
New YorkFür Burger King endete die alte Woche mit überraschend guten Bilanzzahlen, doch die neue begann mit einem peinlichen PR-Zwischenfall: Hacker verschafften sich Zugang zum Twitter-Konto des Fast-Food-Riesen und ließen es so aussehen, als wäre es das Konto des Rivalen McDonalds. Über einer Stunde lang sendeten die Unbekannten etliche geschmacklose Kurznachrichten und behaupteten, die Firma sei von der Konkurrenz McDonalds gekauft worden. Das Konto behielt die ganze Zeit weiter das blaue Häkchen, das die Echtheit Kontos garantieren soll.
Andere Kurznachrichten zeigten Fotos, die widerliche Burger abbildeten oder „Mitarbeiter“ des Unternehmens, die Drogen konsumierten. Andere Nachrichten machten Werbung für den US-Rapper Chief Keef, der derzeit wegen eines Waffendelikts im Jugendgefängnis sitzt.
Später wurde das Konto gesperrt. Ein Sprecher des Unternehmens, Bryson Thornton, entschuldigte sich öffentlich für den Zwischenfall. Das Konto werde von einem hauseigenen Social-Media-Team und einer externen Agentur überwacht, sagte er US-Medien. Wie viele Mitarbeiter das Passwort zu dem Konto kennen, wollte Thornton nicht sagen.
Als das Konto am späten Abend wieder online ging, verschickte das Unternehmen den Tweet: „Interessanter Tag hier bei Burger King – aber wir sind zurück!“
Tatsächlich war es interessant zu verfolgen, wie sich die Verantwortlichen mit dem Vorfall beschäftigten. Sie hatten sichtbar Mühe, die Kontrolle über das Konto zurück zu gewinnen. Nachdem der Account erst über eine Stunde nach dem Angriff gesperrt wurde, war er kurz daraufhin wieder sichtbar. Zwar wurde das falsche „McDonalds“-Profil entfernt, doch die teilweise rassistischen Kurznachrichten der Hacker waren wieder für jeden sichtbar. Erst nach einiger Zeit wurden sie alle hinter einem Passwortschutz versteckt. „Möglicherweise ist es Zeit, einen neuen Social-Media-Verantwortlichen einzustellen“, schrieb eine Kundin auf der Facebook-Seite des Unternehmens.
Einmal jährlich wählt das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown die wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden.
Domino's Pizza - Markenwert: 620 Millionen Dollar
Die zweitgrößte Pizzamarke der Welt kommt auf 9700 Filialen weltweit - in Deutschland gibt es allerdings nur 10 Niederlassung. Neben Pizza und Pasta sind auch Chicken Wings und Sandwiches auf der Karte zu finden.
Taco Bell - Markenwert: 1,87 Milliarden Dollar
Auch berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5700 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fastfood-Riesens Yum!-Brands.
Burger King - Markenwert: 1,93 Milliarden Dollar
Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.400 Filialen in 72 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.
Wendy's- Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar
Im Markenwert wird Burger King von einem US-Traditionsnamen sogar noch knapp überholt, obwohl die Kette nur auf 6.650 Filialen kommt - und das überwiegend in Nordamerika.
Tim Hortons - Markenwert: 2,68 Milliarden Dollar
Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.
Pizza Hut- Markenwert: 5,31 Milliarden Dollar
Die 11.200 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt auf die klassische italienische Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.
Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 8,22 Milliarden Dollar
Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.
Starbucks - Markenwert: 11,9 Milliarden Dollar
Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser.
Subway - Markenwert: 14,31 Milliarden Dollar
Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gehen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von einem Konzern geschlagen.
McDonald's - Markenwert: 81,02 Milliarden Dollar
Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 33.000 Filialen in 119 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.
Auch die Konkurrenz mischte sich in die Diskussion ein: „Wir haben Mitgefühl mit unseren Kollegen @BurgerKing“, hieß es im Namen von McDonalds auf Twitter. Die Firma versicherte, dass sie mit dem Hack nichts zu tun hatte. „Alle schauen nun auf euch @Wendys“, scherzte ein Reporter in einer Nachricht an den Fast-Food-Rivalen. „Wir haben ein Alibi“, gab die Social-Media-Abteilung von Wendys zurück. In einem anderen Tweet sagte eine Social-Media-Managerin von Wendy’s, was sich auf dem Burger-King-Konto abspiele, sei ihr absoluter Albtraum.

"Social-Media-Schlamassel"
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