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Steuerung per Bewegung: Die große Geste

In der Unterhaltungselektronik lösen neue Bedienkonzepte und Sensoren Fernbedienungen und Tastaturen ab. Die Spielekonsolen, Fernseher und Computer der Zukunft reagieren auf Handzeichen. Mit der Gestensteuerung kommt eine Technik ins Wohnzimmer, die mehr ist als nur ein Spielzeug.

Tritt ins Leere: Bei der Xbox von Microsoft steuert der Spieler sein digitales Ego durch eigene Körperbewegungen. Quelle: dpa
Tritt ins Leere: Bei der Xbox von Microsoft steuert der Spieler sein digitales Ego durch eigene Körperbewegungen. Quelle: dpa

Die Szene erinnerte an das Torwandschießen aus dem "Aktuellen Sportstudio": Gestandene Männer, mal in Jeans und Pulli, mal in Anzug und Krawatte, droschen auf der Computerspielemesse Gamescom in Köln mit aller Kraft Bälle in Richtung Tor und freuten sich wie kleine Jungs über jeden Treffer.

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In einem wichtigen Punkt allerdings unterschied sich das Gekicke auf dem Messestand des Softwareriesen Microsoft vom TV-Klassiker aus Mainz. Beim Branchentreff in Köln vor ein paar Wochen spielten sie Fußball ohne Bälle. Statt Leder-Ei und Torwand reichte beim virtuellen Kick vor der Spielekonsole Xbox die pure Körperbewegung, um das digitale Rund ins elektronische Eckige zu manövrieren.

Möglich macht das ein neuartiges Erweiterungsmodul namens Kinect, das in Deutschland am 10. November auf den Markt kommt. Mithilfe einer Videokamera und Infrarotsensoren erfasst der kleine Kasten, kaum größer als eine TV-Fernbedienung, die Körperlinie und zeichnet die Bewegungsabläufe der Spieler vor dem Fernseher auf. Die wertet sie aus und wandelt sie in Steuersignale für die Xbox um.

Spieler als Game-Controller

Im virtuellen Tischtennis-Match wird die Hand so zum Schläger. Beim Autorennen bilden die Fäuste das Lenkrad. In anderen Spielen boxt der Spieler Hindernisse aus dem Weg. Joystick, Fernbedienung oder Tasten-Steuerkreuz werden überflüssig. Gespielt wird an der Konsole der Zukunft buchstäblich mit Händen und Füßen. "Der Körper selbst ist der Controller", sagt Oliver Kaltner, Microsofts verantwortlicher Manager für Unterhaltungsprodukte in Deutschland.



Das neue, 150 Euro teure, Zubehör ist weit mehr als bloß die nächste Evolutionsstufe der Computerspielewelt, seit Konkurrent Nintendo die Branche 2006 mit seiner Spielebox Wii erschütterte. Bei der hatte erstmals ein einfacher Steuergriff fast ohne Tasten die Bewegungen der Spieler in Aktionen übersetzt. Am Grundübel des Umgangs von Mensch und Maschine aber änderte die Wii noch nichts: Bisher nötigten uns Fernseher und Co. ständig dazu, neue Fernbedienungen, Bedienoberflächen und Menüstrukturen zu begreifen. Kinect dagegen dreht den Spieß um: Gesten ersetzen Geräte, Maschinen lernen endlich, den Menschen zu verstehen.

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