Mobile Welt

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Mobile Schnitzeljagd: Handyspieler jagen Zombies

Ob Schnitzeljagd mit GPS-Empfänger oder Zombiejagd auf offener Straße - für die neue Generation mobiler Games müssen die Nutzer ihre Wohnung verlassen und die Realität zum Spiel machen. Firmen sehen bereits Potenzial für virale Marketing-Events.

Mit "Zombie Shooter" wird das Smartphone zur Schußwaffe. Quelle: Pressebild
Mit "Zombie Shooter" wird das Smartphone zur Schußwaffe. Quelle: Pressebild

BERLIN. Die weiße Gestalt sieht aus, als sei sie von den Toten auferstanden. Sie jagt einen jungen Mann durch das Treppenhaus einer alten Industriebaracke. Der Verfolgte ist nur mit einem Handy bewaffnet. Über das Display nimmt er die Horrorfigur ins Visier. Er schießt, trifft – und hat fürs Erste Ruhe.

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Das Duell zwischen Mensch und Zombie ist Teil eines Computerspiels, in dem die reale mit der virtuellen Welt verschmilzt. Augmented Reality (AR) heißt die Technik, die ganze Städte in einen Spielplatz verwandelt. In der Branche sorgen die Outdoor-Games für frischen Wind. Durch die Verbreitung leistungsfähiger Smartphones gelinge es, neue Käuferschichten zu erschließen, sagt Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware.

Dank der Spiele für unterwegs müssen Zocker nicht länger einsam am Rechner sitzen. „Die Angebote sind immer und überall zugänglich“, sagt Wolters. Auf Augmented Reality spezialisiert hat sich der Münchener Software-Hersteller Metaio. Er baut sein Angebot an AR-Spielen aus. Mit dem finnischen Mobilfunkkonzern Nokia hat das Unternehmen den „Zombie Shootar“ entwickelt. Dabei filmt die Handykamera die Umgebung und baut virtuelle Gestalten ein. Auf dem Bildschirm wirkt das so, als ob die Zombies in unmittelbarer Nähe des Nutzers aus dem Boden schießen.

Computerspiele, die im realen Leben Fuß fassen, befriedigen nach Ansicht der Metaio-Gründer nicht nur den Spieltrieb der Zocker, sondern bieten Firmen auch neue Möglichkeiten für den Kundenkontakt. „Marketing-Agenturen können mit Augmented Reality Inhalte in der realen Welt platzieren und diese etwa über Rätsel für die Spieler zugänglich machen“, sagt Technologiechef Peter Meier.

Diese Technik nutzt der Sportkonzern Adidas seit Anfang des Jahres: Wer einen speziellen Sportschuh in die Kamera hält, schaltet die virtuelle 3D-Welt „The Adidas Neighborhood“ frei, die der Nutzer mit Hilfe seiner Treter erkunden kann.

Der Trend zum Auswärtsspiel funktioniert aber auch mit einfacher Technik: Statt virtuelle Figuren in die echte Welt einzubinden, setzen die Entwickler der Bremer Firma Urban Team auf reale Mitspieler. Für deren Variante von Räuber und Gendarm reicht ein Handy mit GPS-Antenne. In jedem Team gibt es einen Jäger, vor dem die anderen Spieler fliehen. Die Handys dienen als Radar, das die Position der Verfolgten anzeigt.

Auch die Gründer des Berliner Start-ups Life Action wollen mit sogenannten hybriden Spielen das echte Leben mit Online-Inhalten verbinden. Dabei treffen sich die Mitspieler an einem geheimen Ort, den sie vorab im Internet ausfindig machen müssen. Während des Spiels lösen die Agenten Rätsel und bekommen Hinweise auf ihr Handy geschickt.

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