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Vorfahrt im Internet: So funktioniert der neue Datenverkehr

Nicht nur politisch, auch technisch müssen unterschiedliche Geschwindigkeiten im Internet umgesetzt werden. Dabei kommt es auf die Knotenpunkte an. Wie Netzanbieter hier einige Daten mit Vorfahrtsrechten ausstatten wollen - und wie das die Internetnutzer merken werden.

Computermäuse: Künftig könnten Daten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten durch das Internet geschickt werden. Quelle: dpa
Computermäuse: Künftig könnten Daten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten durch das Internet geschickt werden. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Ein entscheidendes Hindernis für hohe Geschwindigkeit im Internet sind die Knotenpunkte, an denen Inhalte-Anbieter wie Google oder Skype ihre Datenpakete in die Netze der Telekomanbieter schicken. Diese Netzknotenpunkte arbeiten bisher nach dem Prinzip: Wer als Erster den Punkt erreicht, wird auch zuerst durchgelassen. Niemand wird bevorzugt, keiner hintangestellt. So verlangt es das bislang geltende Prinzip der Netzneutralität.

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Dabei ist es für einige Dienste wesentlich störender als für andere, wenn sie im Stau stehen: Bei einem Telefonat über das Internet oder beim Senden eines Videos stört eine Zeitverzögerung deutlich mehr als bei einer E-Mail, die nicht sofort durchgestellt wird.

Durch eine erkaufte Vorfahrt lässt sich dieses Problem beheben. Technisch ist sie einfach zu realisieren. Sie funktioniert allerdings nur, wenn alle großen Netzbetreiber weltweit Vorfahrtsregeln einführen.

Der Grund: Selbst Riesenkonzerne wie die Deutsche Telekom besitzen nicht überall auf der Welt eigene Leitungen. Für Inhalte, die beispielsweise von Servern in den USA stammen, mietet die Telekom Kapazitäten von US-Konkurrenten wie AT&T.

Die Inhalte werden dann erst später vom AT&T-Netz an die Telekom übergeben. Damit der Telekom-Kunde ruckelfreie Videos erhält, dürfen sie auch bei AT&T nicht im Stau stehen.

Ruckelfreie Videos

Die Vorfahrtspläne der Telekom lassen sich am besten an einem fiktiven Beispiel zeigen: Familie Bergau hat einen Internetanschluss bei der Telekom und dazu ein Abo für Youtube-Videos. Wenn Herr Bergau sich abends das Video von Deutschlands Liebling Lena Meyer-Landrut aus dem Netz lädt, markiert die Telekom es. Passiert das Video die Netzknotenpunkte der Telekom, erkennt die Technik die Markierung und leitet Lena schneller durch als andere Inhalte, die zur selben Zeit an dem Netzknoten ankommen.

Entscheidend für die Übertragungsgeschwindigkeit ist aber nicht nur ein Vorfahrtsabo, sondern auch der eigene Internetanschluss zu Hause. Ist der zu klein, nutzt Familie Bergau auch die Vorfahrt an den Knotenpunkten nichts. Die Telekom baut derzeit auch ihre Leitungen aus, die direkt zu den Kunden führen. Bis 2012 will sie zehn Prozent der Haushalte mit schnellen Glasfaserkabeln direkt ins Haus bedienen. Das ist die technisch optimale, aber auch die teuerste Variante.

  • 13.01.2011, 17:59 UhrAnonymer Benutzer: Clever42

    Man kann nur hoffen, dass die Amerikaner bei diesem typisch deutschen Reservierungswahn nicht mitmachen. Herr Obermann, ihr Mercedes hat seine eingebaute Vorfahrt auch nur auf deutschen Autobahnen! Als wenn man weltweit wegen so einer idee aus der Provinz das internet umbauen würde! Lassen Sie sich was anderes einfallen, um ihren Aktienkurs aufzupuschen!

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