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Die Mythen um den 3D-Druck

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Es ist noch viel Forschung nötig

Bond-Auto

Im 007-Streifen „Skyfall“ fährt James Bond einen Aston Martin DB5. Nur wenige wissen, dass das Chassis des Modells aus einem 3D-Drucker stammt. Das deutsche Unternehmen Voxeljet mit Sitz in Friedberg arbeitet seit einiger Zeit mit dem britischen Filmrequisiten-Unternehmen Propshop Modelmakers zusammen. Dabei kommt die 3D-Drucktechnologie immer öfter zum Einsatz.

Bild: dapd

3. Mythos: Wir können beliebige Produkte drucken

„Tee. Earl Grey. Heiß.“ Fans der TV- und Kinoserie „Star Trek“ kennen die Szene: Captain Picard bestellt, der Replikator liefert. Welche Technologie hinter diesem futuristischen Gerät auf dem „Raumschiff Enterprise“ steckt, ist nicht klar, ein 3D-Drucker kann es aber kaum sein.

Denn es ist ein Mythos, dass die Geräte beliebige Gegenstände zaubern können. Zum einen ist die Auswahl an Werkstoffen noch sehr begrenzt. Auch wenn die industriellen Maschinen bereits Metall, Gummi, Keramik und Plastik verarbeiten können, bietet die herkömmliche Produktion viel mehr Möglichkeiten. „Die Entwicklungszeiten neuer Materialien sind enorm, da vergehen oft Jahre“, sagt Ben Jastram, der an der Technischen Universität Berlin das 3D-Labor leitet. Zum anderen können die Drucker bislang nur ein Material verarbeiten. Aber wie viele Alltagsgegenstände bestehen nur aus Plastik oder nur aus Metall?

„3D-Druck ist eine junge Technologie – es gibt noch Themen, die bearbeitet werden müssen“, sagt der Fertigungsexperte Prof. Gerd Witt von der Universität Duisburg-Essen. Produktionstechniken wie Schmieden, Drehen und Fräsen konnte die Menschheit über Jahrhunderte erproben und verfeinern – der 3D-Druck ist erst 30 Jahre alt.

4. Mythos: Jeder kann ein Fabrikant werden

Enthusiasten wie der Forscher Neil Gershenfeld hoffen, dass die 3D-Drucktechnik „die Machtverhältnisse in der industriellen Fertigung“ neu definiert und jeder Mensch zum Kleinfabrikanten werden kann. Was der Leiter des Center for Bits and Atoms am Massachusetts Institute of Technology (MIT) dabei übersieht: Die Technologie ist für Laien zu komplex.

„Wenn man einen Brief schreibt, klickt man nicht einfach auf 'Drucken'. Man muss erst tippen und auf Fehler prüfen. Beim 3D-Druck ist es das Gleiche, nur eine Million Mal schwieriger“, meint Nick Allen, Gründer der Firma 3D Print UK, in einem Beitrag für das Blog Gizmodo. Wer selbst dreidimensionale Modelle erstellen wolle, müsse beispielsweise den Umgang mit einem CAD-Programm erlernen – CAD steht für „computer aided design“. Wer hingegen Modelle von Plattformen wie Thingiverse herunterlade, müsse damit rechnen, dass sie voller Fehler seien.

Auch wenn die Software dem Nutzer immer mehr Aufgaben abnimmt: Ohne Wissen und Erfahrung geht es nicht.

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