Mobile Welt

_

Anwendungen: Apple erweitert die Realität auf dem iPhone

Der Computerhersteller Apple will sein iPhone für Anwendungen öffnen, in der die reale Welt mit virtuellen Informationen verschmilzt. In solchen "Augmented Reality"-Programmen wird das Kamerabild mit Wikipedia-Einträgen, Shopping-Infos oder Twitter-Nachrichten überlagert. Mobiles Surfen soll damit erheblich einfacher und intuitiver werden.

Das Programm „Augmented ID“ aus einer schwedischen Software-Schmiede soll bald sogar Gesichter erkennen. Quelle: Screenshot
Das Programm „Augmented ID“ aus einer schwedischen Software-Schmiede soll bald sogar Gesichter erkennen. Quelle: Screenshot

DÜSSELDORF. Mobiles Surfen dürfte vielen Handybesitzern bald ganze neuartige Möglichkeiten bieten: Wie die Los Angeles Times berichtet, will Apple mit dem kommenden Update seines Betriebssystems OS X mobile den Weg frei machen zur Entwicklung so genannter "Augmented-Reality"-Programme für das iPhone. Gemeint sind Anwendungen, die das Live-Bild der Handy-Kamera in Echtzeit mit grafisch aufgearbeiteten Informationen überlagern. Fernsehsender nutzen diese Technik, um beim Fußballspiel die Abseitslinie ins laufende Bild einzublenden. Vermutlich gegen Ende September soll die "Erweiterte Realität" aufs iPhone kommen. Apple wollte die Meldung auf Nachfrage von Handelsblatt.com nicht kommentieren. Klar ist aber: Mit dem Start der neuen Programme dürfen die Benutzer sich auf eine Fülle bahnbrechender Anwendungen freuen.

Anzeige

Mit "Wikitude" etwa, dem ersten kommerziellen AR-Programm für das Handy, wird der Kameramodus des Mobiltelefons zum Reiseführer. Die Software eines österreichischen Entwicklerteams blendet auf dem Bildschirm räumlich passgenau die Wikipedia-Informationen zu Gebäuden, Bergen oder anderen Objekten ein. Wenn sich der Bildausschnitt verändert, wandern die Erklärtexte mit. Ähnliches bietet das holländische Konkurrenz-Produkt "Layer".

Die Vorzüge sind augenfällig: Statt umständlich im Online-Lexikon nach einer Sehenswürdigkeit zu suchen, hält der Nutzer einfach sein Handy in die Höhe und bekommt eingeblendet, was er über seine Umgebung wissen muss. Ein Klick auf einen Link öffnet Hintergrundtexte, Fotos oder Videos. "Augmented Reality macht das mobile Surfen im Internet erheblich intuitiver und anschaulicher", sagt Michael Zöllner, Software-Entwickler am Fraunhofer Institut für grafische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt.

Die neuartigen Programme nutzen die moderne Hardware von Smartphones wie dem iPhone 3GS, um das Kamerabild exakt zu verorten: Der GPS-Empfänger verrät, wo das Telefon sich geografisch befindet. Der Kompass ermittelt die Himmelsrichtung. Bewegungssensoren finden schließlich heraus, ob die Kamera nach oben oder nach unten schaut. Komplizierte Algorithmen setzen diese Daten in Bezug zu umgebenden Objekten, deren Geodaten in einer Datenbank gespeichert sind. Kommt der Kölner Dom ins Blickfeld, registriert das die Software und blendet die passenden Wikipedia-Informationen ein.

Beim jüngsten Wimbledon-Turnier konnten sich Besitzer eines Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android bereits die AR-Software "IBM Seer" herunterladen. Das Wikitude-basierte Programm blendete die Lage aller Courts, Cateringstände und Toiletten auf dem Mobiltelefon ein. Angezeigt wurden auch aktuelle Meldungen, Wartezeiten, Tipps und Ankündigungen, die mobile Scouts während des gesamten Turniers verfassten. "Auf diese Weise konnten sich die Besucher spielerisch durch das Gelände navigieren", sagt Andreas Hauser von der österreichischen Firma Mobilizy, die hinter "Wikitude" steht.

  • Die aktuellen Top-Themen
DNA-Analyse: 45.000 Jahre altes Erbgut entschlüsselt

45.000 Jahre altes Erbgut entschlüsselt

Forscher haben die DNA eines 45.000 Jahre alten Skeletts entschlüsselt. Die Analyse erlaubt Rückschlüsse auf das Zusammentreffen von Neandertaler und Homo Sapiens. Ihre Kreuzung lässt sich nun genauer datieren.

Fire TV im Test: Amazons Fernseh-Box hört aufs Wort

Amazons Fernseh-Box hört aufs Wort

Auch wenn der Mund halb voll Popcorn ist: Die Streaming-Box Fire TV versteht Sie. Mit Sprachkommandos wählen Nutzer Filme und Serien. Die Auswahl an Inhalten ist riesig – ohne Amazon geht allerdings wenig.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer