IT + Internet

_

Schadsoftware: Kriminelle Hacker entdecken den Mac

Apples Mac-Rechner galten Nutzern bislang als nahezu virenfreie Zone. Doch vom Erfolg des IT-Riesen werden zunehmend Hacker angelockt. Nun wittern die Hersteller von Schutzprogrammen ein Milliardengeschäft.

Macbook in einem Apple Store. Auch auf dem Mac spielt Schadsoftware inzwischen eine bedeutende Rolle. Quelle: Reuters
Macbook in einem Apple Store. Auch auf dem Mac spielt Schadsoftware inzwischen eine bedeutende Rolle. Quelle: Reuters

FrankfurtDie Einladung kommt kurzfristig. „Aus aktuellem Anlass“ will sich der russische IT-Virenspezialist Kaspersky heute in einer Web-Konferenz zu Wort melden. Das Thema: die aktuellen Attacken auf Mac-Rechner. Apple, jahrelang als sicher gegenüber Viren und Trojanern angesehen, verliert seine Unschuld. Allein in den zurückliegenden zwei Wochen wurden zwei großangelegte Cyber-Attacken auf Rechner der Kultmarke entdeckt.

Anzeige

Die Schadprogramme, die über eine Schwachstelle der weitverbreiteten Java-Software in die Macs gelangen, kidnappen den Rechner. So können Hacker ihn zum Beispiel zum Verschicken von Spam-Mails oder auch Schadsoftware benutzen. Den Anfang machte vor zwei Wochen die russische IT-Sicherheitsfirma Dr. Web. Der sogenannte Flashback-Trojaner alias Flashfake hat bereits mehr als 600.000 Mac-Rechner von Apple befallen. Dabei verbreitet er sich als angebliches Flash-Installationsprogramm.

Zu Wochenbeginn meldete dann Kaspersky einen weiteren Trojaner: SabPub. Auch er soll bereits gut 600.000 Rechner mit dem Apfel-Logo befallen haben. Kasperskys Erzrivale Sophos hat das Schadprogramm allerdings als Erster entdeckt. Bereits Ende vergangener Woche ging die IT-Firma damit an die Öffentlichkeit.

Interaktive Infografik

Verbreitung des Trojaners Flashfake

Zahl der aktuell gekaperten Rechner

In einem bizarren Wettlauf versuchen die IT-Sicherheitsfirmen derzeit, sich gegenseitig mit Warnungen an die Apple-Nutzer zu übertreffen. Es lockt das große Geld. Den Umsatz mit IT-Sicherheitsprodukten schätzt etwa die Beratungsgesellschaft Booz & Company auf weltweit über 50 Milliarden Euro, bei einem jährlichen Wachstum von fast 14 Prozent.

Doch bisher ist das Geschäft stark auf die professionellen Systeme etwa in Rechenzentren und die Microsoft-Welt konzentriert. Apple-Rechner waren außen vor. Es gab lange Zeit schlicht zu wenig davon.

  • Die aktuellen Top-Themen
WHO besorgt: Mit Ebola infiziertes Mädchen stirbt in Mali

Mit Ebola infiziertes Mädchen stirbt in Mali

Ein Kleinkind ist in Mali an den Folgen einer Ebola-Erkrankung gestorben. Zuvor sei das Mädchen mit der Großmutter in Bussen ins Land gereist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet eine Ausbreitung des Virus.

Bilder der Woche: Riesenechse mit schrecklichen Pranken

Riesenechse mit schrecklichen Pranken

Bisher kannten Forscher nur die gewaltigen Arme von D. mirificus. Jetzt ist es ihnen erstmals gelungen, den mysteriösen Dinosaurier mit den großen Pranken Gestalt annehmen zu lassen.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer