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Rightclearing.com: Neue Musikplattform bringt Urheber und Nutzer zusammen

Künstler und Internet-Nutzer überziehen sich mit Appellen und Vorwürfen, die Debatte ums Urheberrecht wird hitziger. Dass es auch anders geht, zeigt eine kleine neue Musik-Plattform aus der Schweiz.

Im Streit über Ureberrecht im Netz sind die Fronten verhärtet. Die Schweizer Seite rightclearing.com will einen fairen Ausgleich schaffen. Quelle: dpa
Im Streit über Ureberrecht im Netz sind die Fronten verhärtet. Die Schweizer Seite rightclearing.com will einen fairen Ausgleich schaffen. Quelle: dpa

BerlinKünstler und Internet-Nutzer sind in diesen Tagen nicht gut aufeinander zu sprechen. Tief sind die Gräben, die der Konflikt ums Urheberrecht im Netz gerissen hat. Dass es auch ganz anders geht, zeigt eine neue Plattform aus der Schweiz, die völlig unkompliziert Musiker und Nutzer ihrer Werke zusammenbringt. „Es wird gerade so sehr polarisiert, da wollen wir mit unserem pragmatischen Ansatz einen fairen Ausgleich zwischen beiden Seiten ermöglichen“, sagt Jonas Brander von rightclearing.com in Zürich.

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Auf dieser Webseite können Filmproduzenten, Youtube-Fans oder Mashup-Bastler die sogenannten Synchronisierungsrechte von derzeit 14.000 Musiktiteln erwerben. „Wenn ich aus einem Lied ein Stück nehmen und in mein Video einbauen will, muss es ganz einfach mit drei Mausklicks möglich sein, dem Urheber zehn Dollar dafür zu geben“, erklärt Brander eine der Anwendungsmöglichkeiten. Von diesen Synchronisierungsrechten sind die Aufführungs- oder Vervielfältigungsrechte zu unterscheiden, die in Deutschland meist von der Gema, in der Schweiz von der Suisa wahrgenommen werden.

Musik aus dem Netz

  • Aupeo (Radio-Streaming)

    Gestartet 2008, Sitz Berlin.

    Musikangebot: ca. 1 Million Titel. Auswahl von Stationen für Musikgattungen und Stimmungen, kostenloses Angebot mit Werbung und Abo-Modell.

  • Last.fm (Radio-Streaming)

    Gestartet 2002, Sitz: London.

    Musikangebot: ca. 7 Millionen Titel. Spielt nach Angabe von Lieblingsgruppen Musik von ähnlicher Richtung.

  • Pandora (Radio-Streaming)

    Gestartet 2000, Sitz: Oakland, Kalifornien.

    Musikangebot: ca. 1 Million Titel. Spielt nach Vorgaben der Nutzer Musik in ähnlicher Richtung, in Deutschland nicht verfügbar.

  • wahwah.fm (Radio-Streaming)

    Gestartet 2011, Sitz: Berlin.

    Musikangebot: 12 Millionen Songs. Überträgt Songs von anderen registrierten Smartphone-Nutzern in der Umgebung.

  • Deezer (On-Demand-Streaming)

    Gestartet 2007, Sitz: Paris.

    Musikangebot: 13 Millionen Titel.

  • MOG (On-Demand-Streaming)

    Gestartet 2005, Sitz: Berkeley, Kalifornien.

    Musikangebot: 14 Millionen Titel. In Deutschland nicht verfügbar.

  • Napster (On-Demand-Streaming)

    Gestartet 1999 als Tauschplattform, seit 2005 als kommerzieller On-Demand-Service, Sitz: Los Angeles.

    Musikangebot: 15 Millionen Titel.

  • rara.com (On-Demand-Streaming)

    Gestartet 2011, Sitz: London.

    Musikangebot: mehr als 10 Millionen Titel.

  • Rdio (On-Demand-Streaming)

    Gestartet 2010, Sitz: San Francisco.

    Musikangebot: mehr als 12 Millionen Titel.

  • Simfy (On-Demand-Streaming)

    Gestartet 2008, Sitz: Stockholm.

    Musikangebot: über 16 Millionen Titel.

  • Spotify (On-Demand-Streaming)

    Gestartet 2008, Sitz: Stockholm.

    Musikangebot: über 16 Millionen Titel.

Die Plattform rightclearing.com präsentiert bislang vor allem Künstler jenseits der großen Plattenfirmen, etwa aus der sogenannten Indie-Szene. Das im Februar in New York vorgestellte Projekt rightclearing.com ist mit der 2007 gegründeten Musikplattform restorm.com verbunden, wo sich Bands, Labels und Veranstalter miteinander vernetzen. Es seien bereits Abkommen geschlossen worden, um den Umfang der verfügbaren Musik schnell auszuweiten, sagt Michael Schmid als COO (Chief Operating Officer) des Unternehmens. „Das Ziel ist, relativ bald auf über 200 000 Stücke zu kommen.“

Interessenten für eine Lizenz können bei rightclearing.com ein Musikstück hochladen, etwa einen Hit von Lady Gaga, und bekommen dann eine Auswahl an ähnlichen Songs angezeigt, die zur Lizenzierung angeboten werden. Die Preise werden von den Urhebern festgesetzt, wobei sich diese unter anderem danach richten, ob eine kommerzielle Nutzung vorgesehen ist und in welcher finanziellen Größenordnung das Projekt geplant wird.

„Die Band bestimmt die Preise, die sie je nach Nutzungsform haben möchte“, erklärt Schmid. „Wir schlagen eine Transaktionsgebühr von zehn Prozent drauf, die der Lizenznehmer bezahlt.“ Bislang werden nach Angaben Schmids auf diese Weise monatlich etwa 100 Lizenzierungsverträge abgeschlossen.

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