_

Was das Netz bewegt: Alte Gewürze in neuen Schläuchen

Der Old Spice Man überrollt das Netz: Proctor & Gamble hat mit dem durchtrainierten NFL-Star eine bisher beispiellose Social-Media-Bombe platzen lassen. Außerdem in der Netzumschau: Die Deutsche Bank entdeckt ihr Herz für Piraten, Open Source am Scheideweg, erzwungener Online-Gedächtnisschwund und Steve Jobs Beigeisterung über einen Regenbogen.

Videoantworten per Twitter: Der Old-Spice-Man hat das Web erobert. Quelle: ap
Videoantworten per Twitter: Der Old-Spice-Man hat das Web erobert. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Old Spice hatte in den USA ein Image, das schon im Name steckt: ein Duft für alte Männer. Fast schien es, als wollte Proctor & Gamble die Marke schon beerdigen – bis vergangenen Februar eine Werbung zum „Super Bowl“ dem Duftwasser einen unverhofften Kultstatus bescherte. Der durchtrainierte Ex-NFL-Spieler Isaiah Mustafa richtete an die Frauen der Welt das Versprechen, dass ihre Männer zwar nicht ohne weitere so aussehen können wie er – aber immerhin so riechen.

Anzeige

Vergangene Woche schaltete Proctor & Gamble dann den Social-Media-Turbo an: Per Twitter rief es die Benutzer des Online-Kurznachrichtendienstes dazu auf, Fragen an den Old Spice Man zu stellen – und antwortete quasi in Echtzeit mit Videos, bevorzugt an die besonders einflussreichen Twitter-User. Die wiesen ihr soziales Netzwerk auf die Antwort hin, was zahlreiche weitere Fragen an den Old Spice Man hervorrief – eine sich selbst verstärkende soziale Medienbombe. Business Insider fasst zusammen, was Proctor & Gamble richtig gemacht hat und gibt allgemeine Social-Media-Tipps für Unternehmen. Ethority hat die bisher zehn eindrucksvollsten Social-Media-Kampagnen aufgezählt – wobei der Old Spice Man auf Platz eins landete.

Gute PR, schlechte PR

Während Proctor & Gamble also große Erfolge im Netz feiert, haben viele andere Unternehmen nach wie vor ihre Probleme mit dem der neuen Kommunikationsform. Coca Cola erlebte mit seiner Marke Pepsi Dr. Pepper ein Porno-Desaster auf Facebook und die Versuche der Deutschen Telekom, den Netizens via Twitter zu erklären, warum man die Netzneutralität abschaffen möchte, stoßen auf fast einhellige Ablehnung.

Auch die Bahn hat weiter ihre Mühe mit dem Image im Netz. Frei nach dem bekannten BP-kritischen Satire-Account BPGlobalPR twittert nun auch eine falsche PR-Abteilung der Bahn unter dem Namen DBGlobalPR: „Sollen sie doch streiken. Nutzen sich die Züge nicht so stark ab. Jede Mark zählt für den Börsengang“.

Auch BP bläst nach wie vor kräftig der Wind ins Gesicht: Der Konzern hat bei PR-Bildern per Photoshop getrickst, wie ein US-Blogger aufdeckte. BP musste die PR-Panne einräumen – und das Netz reagiert, wie so häufig, mit Spott: Bei Twitter und in Blogs machte schnell dieses Bild die Runde – zusammen mit dem hämischen Hinweis, dabei handele es sich um das wirkliche Original.

  • Die aktuellen Top-Themen
Ethik-Diskussion: Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Bei einer Tagung des Chaos Computer Club haben Hacker versucht, für sich eine neue Ethik zu formulieren. Doch die Szene streitet, was Hacker dürfen sollen.

Expo 2012: Viel High Tech, wenig Gäste

Viel High Tech, wenig Gäste

Mit einer Expo zur nachhaltigen Nutzung der Meere will Südkorea Gäste aus aller Welt ins Land locken. Allein im deutschen Pavillon stecken 15 Millionen Euro. Doch die ersten Besucherzahlen waren enttäuschend.

Dragon besucht ISS: Das Andock-Manöver in Bildern

Das Andock-Manöver in Bildern

Erstmals dockt an der Raumstation ISS etwa 350 Kilometer über der Erdoberfläche ein privat finanzierter Raumtransporter an. Die beeindruckenden Bilder zu einem Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

  • Video

Auto-Visionen Viel Power für wenig Euro - Mazda 3 MPS

Über das Design des sportlichen Japaners kann man streiten - über das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Für weniger als 30.000 Euro bietet Mazda satte 260 Pferdestärken. Was sonst noch im MPS steckt, klärt unser Fahrtest.