BerlinDas soziale Netzwerk Facebook will Nutzer dazu bringen, ihren E-Mail-Verkehr über die Plattform abzuwickeln. Dazu hat Facebook nun die für Freunde sichtbaren Nutzerinformationen so verändert, dass die neuen @facebook.com-Adressen sichtbar sind, auch wenn der Nutzer diese E-Mail-Adresse gar nicht nutzen will.
Im Zuge der Umstellung hat Facebook gegebenenfalls bereits publizierte E-Mail-Adressen versteckt und durch die Facebook-Adresse ersetzt. Facebook möchte offenbar verhindern, dass andere E-Mail-Adressen in Konkurrenz zum eigenen E-Mail-Dienst stehen. Das lässt sich aber in den Optionen leicht rückgängig machen, so dass wieder die eigene E-Mail-Adresse statt der Facebook-E-Mail-Adresse zu sehen ist.
Eine kurze Stichprobe hat ergeben, dass fast alle Bekannten in der Facebook-Liste eine @facebook.com-E-Mail-Adresse ihren Freunden anzeigen. Nur bei einem von etwa einem Dutzend Nutzern ist dies nicht geschehen. Falls sich der Nutzer keine @facebook.com-Adresse ausgesucht hat, nutzt Facebook in der Regel den Profilnamen, der auch im Link zu sehen ist. Im Fall von facebook.com/test.user.golem wäre die E-Mail-Adresse dann test.user.golem@facebook.com. Das Verstecken der E-Mail-Adresse bringt also prinzipiell nichts.
Das öffnet Spammern, aber auch unliebsamen Personen neue Möglichkeiten. Der Nutzername ist nämlich auch bei Leuten sichtbar, die keine Freunde sind. Das Sammeln der E-Mail-Adresse eines Kontakts ist somit recht einfach. Wir konnten von einem E-Mail-Account ohne Probleme einen Facebook-Zugang anmailen.
Facebook-E-Mails von Nutzern außerhalb des Netzwerks werden immerhin nicht mit derselben Priorität behandelt wie etwa Nachrichten direkt zwischen den Nutzern. Sie tauchen nur in den Nachrichten unter Sonstiges auf. Sie bleiben also unauffällig. Möglicherweise ändert Facebook das aber noch.
Wer übrigens in seinen Privatsphäreneinstellungen den Empfang von Facebook-Nachrichten auf Freunde beschränkt, bekommt über die E-Mail-Adresse trotzdem noch Nachrichten.
Facebook hat im April @facebook.com-Adressen zur Pflicht erklärt. Damals war aber noch nicht absehbar, dass der Dienst ungefragt eigene E-Mail-Adressen ersetzt.

Beste Facebook-Aktion bei mir: FB hat die eMail Adressen von zwei FB Nutzern ausgelesen (aus Yahoo) und fand heraus, dass ich bei beiden in der Inbox auftauche. Dann bekam ich als Nicht-FB-Nutzer ein eMail vom FB mit Fotos dieser beiden Nutzer, die ich offensichtlich beide kenne und einer Einladung auch FB beizutreten.
Also FB liest scheinbar ungestraft die Mail-Accounts, die nichts mit FB zu tun haben und nutzt diese Daten. FB verfolgt ueberhaupt viele Internet-Bewegungen von FB-Nutzern, die in FB eingeloggt sind, die nichts mit FB zu tun haben. Der Like Button ist da noch eine zusaetzliche Hilfe fuer FB, auch wenn er nicht genutzt wird. Deshalb gehen manche Sites dazu ueber, den Button nur mehr auf Verlangen anzuzeigen. Als Platzhalter ist nur ein Bild des Buttons auf der Hauptseite, aber nicht das Script hinter dem Button.
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