IT-Experten vermuten Schlamperei

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Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert

Der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert sagte der Nachrichtenagentur dpa aber, es sei schwer, Datenschutzverstöße von Weltkonzernen zu verfolgen. Bei Verstößen könnten Bußgelder von maximal 300.000 Euro erlassen werden. „Dann sagen die aber, wir sitzen in den USA, vollstreckt mal. Bei einem Sitz außerhalb der EU ist praktisch nichts zu holen“, sagte Weichert. Vorschläge, um an dieser Situation etwas zu ändern, habe die Bundesregierung bislang nicht aufgegriffen.
Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, forderte die Regierung ebenfalls zum Handeln auf: „Der Fall Sony ist auch ein Fall schwarz-gelber Untätigkeit, die jetzt Millionen Betroffene in Deutschland mit ihren Daten bezahlen.“ Nach dem „größten Hackerangriff aller Zeiten“ sei die Bundesregierung in der Pflicht, endlich das Datenschutzrecht zu ändern.

Die Ministerien für Justiz und Verbraucherschutz forderten von Sony eine schnelle Aufklärung. „Es ist äußerst bedenklich, dass das Unternehmen erst nach einigen Tagen die massive Panne eingeräumt hat“, sagte ein Sprecher von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

Vor einem Gericht in San Francisco verklagte der PlayStation-Besitzer Kristopher Johns Sony auf Schadenersatz. Dabei handelt es sich um eine Sammelklage - bei einem Schuldspruch hätten alle 77 Millionen Inhaber von Nutzerkonten die gleichen Ansprüche gegenüber Sony, auch wenn sie selbst nicht geklagt haben sollten. Johns verlangt Schadenersatz für den Fall des Missbrauchs von Kreditkartendaten sowie für den Ausfall der Online-Dienste nach dem
Hacker-Einbruch. Außerdem fordert er die Verhängung einer Geldstrafe gegen Sony.

Der Playstation-Hersteller will die gehackte Online-Plattform neu aufsetzen. In einem Blog-Beitrag kündigte Firmensprecher Patrick Seybold die rasche Bereitstellung eines Software-Updates an, das alle Nutzer zur Änderung ihres Passworts veranlasst. Es werde Tag und Nacht daran gearbeitet, um das Playstation-Network und die Qriocity-Dienste für Musik und Filme zu sichern und innerhalb einer Woche wieder in Betrieb zu nehmen.
Gemeinsam mit den Behörden und einer Sicherheitsfirma arbeite Sony daran, die Verantwortlichen für den Datendiebstahl zu ermitteln, schrieb Seybold. Die Täter hätten sich Zugang zu einer unverschlüsselten Datenbank mit Personendaten der Nutzer verschafft. Es gebe keine Hinweise, dass sie auch an die verschlüsselten Kreditkartendaten gelangt seien - allerdings könne dies auch nicht ausgeschlossen werden.

  • 03.05.2011, 16:06 UhrAnonymer Benutzer: SpamHasser

    Ich denke, das ist erst der Anfang. In Zeiten der Konzentration von Nutzern auf einzelne große Services (man denke auch an die Clouds von Amazon, Microsoft & Co.) wird es immer wieder Menschen geben, die Datenmissbrauch betreiben oder begünstigen. Und je größer die Nutzergemeinde, desto größer der Schaden.

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