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RFID: Datenschützer lesen „kleine Spione“ in Kleidung aus

Protest gegen Schnüffel-Etiketten: Der Datenschutz-Verein FoeBud hat RFID-Chips ausgelesen, die in Kleidung von Kunden eines Gerry-Weber-Geschäfts versteckt waren.

Etikett mit einem RFID-Chip. Die Chips ermöglichen es, Daten berührungslos per Funk zu übertragen - und machen Datenschützern Sorgen. Quelle: dpa
Etikett mit einem RFID-Chip. Die Chips ermöglichen es, Daten berührungslos per Funk zu übertragen - und machen Datenschützern Sorgen. Quelle: dpa

HamburgWer Kleidung der Modefirma Gerry Weber kauft, bekommt gleich noch eine Spionagewanze in Form eines RFID-Chips dazu. Dieser verbirgt sich im Pflege-Etikett, enthält eine eindeutige Produkt- und Seriennummer – und kann überall auf eine Entfernung von mehreren Metern ausgelesen werden. RFID steht für Radio Frequency Identification. Theoretisch ließen sich damit Bewegungsprofile von Gerry-Weber-Kunden erstellen. Der Datenschutzverein FoeBud (Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs) hat dies vor einem Kaufhaus in Bielefeld demonstriert.

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RFID-Chips werden vor allem für die Logistik benötigt, um Warenströme verfolgen zu können. Die RFID-Industrie weist aber auch auf andere Einsatzmöglichkeiten hin. Dabei geht es um das Identifizieren von Kunden, um sie persönlich ansprechen oder ihnen individuelle Werbebotschaften zeigen zu können.

Dazu muss ein Kleidungsstück wiedererkannt werden. Genau das zeigten die FoeBud-Aktivisten. Mit einem "handelsüblichen Lesegerät" stellten sie sich vor einen Gerry-Weber-Shop. Das Gerät las die Nummern der Kleidungsstücke von Kunden des Geschäfts aus und projizierte sie auf einen sprechblasenförmigen Bildschirm.

Wie die betroffenen Kunden reagierten, zeigt ein Beitrag in der Sendung Markt am Montagabend ab 21 Uhr im WDR. Dass sie von dem Schnüffelchip in ihrer Kleidung nichts wussten, wurde nach Angaben des FoeBud besonders gut im Fall einer Passantin deutlich, die eine Jacke der Marke Peuterey trug. Diese Jacke hatte sie vor mehr als einem Jahr gekauft. Die Lesegeräte des FoeBud erkannten auch darin den RFID-Chip und die einmalige Produktnummer der Jacke. Die Passantin sei "entsetzt" gewesen.

  • 17.01.2012, 21:04 UhrAnonymer Benutzer: Wellenreiter

    10 Sekunden Mikrowelle reicht völlig um die Antenne des Chips zu zerstören. Aber ob damit der Chip auch gleich mit kaputt geht, muss ein Fachmann beantworten bzw einfach ausprobieren. Wer mehrere Stücke hat, löst von einem den Aufnäher ab und microwellt den mal kurz durch. Das geht ja sogar mit dem neuen RFID Chip im Reisepass (macht aber natürlich Probleme bei der Kontrolle).

  • 17.01.2012, 15:51 UhrAnonymer Benutzer: VHSchmidt

    "Don't remove this label."
    Überstehen RFDI-Chips eigentlich die heimische Mikrowelle?
    Könnte natürlich Branntflecken geben...

  • 17.01.2012, 15:04 Uhrboer640

    mit RFID kann man aber auch die Echtheit verifizieren, ihr Schlaumeier.

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