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Web-Suchmaschinen: Neue Konkurrenz für Google

Wer im Web sucht, der „googelt“ - nichts könnte das Quasi-Monopol von Google besser zum Ausdruck bringen. Jüngst gibt es allerdings einige Projekte, die in speziellen Situationen die bessere Alternativen darstellen.

  • Suchen mit der Ente – und ohne Datenspuren

    Der heißeste Herausforderer für Google heißt derzeit Duck Duck Go. Dem Blog Searchengineland.com zufolge ist das Wachstum der alternativen Suchmachine immer noch ungebrochen. Die Marktforscher von Comscore bescheinigten Duck Duck Go im Dezember 2011 bereits 18,2 Milliarden Suchanfragen alleine in den USA. Auch Venture Capital zog das an - unter anderem der Twitter-Investor Union Square Ventures beteiligte sich an dem Projekt.

    Das Design erinnert an die Ursprünge von Google. Es ist mit einem Wort: schlicht. Neben dem Enten-Logo findet der Nutzer nur eine Eingabemaste für seine Suchanfragen. Vor allem mit strengem Datenschutz will sich Duck Duck Go von Google abgrenzen: „Duck Duck Go sammelt oder teilt standardmäßig keine persönlichen Informationen. Das ist kurz gesagt unsere Datenschutzrichtlinie“, heißt es auf der Website.

    Aber Duck Duck Go hat auch interessante Funktionen zu bieten. So werden von der Suchmaschine als vertrauenswürdig eingestufte Quellen wie die Wikipedia gesondert behandelt. Wird ein Suchbegriff exakt bei der Suchmaschine gefunden, zeigt Duck Duck Go über allen Ergebnissen eine Zusammenfassung des Wikipedia-Artikels an. Rechts in der Seitenleiste werden bei vielen Suchbegriffen weitere Vorschläge gemacht, um die Suche weiter einzugrenzen. Sogenannte „!Bangs“ ermöglichen direkt über Duck Duck Go die interne Suchmaschine verschiedener Websites zu durchsuchen. Ein vorangestelltes „!youtube“ durch beispielsweise nur die Videos von Youtube. Schwierigkeiten hat Duck Duck Go noch bei komplexen Suchthermen. Auch für speziell deutschsprachige Suchen ist Google besser.

    Suchen mit der Ente – und ohne DatenspurenDer heißeste Herausforderer für Google heißt derzeit Duck Duck Go. Dem Blog Searchengineland.com zufolge ist das Wachstum der alternativen Suchmachine immer noch ungebrochen. Die Marktforscher von Comscore bescheinigten Duck Duck Go im Dezember 2011 bereits 18,2 Milliarden Suchanfragen alleine in den USA. Auch Venture Capital zog das an - unter anderem der Twitter-Investor Union Square Ventures beteiligte sich an dem Projekt. Das Design erinnert an die Ursprünge von Google. Es ist mit einem Wort: schlicht. Neben dem Enten-Logo findet der Nutzer nur eine Eingabemaste für seine Suchanfragen. Vor allem mit strengem Datenschutz will sich Duck Duck Go von Google abgrenzen: „Duck Duck Go sammelt oder teilt standardmäßig keine persönlichen Informationen. Das ist kurz gesagt unsere Datenschutzrichtlinie“, heißt es auf der Website. Aber Duck Duck Go hat auch interessante Funktionen zu bieten. So werden von der Suchmaschine als vertrauenswürdig eingestufte Quellen wie die Wikipedia gesondert behandelt. Wird ein Suchbegriff exakt bei der Suchmaschine gefunden, zeigt Duck Duck Go über allen Ergebnissen eine Zusammenfassung des Wikipedia-Artikels an. Rechts in der Seitenleiste werden bei vielen Suchbegriffen weitere Vorschläge gemacht, um die Suche weiter einzugrenzen. Sogenannte „ !Bangs“ ermöglichen direkt über Duck Duck Go die interne Suchmaschine verschiedener Websites zu durchsuchen. Ein vorangestelltes „!youtube“ durch beispielsweise nur die Videos von Youtube. Schwierigkeiten hat Duck Duck Go noch bei komplexen Suchthermen. Auch für speziell deutschsprachige Suchen ist Google besser.
  • Bing – die etablierte Konkurrenz

    Die derzeit stärkste Konkurrenz für Googles Websuche ist Microsofts Suchmaschine Bing. In Europa immer noch weitgehend unbeachtet, konnte sie sich immerhin Heimatmarkt USA klar als zweite Kraft hinter Google etablieren. Besonders bei der Geschwindigkeit ist Bing die einzige Websuchmaschine, die mit dem blitzschnellen Google mithalten kann. Bei der Bildersuche ließ sich Google sogar von der schönen Optik der Microsoft-Suche beeinflussen. Laut Golem.de ist Bing bei der Bildersuche sogar Google voraus. Google könne dagegen mit komplexen Suchanfragen besser umgehen.

