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Zukunft von gestern: Fast vergessene Gadgets

Vor 30 Jahren begann die Massenfertigung von Musik-CDs. Damals der letzte Schrei, heute eine Auslaufmodell. Auch Discman, Flip-Kamera und Pager waren einst innovativ. Rückblick auf die Zukunft von gestern.

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Gleichwohl dauerte es eine Weile, bis der technische Quantensprung voll auf den Markt durchschlug. Die Massenfertigtung der neuen Tonträger begann zwar am 17. August 1982 bei der deutschen Philips-Tochter Polygram, in den Verkauf aber kamen sie nach Angaben des Unternehmens erst im November in Japan. In Europa und den USA dauerte es etwas länger. Verbraucher mussten zunächst auch in einen CD-Spieler investieren. Ein solcher "futuristisch anmutender Apparat", wie ihn das Magazin "Spiegel" 1983 beschrieb, kostete damals die stolze Summe von 2000 Mark.

Ein weiteres Problem der Anfangszeit war, dass erst nach und nach überhaupt digital aufgenommene Musik-Alben erschienen, mit denen die Qualitätsvorteile der CD ausgespielt werden konnten. Bis Mitte der 80er Jahre aber hatte sich neue Format etabliert, der Absatz explodierte. In Deutschland erhöhte sich der CD-Verkauf nach den Statistiken der Tonträgerbranche von 6,6 Millionen im Jahr 1985 auf 152,8 Millionen 1993. Der Plattenverkauf brach im selben Zeitraum von 74 Millionen auf 1,6 Millionen ein.

In ähnlichen Dimensionen wie damals wie bewegen sich die CD-Verkaufszahlen auch heute noch. Denn trotz wachsender Konkurrenz durch digitale MP3-Player und Musikdownloads aus dem Internet ist die Silberscheibe noch immer die wichtigste Säule des deutschen Musikmarkts: Fast Dreiviertel ihres Umsatzes (73,8 Prozent) generierte die Branche nach Angaben des Bundesverbands Musikindustrie 2011 mit CDs.

Zu sehen ist eine Stereoanlage von Sony aus den späten 1990er Jahren mit Verstärker, CD-Spieler und Kassettendeck (von unten).

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Bild: Norbert Schnitzler