
BERLIN. Apple-Chef Steve Jobs hat bestätigt, dass iPhone und iPod touch mit einer Fernlöschfunktion ausgestattet sind. Damit kann Apple gezielt einzelne Applikationen auf allen Geräten löschen. Diese Möglichkeit wurde integriert, um bei Bedarf Schadsoftware entfernen zu können, sagte Jobs im Gespräch mit dem Wall Street Journal (WSJ). "Es wäre unverantwortlich, einen solchen Hebel nicht zu haben", so der Apple-Chef.
Die Funktion wird über eine spezielle Website aktiviert, auf der Apple eine Liste mit Schadsoftware ablegt. Geht ein iPhone-Besitzer mit seinem Handy online, stellt das Gerät automatisch eine Verbindung mit der Site her. Von dort erfolgt dann im Bedarfsfall der Befehl zur Deinstallation der verdächtigen Software.
Eigentlich soll eine Prüfung durch Apple garantieren, dass Schadsoftware gar nicht erst vertrieben wird. Jedenfalls war dies der Grund dafür, dass es den App Store als zentralen Verteiler für iPhone-Software gibt. Denn jenseits des App Store dürfen keine Applikationen für das iPhone angeboten werden.
Zudem erklärte Steve Jobs der Zeitung, dass Käufer im App Store im ersten Monat jeden Tag durchschnittlich eine Million US-Dollar ausgegeben haben. Auf den Monat verteilt wurden über den App Store somit 30 Millionen US-Dollar abgesetzt. Sega berichtete, dass in den ersten 20 Tagen allein 300 000 Käufer das Monkeyball-Spiel zum Preis von 9,99 US-Dollar gekauft hätten. Insgesamt wurden im ersten Monat mehr als 60 Millionen Applikationen über den App Store auf ein iPhone oder einen iPod touch geladen.
Von diesen Umsätzen entfallen 30 Prozent auf Apple, so dass der Konzern mit dem App Store neun Millionen US-Dollar im ersten Monat eingenommen hat. Die übrigen 21 Millionen US-Dollar gehen an die Softwareanbieter. Steve Jobs ergänzte, dass von den neun Millionen US-Dollar gerade die Kosten für den App-Store-Betrieb sowie die Kreditkartenabrechnung beglichen werden. Über die Verkaufszahlen des neuen iPhone 3G schwieg sich Steve Jobs auch auf Nachfrage des Wall Street Journal aus.