    Bing – die etablierte KonkurrenzDie derzeit stärkste Konkurrenz für Googles Websuche ist Microsofts Suchmaschine Bing. In Europa immer noch weitgehend unbeachtet, konnte sie sich immerhin Heimatmarkt USA klar als zweite Kraft hinter Google etablieren. Besonders bei der Geschwindigkeit ist Bing die einzige Websuchmaschine, die mit dem blitzschnellen Google mithalten kann. Bei der Bildersuche ließ sich Google sogar von der schönen Optik der Microsoft-Suche beeinflussen. Laut Golem.de ist Bing bei der Bildersuche sogar Google voraus. Google könne dagegen mit komplexen Suchanfragen besser umgehen.
  • Volunia – suchen mit Fremden

    Einen innovativen Ansatz, Google herauszufordern, verfolgt der italienische Informatik-Professor Massimo Marchiori. Volunia ist nicht nur eine Web-Suchmaschine, sondern gleichzeitig ein soziales Netzwerk. Nutzer der Websuche können sich somit direkt mit anderen Nutzern austauschen, die gerade dieselbe Website besuchen – und sich so gegenseitig mit weiterführenden Links behilflich sein. Damit will Marchiori seinen eigenen Worten zufolge die soziale Dimension des Internets zum Vorschein bringen. Noch ist die Suchmaschine nur Beta-Testern zugänglich.

    Marchiori ist nicht irgendwer: In den 1990er Jahren entwickelte er die Suchmaschine Hyper Search, deren Algorithmus er nicht patentierte, sondern in Forschungsarbeiten offenlegte. Basierend darauf haben die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin den heutigen Weltmarktführer aufgebaut.

    Volunia – suchen mit FremdenEinen innovativen Ansatz, Google herauszufordern, verfolgt der italienische Informatik-Professor Massimo Marchiori. Volunia ist nicht nur eine Web-Suchmaschine, sondern gleichzeitig ein soziales Netzwerk. Nutzer der Websuche können sich somit direkt mit anderen Nutzern austauschen, die gerade dieselbe Website besuchen – und sich so gegenseitig mit weiterführenden Links behilflich sein. Damit will Marchiori seinen eigenen Worten zufolge die soziale Dimension des Internets zum Vorschein bringen. Noch ist die Suchmaschine nur Beta-Testern zugänglich. Marchiori ist nicht irgendwer: In den 1990er Jahren entwickelte er die Suchmaschine Hyper Search, deren Algorithmus er nicht patentierte, sondern in Forschungsarbeiten offenlegte. Basierend darauf haben die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin den heutigen Weltmarktführer aufgebaut.
  • Blekko – Filterspezialist ohne Spam

    Blekko grenzt sich durch eine starke Einbeziehung der Nutzer in die Suchergebnisse von Konkurrenten ab. Ein Weg, den Google mit dem Plus-Button inzwischen ebenfalls eingeschlagen hat. Blekko ist bei der Zuhilfenahme der Nutzer für die Suchergebnisse allerdings deutlich konsequenter: Nutzer können die Ergebnisse der Suchmaschine kategorisieren, kommentieren und individuelle Filter erstellen. Eine Besonderheit von Blekko sind die sogenannten Slashtags. Damit lassen sich Suchergebnisse auf einen bestimmten Themenbereich einschränken. Die Suchanfrage „New York /travel“ findet beispielsweise nur Links zu Reisen nach New York – und lässt alle anderen Websites, die sich ebenfalls mit der Stadt beschäftigten, außen vor.

