
NEW YORK. Die iPad-Euphorie ist schnell wieder verflogen. Besucher können einfach die lange Spindeltreppe nach unten gehen und sich von dem lächelnden Mitarbeiter im blauen T-Shirt den schnellsten Weg zum lange erwarteten Tablet-PC deuten lassen. Der Kauf dauert maximal fünf Minuten. Anhaltende Euphorie? Menschenmassen? In Windeseile ausverkauft? Fehlanzeige.
Dabei hatte alles so gut angefangen: Lange vor Sonnenaufgang waren schon erste Apple-Fans gekommen, um noch einen der begehrten Computer zu bekommen. Greg zum Beispiel saß seit Dienstag auf seinem Campingstuhl vor dem Laden. Zwei Männer aus den Niederlanden erzählten, dass sie extra am Freitag nach New York geflogen sind, um sich in die Schlange zu stellen - ein Wochenendtrip der schon am Sonntag enden soll und der sie bislang 3000 Dollar kostete.
Eine französische Frau reichte zwei dick belegte Brote und heißen Kaffee aus der Bäckerei um die Ecke zu ihrem Freund in die Massen. Der dankte ihr die Stärkung mit Kusshand. Die stundenlange Warterei hatte ihn hungrig und kalt gemacht. Alle, die nach dem Herumstehen in der Kälte endlich in das Geschäft eintreten konnten, kamen glücklich wieder heraus und ließen sich wie Popstars feiern.
Doch Szenen wie diese gehörten schnell wieder der Vergangenheit an. Schon wenige Stunden nach dem Verkaufsstart um neun Uhr Ortszeit am Samstagmorgen gibt es keine Schlangen mehr vor dem Apple-Store an der New Yorker Fifth Avenue. Hinter den Kassierern stehen stapelweise die Geräte. Noch trostloser sieht es ein paar Straßen weiter aus: Der Elektronik-Markt "Best Buy" musste gar Hinweisschilder aufhängen: "IPad vorrätig." Trotzdem bleiben die Käuferscharen aus.
Schlange stehen um ja die Ersten zu sein, gehört in New York irgendwie dazu. Wer sich sich nicht der Herde anschließen wollte, hat dieses Mal Glück gehabt: Auch nach dem ersten Ansturm sind genug iPads für alle da.