
HB SEATTLE. Die Preise für das neue E-Book-Lesegerät beginnen bei 139 Dollar (107 Euro) statt wie bisher bei 189 Dollar. Dafür bekommt der Kunde ein Gerät mit WLAN-Verbindung, um Bücher herunterzuladen. Für den bisherigen Preis gibt es wie gehabt eine Mobilfunk-Anbindung oben drauf.
Amazon-Chef Jeff Bezos hofft, mit dem neuen Einstiegspreis ganz neue Käuferschichten zu erschließen. "Die Leute werden sie für ihre Kinder kaufen", sagte er dem "Wall Street Journal" (Donnerstagausgabe). "Die Leute werden sich keine Kindles mehr teilen." Am Donnerstag nimmt Amazon die ersten Vorbestellungen entgegen, die Auslieferung beginnt dann am 27. August.
Amazon hatte seinen Kindle bereits vor einigen Wochen im Preis runtersetzen müssen. Das drückte im zweiten Quartal kräftig auf den Gewinn. Grund für die Reduzierung war die starke Konkurrenz durch Apples Tablet-Computer iPad und das Lesegerät nook der US-Buchhandelskette Barnes & Noble. Den kleinsten nook gibt es für 149 Dollar. Amazons Konkurrenzmodell soll zeitgleich in 140 Ländern an den Start gehen.
Der von Apple ausgelöste Preiskampf bei digitalen Lesegeräten sorgte dafür, dass Amazon im vergangenen Quartal mit dem Kindle nicht mehr ganz so viele Dollar einstreichen konnte wie in früheren Zeiten. "Wegen des iPads hat Amazon den Preis für seinen Kindle runtergeschraubt, was sich nun auf Gewinn und Rendite auswirkt", sagte Analyst Frederick Moran von Benchmark Co. Beflügelt von der Begeisterung über das Lesegerät war der Amazon-Gewinn in den beiden vorangegangenen Quartalen explodiert. Angesichts der Konkurrenz des iPad und des preiswerteren Nook von Barnes & Noble geriet Amazon zuletzt unter Druck und senkte den Preis für das Kindle-Einstiegsmodell Ende Juni auf 189 Dollar.
Amazon veröffentlicht für sein elektronisches Lesegerät zwar keine Verkaufszahlen. Nach der Preissenkung seien im zweiten Quartal aber deutlich mehr Kindles über den Ladentisch gegangen, teilte das Unternehmen mit. Die Wachstumsrate habe sich hier verdreifacht.