    Blekko hat mit einigen medienwirksamen Aktionen Suchmaschinen-Spammern den Kampf angesagt: Noch vor Googles Panda-Update flogen sogenannte Content-Farmen aus Blekkos Suchindex raus. Dabei handelt es sich billig produzierte Inhalte, die wie am Fließband meist von freien Mitarbeitern speziell für bestimmte häufig verwendete Suchbegriffe erstellt werden. Blekko wirbt daher auch schon im Titel mit dem Slogan „Spam free Search“. Klare Schwäche von Blekko ist der Fokus auf englischsprachige Websites und der im Vergleich zu Google sehr geringe Index an erfassten Seiten.

    Blekko – Filterspezialist ohne SpamBlekko grenzt sich durch eine starke Einbeziehung der Nutzer in die Suchergebnisse von Konkurrenten ab. Ein Weg, den Google mit dem Plus-Button inzwischen ebenfalls eingeschlagen hat. Blekko ist bei der Zuhilfenahme der Nutzer für die Suchergebnisse allerdings deutlich konsequenter: Nutzer können die Ergebnisse der Suchmaschine kategorisieren, kommentieren und individuelle Filter erstellen. Eine Besonderheit von Blekko sind die sogenannten Slashtags. Damit lassen sich Suchergebnisse auf einen bestimmten Themenbereich einschränken. Die Suchanfrage „New York /travel“ findet beispielsweise nur Links zu Reisen nach New York – und lässt alle anderen Websites, die sich ebenfalls mit der Stadt beschäftigten, außen vor. Blekko hat mit einigen medienwirksamen Aktionen Suchmaschinen-Spammern den Kampf angesagt: Noch vor Googles Panda-Update flogen sogenannte Content-Farmen aus Blekkos Suchindex raus. Dabei handelt es sich billig produzierte Inhalte, die wie am Fließband meist von freien Mitarbeitern speziell für bestimmte häufig verwendete Suchbegriffe erstellt werden. Blekko wirbt daher auch schon im Titel mit dem Slogan „Spam free Search“. Klare Schwäche von Blekko ist der Fokus auf englischsprachige Websites und der im Vergleich zu Google sehr geringe Index an erfassten Seiten.
  • Metasuchmaschinen

    Neben einzelnen Anbietern können Nutzer auch Metasuchmaschinen nutzen. Sie fragen die Datenbanken von gleich mehreren Suchmaschinen ab und fassen die Ergebnisse zusammen. Das macht die Suche deutlich behäbiger als das direkte Suchen bei Google und Co. Zwei bekannte Meta-Suchmaschinen aus dem deutschsprachigen Bereich sind Metager und Metager2. Bei Test-Suchanfragern von Handelsblatt Online konnten aber beide nicht überzeugen. Eine ausführliche Übersicht über Suchmaschinen und Metasuchmaschinen für bestimmte Bereiche bietet die Website http://www.klug-suchen.de/.

    MetasuchmaschinenNeben einzelnen Anbietern können Nutzer auch Metasuchmaschinen nutzen. Sie fragen die Datenbanken von gleich mehreren Suchmaschinen ab und fassen die Ergebnisse zusammen. Das macht die Suche deutlich behäbiger als das direkte Suchen bei Google und Co. Zwei bekannte Meta-Suchmaschinen aus dem deutschsprachigen Bereich sind Metager und Metager2. Bei Test-Suchanfragern von Handelsblatt Online konnten aber beide nicht überzeugen. Eine ausführliche Übersicht über Suchmaschinen und Metasuchmaschinen für bestimmte Bereiche bietet die Website http://www.klug-suchen.de/.
  • Wolfram Alpha - Informationsgenie

    Als „Wissensmaschine“ bezeichnet sich Wolfram Alpha. Die Suchmaschine ist kein direkter Konkurrent zu Google, sondern für einen speziellen Zweck gedacht. Es geht um das Aufbereiten und Darstellen von Daten und Informationen vor allem aus den Bereichen Wissenschaft und Technik. Dabei kann Wolfram Alpha nicht nur vorhandene Informationen finden, sondern auch neue Informationen berechnen. Dabei nutzt Wolfram Alpha in Ansätzen semantische Suchtechnologien (siehe nächstes Bild). Umlaufbahnen von Planeten spuckt Wolfram Alpha auf Wunsch ebenso aus wie das Ergebnis von Differenzialgleichungen. Auch Apples iPhone-Sprachsteuerung Siri greift bei einigen Fragen des Nutzers auf die Daten von Wolfram Alpha zurück. Damit Wolfram Alpha eine Suchanfrage versteht, muss sie allerdings recht strengen Regeln folgen.

