
DÜSSELDORF. Old Spice hatte in den USA ein Image, das schon im Name steckt: ein Duft für alte Männer. Fast schien es, als wollte Proctor & Gamble die Marke schon beerdigen – bis vergangenen Februar eine Werbung zum „Super Bowl“ dem Duftwasser einen unverhofften Kultstatus bescherte. Der durchtrainierte Ex-NFL-Spieler Isaiah Mustafa richtete an die Frauen der Welt das Versprechen, dass ihre Männer zwar nicht ohne weitere so aussehen können wie er – aber immerhin so riechen.
Vergangene Woche schaltete Proctor & Gamble dann den Social-Media-Turbo an: Per Twitter rief es die Benutzer des Online-Kurznachrichtendienstes dazu auf, Fragen an den Old Spice Man zu stellen – und antwortete quasi in Echtzeit mit Videos, bevorzugt an die besonders einflussreichen Twitter-User. Die wiesen ihr soziales Netzwerk auf die Antwort hin, was zahlreiche weitere Fragen an den Old Spice Man hervorrief – eine sich selbst verstärkende soziale Medienbombe. Business Insider fasst zusammen, was Proctor & Gamble richtig gemacht hat und gibt allgemeine Social-Media-Tipps für Unternehmen. Ethority hat die bisher zehn eindrucksvollsten Social-Media-Kampagnen aufgezählt – wobei der Old Spice Man auf Platz eins landete.
Gute PR, schlechte PR
Während Proctor & Gamble also große Erfolge im Netz feiert, haben viele andere Unternehmen nach wie vor ihre Probleme mit dem der neuen Kommunikationsform. Coca Cola erlebte mit seiner Marke Pepsi Dr. Pepper ein Porno-Desaster auf Facebook und die Versuche der Deutschen Telekom, den Netizens via Twitter zu erklären, warum man die Netzneutralität abschaffen möchte, stoßen auf fast einhellige Ablehnung.
Auch die Bahn hat weiter ihre Mühe mit dem Image im Netz. Frei nach dem bekannten BP-kritischen Satire-Account BPGlobalPR twittert nun auch eine falsche PR-Abteilung der Bahn unter dem Namen DBGlobalPR: „Sollen sie doch streiken. Nutzen sich die Züge nicht so stark ab. Jede Mark zählt für den Börsengang“.
Auch BP bläst nach wie vor kräftig der Wind ins Gesicht: Der Konzern hat bei PR-Bildern per Photoshop getrickst, wie ein US-Blogger aufdeckte. BP musste die PR-Panne einräumen – und das Netz reagiert, wie so häufig, mit Spott: Bei Twitter und in Blogs machte schnell dieses Bild die Runde – zusammen mit dem hämischen Hinweis, dabei handele es sich um das wirkliche Original.