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Spielebranche: Wenn Online-Spiel und TV-Serie verschmelzen

Die Fernsehfolge im Internet weiterspielen, das ist der nächste große Trend in der Unterhaltungsbranche. TV-Programm und Videogames sollen miteinander verschmelzen, Online-Spieler zu Drehbuchautoren werden. Hinter dem Projekt steht ein 41-jähriger Harvard-Absolvent aus dem Ruhrgebiet – die Liste der Investoren liest sich wie das „Who is Who“ der Medienbranche.

Lindenstraße 2.0: In Zukunft können Spieler von Videogames den Verlauf einer Fernsehserie beeinflussen. Quelle: dpa
Lindenstraße 2.0: In Zukunft können Spieler von Videogames den Verlauf einer Fernsehserie beeinflussen. Quelle: dpa

DÜSSELDORF/KÖLN. Alle Mann klar zum Gefecht! Der Abspann der TV-Lieblingsserie läuft noch, da stürzt der Videospieler schon an den Computer und geht ins Internet. Aber nicht, um die Fanseite zu besuchen oder um mit Freunden über die Folge zu plaudern. Sein Heimatplanet wurde in der TV-Serie gerade von einer Alienrasse angegriffen. Jetzt treffen sich die besten Piloten im zur Serie gehörenden Online-Spiel und verteidigen gemeinsam in ihren Raumjägern die Basis. Gewinnen sie, wird sie der Präsident in der nächsten Fernsehfolge befördern. Verlieren sie, erwarten sie in der nächsten Folge ausgebrannte Ruinen und ein Volk auf der Flucht. Und sie sind schuld.

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Was sich wie ferne Zukunft anhört, soll 2012 Realität werden auf dem US–Fernsehmarkt. Lars Buttler, ein 41-jähriger Harvard-Absolvent, arbeitet mit seiner Firma Trion Worlds daran, den Traum für den Medienriesen NBC und seinen Kabelsender SyFy wahr zu machen: Die Verschmelzung von TV und Videogame. Online-Spieler schreiben am TV-Drehbuch in Echtzeit mit. Kein Zuschauer weiß, wie es weitergeht.

Ähnlich wie hierzulande bei der „Lindenstraße“ sind die TV-Folgen zwar einer groben Storyline untergeordnet, aber kurzfristig aufgezeichnet, um Aktualität einzubauen. Das Spiel ist in der ersten Erprobungsphase und wird noch 2010 für weitere Tester geöffnet werden, erläutert Buttler, natürlich noch ohne TV-Serie.

„Das ist im Prinzip ein gutes Modell“, sagt Florian Dickgreber, Prinzipal und Medienexperte bei A.T. Kearney in Düsseldorf. „Es erhöht die Bindung an eine Serie und fördert den Community-Gedanken unter den Zuschauern.“ Das ambitionierte Vorhaben basiert auf dem Zusammenspiel von Digitaltechnik und TV-Produktionsgesellschaften. Die Liste der Investoren hinter Trion liest sich wie das „Who is Who“ der Medienbranche, darunter Time Warner, NBC Universal, Bertelsmann und High-Tech-Riese Hewlett Packard.

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