Mobile Welt

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Konsumelektronik-Messe CES: Die Gadget-Show der Flops

Größer, schneller, schicker: Bei der Elektronikmesse CES preisen die Unternehmen ihre Produkte in den höchsten Tönen an – doch viele der in Las Vegas vorgestellten Innovationen floppen. Liegt ein Fluch über der Messe?

3000 Aussteller präsentieren rund 20.000 neue Produkte auf der CES. Quelle: AFP
3000 Aussteller präsentieren rund 20.000 neue Produkte auf der CES. Quelle: AFP

Las VegasWer nach Las Vegas kommt, hofft auf den großen Gewinn. Das gilt nicht nur für die Spieler, die ihre Dollar in die Casinos der Glitzerstadt tragen: Auch die Elektronikkonzerne und Startups, die sich ab dem heutigen Montag auf der Leitmesse Consumer Electronics Show (CES) präsentieren, wollen den Jackpot knacken. Das heißt: Maximale Aufmerksamkeit der Fachbesucher und Journalisten aus aller Welt – und später maximaler Umsatz mit den neuen Gadgets und Geräten.

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Allerdings geht es den Unternehmen wie den allermeisten Spielern: Sie holen nicht den Hauptgewinn. Denn viele Produkte, die in den vergangenen Jahren auf der Elektronikmesse mit großem Tamtam angekündigt wurden, verschwanden wieder leise, kassenklingelnde Erfolge waren in den vergangenen Jahren selten. Und daran wird sich auch 2013 vermutlich wenig ändern. Manch einer spricht gar von einem Fluch.

Die wichtigsten Fakten zur CES

  • Premiere in New York

    Die erste Ausgabe der Consumer Electronics Show (CES) fand 1967 in New York statt. Erst seit 1978 ist sie in der Glitzerstadt Las Vegas im US-Staat Nevada zu Hause. Außerdem gab es zeitweise eine zweite CES im Sommer, unter anderem in Chicago.

  • Aufstieg zur Nummer 1

    Als wichtigste IT-Messe der USA galt lange die Comdex (Computer Dealers‘ Exhibition), zu der sich die Fachwelt ebenfalls in Las Vegas traf. Nachdem mehrere große Unternehmen wegen hoher Kosten nicht mehr teilnehmen wollten, gaben die Veranstalter 2003 jedoch auf – seitdem ist die CES die bedeutendste Veranstaltung der amerikanischen IT-Branche.

  • 150.000 Besucher

    Einige Zahlen zeigen die Dimension der Messe: Der Veranstalter CEA erwartet mehr als 1550 Aussteller und rund 150.000 Fachbesucher aus aller Welt in der Wüstenstadt.

  • Tops und Flops

    Immer wieder wurden in Las Vegas Geräte vorgestellt, die später den digitalen Alltag prägten – vom Videorekorder über CD und Camcorder bis zum hochauflösenden Fernsehen. Allerdings verschwinden viele groß angekündigte Neuerungen auch bald wieder. Das 3-D-Fernsehen setzte sich bislang nicht durch, auch die Netbooks hielten sich nicht lange am Markt.

  • Mehr IFA als CeBIT

    Wenn man die CES mit den großen IT-Messen in Deutschland vergleicht, ähnelt sie eher der IFA als der CeBIT. Letztere versteht sich traditionell als Veranstaltung für Unternehmensanwendungen, auch wenn sie sich in den letzten Jahren verstärkt den Verbrauchern zuwendet. Bei der IFA stehen dagegen ebenfalls digitale Produkte für Privatanwender im Mittelpunkt.

Das war nicht immer so. Einige CES-Debütanten haben den Alltag umgekrempelt. Früher etwa der Videorekorder und die ersten Heimcomputer, unter ihnen der C64. Auch CD, DVD und Blu-ray begannen auf der Leitmesse ihren Siegeszug, ebenso wie das hochauflösende Fernsehen oder die Xbox von Microsoft.

Allerdings ist die Bilanz der letzten Jahre bestenfalls durchwachsen. Das Smartphone Palm Pre etwa, bei der Messe 2009 als potenter iPhone-Konkurrent angepriesen, ist vom Markt verschwunden, ebenso der Hersteller Palm. Die leichten und leistungsfähigen Ultrabooks, im vergangenen Jahr von den PC-Herstellern beworben, haben bislang nur einen minimalen Marktanteil.

Die größten Handyhersteller

  • Markt im Wandel

    Der Handy-Markt ist im Umbruch: Smartphones verdrängen einfache Mobiltelefone, Samsung gelingt es am besten, sich auf diesen Trend einzustellen. Dagegen kommt kein anderer an – weder Nokia, die einstige Nummer 1, noch Apple mit seinem iPhone.

  • Samsung

    Samsung ist inzwischen mit deutlichem Abstand die Nummer 1: Der südkoreanische Hersteller verkaufte im dritten Quartal 2012 knapp 98 Millionen Geräte, wie der Marktforscher Gartner berichtet. Das entspricht einem Marktanteil von 22,9 Prozent. Auch im lukrativen Smartphone-Markt ist der Konzern gut aufgestellt, er setzte 55 Millionen Geräte ab.

  • Nokia

    Der einstige Weltmarktführer Nokia lässt Federn. Im dritten Quartal 2012 verkaufte er nur noch 82 Millionen Handys (19,2 Prozent Marktanteil). Im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 105 Millionen Geräte. Darunter waren laut Gartner aber nur 7,2 Millionen Smartphones, die deutlich mehr abwerfen als die Günstig-Handys.

  • Apple

    Apple verkaufte im dritten Quartal 23,6 Millionen Smartphones, ein deutlicher Zuwachs von mehr als 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Handymarkt hält Apple 5,5 Prozent Marktanteil, im lukrativen Smartphone-Markt sogar 13,9 Prozent.

  • Research in Motion

    Der Blackberry-Hersteller Research in Motion steckt ebenso wie Nokia tief in der Krise. Die Kanadier setzten im dritten Quartal 2012 rund 9 Millionen ihrer E-Mail-Maschinen ab, rund ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil bei den Handys ist auf 2,1 Prozent geschrumpft, bei den Smartphones sind es immerhin noch 5,3 Prozent.

  • Sonstige

    Der Handymarkt ist schwer umkämpft, Traditionsunternehmen wie Aufsteiger buhlen um die Gunst der Käufer. Der chinesische Hersteller ZTE verkaufte im dritten Quartal 16,7 Millionen Geräte (3,9 Prozent Marktanteil), Huawei 12 Millionen Handys (2,8 Prozent). LG wurde 14 Millionen Geräte los (3,3 Prozent), die Google-Tochter Motorola 8,6 Millionen (2 Prozent), dicht gefolgt von HTC mit 8,4 Millionen.

Auch das 3D-Fernsehen führt nach wie vor ein Nischendasein. Und von den meisten Android-Tablets der vergangenen Jahre spricht auch kaum noch jemand.

  • 07.01.2013, 08:29 UhrB.Giertz

    Sein wir doch mal ehrlich:
    90% von dem was das präsentiert wird braucht eigentlich sowieso kein Mensch.

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