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Nepp mit der App: iPad-Schlümpfe sorgen für finanzielles Desaster

Es sollte eine entspannte Reise werden, doch an diesen Familienausflug werden sich die Attviks noch lange erinnern: Wie ein scheinbar harmloses Kinderspiel für eine schwedische Familie zum finanziellen Albtraum wurde.

Teures Schlumpf-Vergnügen: Im Smurfberry Shop können App-Spieler Schlumpfbeeren erwerben - für manch eine Familie ein finanzieller Albtraum. Quelle: dapd
Teures Schlumpf-Vergnügen: Im Smurfberry Shop können App-Spieler Schlumpfbeeren erwerben - für manch eine Familie ein finanzieller Albtraum. Quelle: dapd

StockholmDie Familie Attvik war am vergangenen Sonntag auf dem Weg vom Opa in Stockholm zurück nach Göteborg. Damit die beiden Söhne, sechs und sieben Jahre alt, sich auf der knapp 480 Kilometer langen Rückfahrt nicht langweilten, hatte Mutter Maria den beiden Kleinen jeweils ein Spiel aus Apples App-Store für deren iPad heruntergeladen. Mit Smurf's Village, dem Dorf der Schlümpfe, würden sich die Balgen auf der Rückbank sicherlich eine ganze zeitlang beschäftigen können, dachte Maria Attvik.

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Das taten sie auch, leises Gelächter und Getuschel war das Einzige, was die Eltern aus dem Fond des Wagens zu hören bekamen. Mittlerweile ist Maria Attvik das Lachen ordentlich vergangen. Denn ab Montag trudelten bei ihr unzählige E-Mails ein. Und sie traute ihren Augen kaum: Es waren Abrechnungen des iTunes-Stores. "Sie trafen im Minutentakt in meiner Mailbox ein", erzählt Maria Attvik noch immer aufgeregt. Kein Wunder: Fast jede dieser Rechnungen belief sich auf umgerechnet knapp 80 Euro.

In Smurf's Village versuchen die Spieler das Dorf der Schlümpfe aufzubauen. Das braucht seine Zeit. Manchmal Stunden. Doch glücklicherweise gibt es eine Möglichkeit, den Bau von Brücken, der Häuser oder das Bestellen der Gärten erheblich zu beschleunigen: Schlumpfbeeren sind die Geheimwaffe, um schneller an Ziel zu kommen. Dumm nur, dass diese Schlumpfbeeren per In-App-Kauf erworben werden müssen.

Man ahnt es schon. Die beiden Racker von Maria Attvik hatten einen schnellen Finger, und schwups hatte der Sechsjährige binnen kurzer Zeit rare Früchte für umgerechnet 1.219 Euro erstanden. Mal hier ein Waggon voller Schlumpfbeeren für 79,99 Euro, mal dort eine Schubkarre mit den virtuellen Beschleunigungsbeeren für 49,99 Euro. Sein älterer Bruder schaffte es sogar auf 4.434 Euro! Tatsächlich weist das japanische Unternehmen Capcom, das Smurf's Village entwickelt hat, ausdrücklich auf die In-App-Käufe hin und gibt sogar im Appstore den Tipp, in den Einstellungen des iPads diese Möglichkeit zu blockieren. Das hatte Maria Attvik aber überlesen.

  • 13.04.2011, 17:10 UhrAnonymer Benutzer: Donfuego

    Wenn man zu blöd ist, die Kindersicherung des iPad zu aktivieren, sollte man sich nicht so aufkaspern.

  • 13.04.2011, 12:24 UhrAnonymer Benutzer: SvensKa

    naja gut, was will man machen, eine einfache mutter ist auch mit sowas überfordert und welche frau mit 30-35 weiß schon welche app sie ihren kindern da vorsetzt, runterladen, spielen gut ist. in so nem fall sag ich ganz klar: selbst schuld. wenn man das blockieren kann (und das kann man) und sie es nicht macht.

  • 13.04.2011, 09:03 UhrAnonymer Benutzer: Troff

    Die Kinder sind (zumindest in Deutschland nicht geschäftsfähig) daher ist der Kauf der durch sie unwirksam.
    Richterlich zu klären wäre, ob die Mutter ihre Aufsichtspflicht verletzt hat und so für haftbar gemacht werden kann.
    Ich würde erstmal das Geld zurückfordern und es auf eine richterliche Klärung ankommen lassen.

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