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Suchmaschinen-Ranking: Erpresser droht Onlineshop mit Google-Herabstufung

5.000 Euro zahlen oder bei Google schlechter oder gar nicht mehr gefunden werden: Damit drohte ein Erpresser einem deutschen Onlineshop für Holzspielzeug, nun ermittelt die Kriminalpolizei.

Das Google-Ranking entscheidet zu großen Teilen über den Geschäftserfolg von Online-Shops. Das machen sich Kriminelle zu nutze. Quelle: AFP
Das Google-Ranking entscheidet zu großen Teilen über den Geschäftserfolg von Online-Shops. Das machen sich Kriminelle zu nutze. Quelle: AFP

BerlinDer Onlineshop Holzspielzeug-Discount.de wird von einem Erpresser mit gezielter Herabstufung - sogenanntem Negative SEO - in den Ergebnissen von Google bedroht. Das berichtet der deutsche Suchmaschinenverband Suma, zu dessen Mitgliedern die Inhaberin des betroffenes Shops zählt.

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Der Erpresser soll am 6. Dezember 2011 kurz vor 10 Uhr vormittags telefonisch damit gedroht haben, massenhaft Badlinks beziehungsweise Spamlinks von "Adressen, die Google nicht gefallen", zu setzen. Dadurch würde der Shop im Ranking auf eine schlechte Positionen verschoben oder ganz aus dem Google-Index verbannt werden, es sei denn, die Shopinhaberin zahle dem Erpresser 5.000 Euro.

Laut Suma e. V. hat die Kriminalpolizei in Erlangen den Fall unter der Ermittlungsnummer BY5760-006921-11/5 übernommen. Die Inhaberin des Shops soll bereits beobachtet haben, dass ihr Shop um einige Positionen nach unten gerückt ist. Nicht nur, aber besonders zum Weihnachtsgeschäft kann sich die Google-Positionierung direkt auf den wirtschaftlichen Erfolg von Shops auswirken.

Panda-Update Google straft große Websites ab

Gestern hatte Google Änderungen an seinem Suchalgorithmus angekündigt. Jetzt belegen erste Zahlen, dass das sogenannte Panda-Update einige große deutsche Websites hart trifft. Es gibt aber auch überraschende Gewinner.

Panda-Update: Google straft große Websites ab

Der Suma berichtet, dass Google in einer Stellungnahme zu dem Vorfall auf einen Eintrag in einem hauseigenen Blog verweist. In dem heißt es zu Spamlinks: "Daher steht in unseren Richtlinien nicht mehr, dass es für Mitbewerber unmöglich ist, anderen Mitbewerbern zu schaden. Stattdessen haben wir hinzugefügt, dass wir intensiv daran arbeiten, durch Mitbewerber verursachte Schäden zu vermeiden." Google könnte Webseitenbetreiber zwar vor schädlichen Links warnen, tut dies aber noch nicht.

Google-Manipulation Das Geschäft mit dem Link-Kauf

Längst gilt es als offenes Geheimnis, dass Unternehmen auf breiter Front schmutziger Tricks bedienen, um ihre Platzierung bei Google zu verbessern. Erstmals nennt ein deutscher Blogger Ross und Reiter – und thematisiert damit eine Praxis, die zwar üblich aber hoch umstritten ist.

Google-Manipulation: Das Geschäft mit dem Link-Kauf

Für den in der Regel Google-kritischen Suma ist das der Beleg dafür, dass es tatsächlich mit gezielt gesetzten Links möglich ist, anderen Webseitenbetreibern und Onlineshops zu schaden. Im Suma sind auch verschiedene deutsche Suchmaschinenbetreiber und Suchmaschinenoptimierer (SEO) versammelt, die sich laut Vereinszielrichtung für einen freien Zugang zu Wissen einsetzen.

Google-Tipps nach dem Panda-Update

  • Lernen Sie die Nutzer kennen!

    Wer wissen möchte, wie die eigene Website bei den Nutzern ankommt, sollte Sie zunächst kennenlernen. Das ist durch den Einbau kostenloser Tools wie Google Analytics möglich, die übersichtlich unter anderem Herkunft der Nutzer auflisten und durch welche Suchbegriffe oder Links sie auf die Seite gefunden haben. Vor allem über welche Suchebegriffe die Nutzer Ihre Seite finden, ist interessant. Finden Sie auf Ihrer Website das, wonach sie suchen?

  • Seiten sinnvoll betiteln

    Wichtig wird mit dem „Panda“-Update auch, dass die Nutzer hinter dem Titel einer Seite auch das finden, was dieser verspricht. Nach wie vor empfiehlt es sich, Titel und Inhalte darauf abzustimmen, wonach Nutzer suchen – „Gebrauchtwagen in Köln“ ist beispielsweise ein attraktiverer Titel als ein kaum bekannter Eigenname. Titel und die ersten Worte eines Dokuments sollten auf den ersten Blick klar machen, worum es auf der entsprechenden Unterseite der Website geht.

  • Auch Technik wird wichtig

    Auch technische Aspekte spielen durch die Analyse des Nutzerverhaltens eine größere Rolle: Lädt die Seite langsam, werden sie viele Nutzer schnell wieder verlassen. Dasselbe gilt, wenn sie optisch nicht ansprechend ist oder in einigen Browsern falsch dargestellt wird. Tools wie Google Analytics verraten Ihnen auch, mit welchen Browsern die Leser Ihre Seite besuchen. Testen Sie, ob die Website in allen Browsern funktioniert, die Ihre Nutzer häufig einsetzen.

  • Zu viel Werbung verschreckt die Nutzer

    Werbung – insbesondere bestimmte Formen der Werbung wie sogenannte Popups – wirken auf die Nutzer abschreckend. Das war für das Google-Ranking bisher nicht relevant, spielt nach dem "Panda"-Update aber eine Rolle.

  • Was Sie vermeiden sollten

    Wenn man sich die durch Google nach dem „Panda“-Update abgestraften Seiten genauer ansieht, ergeben sich gewisse Muster: So fällt beispielsweise auf, dass vor allem jene Seiten abgestraft wurden, die wenig eigene Text-Inhalte besaßen und viele interne Links auf das eigene Angebot und relativ wenige oder unnatürlich scheinende Links nach außen.

Der Artikel erschien zuerst auf Golem.de.

Quelle: Golem.de
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