    Wolfram Alpha - InformationsgenieAls „Wissensmaschine“ bezeichnet sich Wolfram Alpha. Die Suchmaschine ist kein direkter Konkurrent zu Google, sondern für einen speziellen Zweck gedacht. Es geht um das Aufbereiten und Darstellen von Daten und Informationen vor allem aus den Bereichen Wissenschaft und Technik. Dabei kann Wolfram Alpha nicht nur vorhandene Informationen finden, sondern auch neue Informationen berechnen. Dabei nutzt Wolfram Alpha in Ansätzen semantische Suchtechnologien (siehe nächstes Bild). Umlaufbahnen von Planeten spuckt Wolfram Alpha auf Wunsch ebenso aus wie das Ergebnis von Differenzialgleichungen. Auch Apples iPhone-Sprachsteuerung Siri greift bei einigen Fragen des Nutzers auf die Daten von Wolfram Alpha zurück. Damit Wolfram Alpha eine Suchanfrage versteht, muss sie allerdings recht strengen Regeln folgen.
  • Die Zukunft: Semantische Suchmaschinen?

    Was alle großen Web-Suchmaschinen heute noch nicht erfassen, ist der Sinn eines Textes, der indiziert wird. Scannt eine Suchmaschine beispielsweise den Satz: „Die USA importieren viele Seltene Erden aus China“, ist weder Google, noch Bing oder Duck Duck Go klar, dass dies automatisch bedeutet, dass China viele Seltene Erden in die USA exportieren. Daher würde ein Nutzer den Text mit der Suchanfrage „Was exportiert China in die USA?“ nicht finden.

    Auch in verschiedene Bedeutungsdimensionen der menschlichen Sprache dringen heutige Websuchmaschinen noch nicht vor. So kann auch das Wort „studieren“ je nach Zusammenhang ganz verschiedene Bedeutungen haben. Ein Fahrplan kann ebenso studiert werden wie ein Studienfach – in beiden Fällen hat das Wort eine gänzlich andere Bedeutung. Dass Google-Nutzer im Web dennoch so häufig fündig werden, liegt vor allem an der schieren Fülle der Webinhalte.

    Zahlreiche Firmen forschen daher derzeit an semantischen Suchmaschinen. Eines der bekanntesten Projekte ist der IBM-Computer „Watson“ (Foto). Noch benötigt IBMs Alogorithmus einen Großrechner, um semantische Suchanfragen zu bearbeiten. Doch nicht all zu ferner Zukunft wird die Technologie auch für den Massenmarkt einsatzbereit sein - vorausgesetzt die Geschwindigkeitszuwächse der Mikroprozessoren setzen sich in gleichem Tempo fort.

    Die Zukunft: Semantische Suchmaschinen?Was alle großen Web-Suchmaschinen heute noch nicht erfassen, ist der Sinn eines Textes, der indiziert wird. Scannt eine Suchmaschine beispielsweise den Satz: „Die USA importieren viele Seltene Erden aus China“, ist weder Google, noch Bing oder Duck Duck Go klar, dass dies automatisch bedeutet, dass China viele Seltene Erden in die USA exportieren. Daher würde ein Nutzer den Text mit der Suchanfrage „Was exportiert China in die USA?“ nicht finden. Auch in verschiedene Bedeutungsdimensionen der menschlichen Sprache dringen heutige Websuchmaschinen noch nicht vor. So kann auch das Wort „studieren“ je nach Zusammenhang ganz verschiedene Bedeutungen haben. Ein Fahrplan kann ebenso studiert werden wie ein Studienfach – in beiden Fällen hat das Wort eine gänzlich andere Bedeutung. Dass Google-Nutzer im Web dennoch so häufig fündig werden, liegt vor allem an der schieren Fülle der Webinhalte. Zahlreiche Firmen forschen daher derzeit an semantischen Suchmaschinen. Eines der bekanntesten Projekte ist der IBM-Computer „Watson“ (Foto). Noch benötigt IBMs Alogorithmus einen Großrechner, um semantische Suchanfragen zu bearbeiten. Doch nicht all zu ferner Zukunft wird die Technologie auch für den Massenmarkt einsatzbereit sein - vorausgesetzt die Geschwindigkeitszuwächse der Mikroprozessoren setzen sich in gleichem Tempo fort. Quelle: dapd