Handyspieler jagen Zombies

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Mehrere Hundert Menschen nehmen pro Veranstaltung teil. „Unsere Reality Games bieten eine spannende Handlung in einer inszenierten Realität“, sagt Geschäftsführer Michael Schiemann. In Unterhaltungsformaten, die Reales und Fiktives verbinden, sieht er einen wachsenden Markt: „In der Games-Branche gab es in den vergangenen Jahren nicht viel grundlegend Neues.“ Programme, die auch die Umgebung miteinbeziehen, erfüllten hingegen das steigende Bedürfnis der Spieler nach Interaktivität.

Für dieses multimediale Hin- und Herpendeln zwischen Wirklichem und Virtuellem hat sich der Begriff Alternate Reality Game (ARG) eingebürgert. Anbieter wie Life Action basteln an speziellen ARGs, die Unternehmen zur Mitarbeitermotivation oder für das Teambuilding nutzen können.

Auch für Werbezwecke taugt die moderne Schnitzeljagd. Die Berliner Firma VM People, ein Spezialist für virales Marketing, hat im März so eine neue Jugendbuchreihe des Hamburger Carlsen-Verlags potenziellen Lesern schmackhaft gemacht. Die Handlung der gruseligen ARG-Geschichte rund um einen Jungen mit paranormalen Fähigkeiten orientierte sich an dem Buch „Numbers“ von Rachel Ward. Die Spieler gingen drei Wochen lang Hinweisen auf Facebook, in Blogs und Foren nach, aber auch in der Hamburger Innenstadt, wo in Plakaten Internetlinks versteckt waren.

„Die gesamte Klaviatur des Web 2.0 eignet sich für diese Spiele hervorragend“, sagt Thomas Zorbach, Geschäftsführer von VM People. „Wir befinden uns damit in einer Nische und registrieren eine wachsende Nachfrage. Besonders Verlage, die Unterhaltungsindustrie und Mobilfunker entdecken ARGs für sich.“

VM People hat sogar ein Spiel für die Unternehmensberatung Roland Berger entwickelt – es ersetzt bei der Suche nach neuen Mitarbeitern das klassische Assessment-Center. Dabei geht es um Piraten – bei Roland Berger suche man schließlich „starke Persönlichkeiten“.

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