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Was das Netz bewegt: E-Brief bringt das Web zum Lachen

Fast fühlt man sich an alte Zeiten erinnert, als die Deutsche Post noch für den Betrieb des Telefonnetzes verantwortlich war: Mit dem E-Brief macht sich der ehemalige Staatskonzern zum Gespött des Webs. Außerdem in der Netzumschau: Eine tausende Jahre alte Erfindung schlägt das iPad, Microsoft entdeckt die 80er neu und jede Menge Piratenromantik.

Darüber lacht das Netz: Die Post bekommt Gegenwind beim E-Brief. Quelle: ap
Darüber lacht das Netz: Die Post bekommt Gegenwind beim E-Brief. Quelle: ap

DÜSSELDORF. In den 80ern war das Feindbild der deutschen Internet-Enthusiasten noch klar umrissen: Das Böse war groß, gelb und mächtig. Denn der Telefonnetzbetreiber Deutsche Post untersagte es damals Tüftlern mit Akkustikkopplern, auf Entdeckungsreise in die Computernetzwerke zu gehen. Auch wenn die Deutsche Telekom später mit Robert-T-Online so tat, als habe sie das Internet erfunden: Surfen war seinerzeit nicht hip, sondern kriminell. Über kein zweites Unternehmen ergoss sich aus den Reihen der Internet-Pioniere dementsprechend viel Spott und Häme wie über den damaligen Staatskonzern.

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Seit Mittwoch scheint die gute alte Zeit zurück: Quer durch das deutschsprachige Netz ergießt sich Hohn und Spott über die Post. Denn der lange angekündigte E-Brief spart keinen Cent, im Gegenteil: Mindestens 55 Cent kostet die elektronische Nachricht, die Spam ein Ende bereiten und dokumentenecht sein soll – plus 10 Cent pro gedruckter Seite. Hat der Empfänger nämlich kein digitales Postfach eingerichtet, wird der E-Brief wieder klassisch auf Papier ausgeliefert und kostet dann sogar mehr als ein klassischer Brief. Damit ist die Post stolze 40 Cent teurer als die Konkurrenz.

„Wenn man sich ein paar Web-Neuheiten anschaut, kommt man sich vor wie in einem Sience Fiction Film“, schreibt Generation Bildung. „Also nicht die Sorte mit Raumschiffen, sondern die realistischere Variante – sowas wie Demolition Man, wo der Schauspieler Arnold Schwarzenegger als Realperson US-Präsident ist. Etwas, das ziemlich absurd ist, aber dennoch passieren könnte“, fasst das Blog den Eindruck vom E-Brief zusammen.

Twitter-User teleschau bemerkt lakonisch: „Die Post proudly presents: Der E-Brief ... kostet nur schlappe 55 Cent pro Stück ... die E-Mail zittert“. Etwas ernsthafter weist das Blog daten-speicherung.de auf die zahlreichen Nachteile aller De-Mail-Angebote aus Datenschutz-Sicht hin. Demnach sind beispielsweise die hinterlegten persönlichen Daten des Nutzers für eine Vielzahl von Sicherheitsbehörden und Geheimdienste ohne richterliche Anordnung anforderbar. Zudem muss die Zugangskennung zum elektronischen Postfach auf Aufforderung von Strafverfolgungsbehörden herausgerückt werden. Das steht im krassen Gegensatz zu den Aussagen von Post-Chef Frank Appel, der vor allem damit wirbt, dass der E-Brief das Briefgeheimnis ins Internet bringe.

  • 13.12.2010, 13:49 UhrThomas Göb

    Dinge die ganz toll sind und die nun wirklich niemand braucht verschwinden gerne mal wieder in der Versenkung - ausser wenn sie hip sind! Die Post ist aber nicht hip, war sie noch nie...

  • 30.11.2010, 15:58 UhrNilsElbrie

    Ja, der E-brief funktioniert auch so.
    (siehe Link!)

    http://www.lookeen.net/de/352/allgemein/deutsch-e-postbrief-lookeen-stellt-sich-der-herausforderung/

  • 24.07.2010, 19:14 UhrOvis

    Abgesehen davon, dass die komplizierte Anmeldung eine Lachnummer ist, dass die Post damit ja einen Freibrief zur beihilfe für Spam erhält, dass der Preis eine absolute Frechheit ist. Das schlimmste kommt noch und keiner redet bisher darüber: man MUSS sich das sichern, denn alsbald es einigermaßen eingeführt ist, wird die Post das als Vorwand verwenden die klassische Zustellung noch b E S C H i S S E N E R werden zu lassen. Da kann Sie nämlich laufende Kosten sparen.
    Lösung = minderes Übel: Anmelden, bei allen anderen DE-Mail-Anbietern ebenfalls anmelden, damit die gelben Lumpen keinen Vorsprung bekommen. Sobald es läuft, die Freigabe an Postkunden für Werbung widerrufen (steht im Gesetz, dass das erlaubt sein muss, stärker als AGbs). Danach selektiv nutzen und jeden Millimeter an Preiswürdigkeit, Service und Qualität verteidigen. Nichts wäre schlimmer als hier wieder einem Monopol oder auch Oligopol stattzugeben!

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