
HamburgGoogle möchte allgegenwärtig sein. Es mag zunächst seltsam klingen, aber um das zu erreichen, will Googles Verwaltungsratschef Eric Schmidt den Menschen die Computer wegnehmen. Er will die Computer verstecken.
Was er den Menschen dafür geben will, ist eine neue Form der Realität. Eine, in der die analoge Umgebung selbstverständlich mit digitalen Informationen angereichert ist. Was heute noch augmented reality heißt, soll der Normalfall werden. Was heute der Normalfall ist, wird dann vielleicht „reduced reality“ genannt werden – reduzierte Realität.
„Irgendwann wird die Technik einfach verschwinden“, sagte Schmidt vor kurzem bei einer Google-Konferenz in Arizona. „Ich meine damit nicht, dass sie weg ist. Technik wird einfach alles durchtränken.“ Das Internet werde alles sein und nichts. „Es wird wie Elektrizität sein, die wir heute ja auch schon als selbstverständlich ansehen.“ Das sei Googles ultimatives Ziel.
So ähnlich schrieb es zuletzt auch die New York Times – und berief sich dabei wiederum auf die Ideen von Google-Ingenieuren: „Computer werden nicht länger Geräte sein, die wir anschalten. Sie werden so in unsere Alltagsumgebung integriert sein, dass wir sie benutzen können, ohne einen Finger zu rühren.“
Dieses Unsichtbar-werden der Technik wird Auswirkungen haben, die weit über die Bedienung der Hardware hinausgehen, und weit über Geschäftsmodelle von Suchmaschinenbetreibern, die allgegenwärtig sein wollen. Denn je unauffälliger der Computer als Schnittstelle zwischen analoger Welt und digitaler Information wird, desto mehr werden sich beide Ebenen überlagern. Und das wird letztlich den Begriff Realität verändern.
Google Glass zum Beispiel, das Smartphone in einem Brillengestell, ist ein Schritt in diese Richtung: Wenn es nicht mehr nötig ist, ein Smartphone in die Hand zu nehmen, weil die Sprachsteuerung ausreicht, wenn es nicht mehr nötig ist, sich den Bildschirm vor die Augen zu halten, weil er die ganze Zeit dort ist, dann tritt die Technik in den Hintergrund. Dann werden die digitalen Informationen, die Google Glass dem Träger liefert, zu einem selbstverständlicheren Teil der Umgebung.

Zitat: "Die analoge Welt ist nur die halbe Realität"?
Als ich das gelesen habe, konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Denn eigentlich ist es doch andersrum: Wer sich zu oft und zu lange in der digitalen Welt aufhält, DER verpasst sein leben.
Die zunehmende personalisierung/individuellisierung des Webs führt immer mehr zum gläsernen Menschen die immer mehr "Futter" für Google & Co. liefern.
Leider fehlt einem großen Teil der Menschen das Bewusstsein für den Wert Ihrer (persönlichen) Daten. Google, Facebook & Co. verdienen sich daran dumm und dämlich und auch die Werbewirtschaft freut es.
Ich persönlich hoffe, dass hier bald ein Umdenken einsetzt und die Menschen nicht blindlings ohne Nachzudenken jedem Trend der IT Branche nachlaufen.

Die Tamagochis von heute heißen eben iPhone, iPad, Galaxy, usw. Der Computer ist lediglich der Ersatz für den Fernseher geworden, womit der Schritt zu persönlicher Informationsbeschaffung gemacht wurde, wobei man bei der Qualität der Informationen leider Abstriche machen muss, da die Werbung/Manipulation sich potenziert hat.

Man könnte ebensogut die Gegenthese aufstellen: Immer mehr Menschen empfinden diese Spielereien zunehmend als Belastung und wenden sich von ihnen ab.
Man sollte ja auch nicht vergessen daß viele Dinge auch nur Behauptungen in Eigeninteresse sind. Jedes Medium ist mit Blick auf die Werbekunden natürlich erpicht darauf den Eindruck zu erwecken daß es von möglichst vielen aktiv genutzt wird. Wer die hier präsentierten Zahlen als Peer-Pressure ernstnimmt und sein eigenes Verhalten davon lenken läßt - dem ist halt auch nicht zu helfen.
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