hochrangige Volksvertreter beim Interview mit den Kinderreportern des ARD-Frühstücksfernsehens. Da klagte Christian Ströbele (Grüne), er habe „leider“ einen Computer und sei zwei oder drei Mal im Internet gewesen. Und SPD-Fraktionschef Peter Struck bekannte, sichtlich indigniert ob solcher Frage, dass er nicht wisse, was ein Browser sei.

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