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Twitter und Blogs: Reaktionen auf „Mein Kopf gehört mir“

Im Netz löste der Beitrag „Mein Kopf gehört mir“ einen sogenannten Shitstorm aus: Vor allem in Blogs und bei Twitter hagelte es Kritik. Eine Auswahl kritischer Beiträge.

Auch bei Facebook entwickelte sich eine kontroverse Diskussion über den Handelsblatt-Artikel „Mein Kopf gehört mir“. Quelle: dapd
Auch bei Facebook entwickelte sich eine kontroverse Diskussion über den Handelsblatt-Artikel „Mein Kopf gehört mir“. Quelle: dapd

Der Handelsblatt-Artikel „Mein Kopf gehört mir“ wurde im Netz heftig kritisiert. So bemängelte beispielsweise @mback2k, dass die „Wirtschaftszeitung @handelsblatt den Unterschied zwischen Urheberrechten und Nutzungs- oder Verwertungsrechten“ nicht verstehe. @presseschauer hingegen fragt: „Was hat eigentlich die mehrseitige Werbung für die @Piratenpartei im @handelsblatt gekostet?“ Und @anked zwitschert: „Und weil #meinkopf mir gehört und ein Gehirn drin ist, kann ich selbst denken und falle nicht rein aufs #Handelsblatt.“

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Kreativität bewiesen die Twitterer @ennomane und @kasi mit Äußerungen wie „Nächste Woche im Handelsblatt: 100 Pfarrer erzählen, warum Atheismus scheiße ist.“ Und „Das Handelsblatt bringt am Dienstag 100 Friseure, die erklären, warum elektronische Rasierer ihnen den Job kosten: Mein Schopf gehört mir.“ Auch @haggybear dichtete den Titel des Handelsblatt-Aufmachers um: Aus „Mein Kopf gehört mir“ machte er „Mein Topf gehört mir“. Unter dem Hashtag #wasimhandelsblattfehlt listet Twitter weitere Spielarten des Handelsblatt-Slogans wie „Mein Zopf gehört mir“ oder „Mein Knopf gehört mir“ auf. Das Hashtag gehörte zu den „Trending Topics“, das heißt es führte die Liste der am meisten diskutierten Themen deutschland- und weltweit an.

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Auf der Facebook-Fanpage des Handelsblatt entwickelte sich ebenfalls eine kontroverse Diskussion: „Die Piraten können es sich einfach machen: Wer selbst kein geistiges Eigentum hat, der kann es auch abschaffen wollen“, schreibt Marcel Hülsbeck. Sebastian Kreutz bedankt sich indes für „den demaskierenden“ Handelsblatt-Aufmacher. Victor Vincent hingegen schreibt: „Tja da sieht man, wie dumm die Leute sind. Die Piraten fordern gerechte Verwertungssysteme, nichts anderes. Da steht kein Wort von umsonst. Da regiert die nackte Angst vor Veränderung. Traurig.“

Urheberrechts-Debatte im Netz

Auch in zahlreichen Blogs war „Mein Kopf gehört mir“ Thema: Der frühere Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer beschäftigt sich unter der Überschrift „Das Handelsblatt schwurbelt durch die unreale Welt“ mit der Frage, warum es Journalisten gebe, „die immer noch nicht fassen können, dass Menschen unter Verwendung einer Software namens Weblog Dinge veröffentlichen“. In seinem Blog „Digitale Notizen“ bemängelt Dirk von Gehlen, dass die Debatte ums Urheberrecht nicht vorankäme. Im Gegenteil – es kämen vor allem Vorurteile heraus. Blogger und Medienjournalist Stefan Niggemeier titelt: „Euren Kopf habt Ihr längst verloren!“ Markus Beckedahl von netzpolitik.org kritisiert „Mein Kopf gehört mir!“ als „Kampagnenjournalismus vom Feinsten“. Und Christian Kahle konstatiert, dass in der Frage um das Urheberrecht ein „Klima der Angst“ herrsche. Auf telepolis weigerte man sich schlicht, den Beitrag des Handelsblatt ernst zu nehmen. Von einer „Satire“ ist dort die Rede, ebenso von einem „verspäteten Aprilscherz“.

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Christoph Keese indes lobt „Mein Kopf gehört mir“: „Stark gemacht, unbedingt lesen“, twittert der Konzerngeschäftsführer Public Affairs der Axel Springer AG, und er geht noch weiter: „Der @Handelsblatt Slogan ist so gut, dass er Motto und Marke der Anti-Enteignungs-Bewegung werden sollte.“

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  • 10.04.2012, 19:42 UhrAndreas

    Das ist nicht ganz korrekt. Ein "sogenannter Shitstorm" ist massive unsachliche Entrüstung. Was ich aber in den Blogs und Meinungen sah, war eine kritische Auseinandersetzung mit jedem Punkt der mangelhaften journalistischen Leistung des Autors des Ursprungsartikels im Handelsblatt. Somit war dies kein Shitstorm sondern im Großteil der Blogs weitaus besserer Bürgerjournalismus, als von den Experten auf diesem Gebiet

  • 10.04.2012, 15:41 UhrKlischeepunk

    Und von allen hier genannten Personen: Ratet mal wer im Netz keinen guten Ruf hat und das ganze Jahr über als (schlechter) Aprilscherz aufgefasst wird...

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