Mobile Welt

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Sicherheitslücke App: Wenn das Smartphone zum Risiko wird

Viele populäre Apps bedrohen ohne Wissen der Smartphone-Nutzer Privatsphäre und Unternehmensdaten. Der boomende Einsatz privat genutzter Geräte in Unternehmen eröffnet schwere Sicherheitslücken.

DüsseldorfIn der Ruhmeshalle der Meisterspione wird Jan Koum einen Logenplatz bekommen. Denn dem 36-jährigen Chef des kalifornischen Mobilfunk-Startups WhatsApp ist gelungen, wovon Geheimagenten ein Leben lang träumen: Ein Produkt zu entwickeln, das Menschen derart fasziniert, dass sie, um es zu nutzen, selbst intimste Daten preisgeben. Sie verraten, wen sie kennen, was sie lieben, wo sie sich gerade aufhalten, sogar welche Passwörter ihre Konten schützen oder welche Codes den Zugang zu ihren PCs öffnen.

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Auch in Deutschland nutzen Millionen Menschen das Programm: An Weihnachten war das Smartphone das mit Abstand beliebteste Geschenk. Kaum ausgepackt, installierten die meisten Beschenkten eines der populärsten Handyprogramme weltweit: Koums Software WhatsApp.

IT-Sicherheit Die Security-Schwachstellen der Smartphones

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Der Dienst ist so etwas wie die SMS des Facebook-Zeitalters. Denn er ermöglicht es, statt dröger Textnachrichten auch Fotos, Sprachnachrichten und Videos zu verschicken – kostenlos. Alleine an Silvester verschickten Smartphone-Nutzer weltweit 18 Milliarden Neujahrsgrüße via WhatsApp.

Was den meisten aber verborgen bleibt: Die nach einer Erhebung des Marktforschers Goldmedia beliebteste Applikation (App) der Deutschen spioniert ihre Nutzer gnadenlos aus. Wer den Dienst nutzen will, muss ihm uneingeschränkten Zugriff auf persönliche Informationen im Smartphone gewähren. Den entsprechenden Passus – gut versteckt im Kleingedruckten der Nutzungsbedingungen – klickt der Anwender bei der Installation meist ungesehen weg.

Cyberkriminalität

Eine sträfliche Ignoranz. Denn so bekommt die App Zugriff auf fast alle Nutzerdaten im Smartphone, das für immer mehr Menschen zum allumfassenden Alltagsbegleiter geworden ist, der mehr über Tagesablauf und Bekanntenkreis seines Besitzers weiß als dessen Partnerin oder Partner. Viele der Informationen überspielt die Software auf WhatsApp-Server in den USA und entzieht sie damit allen deutschen oder europäischen Datenschutzbestimmungen.

  • 26.01.2013, 16:16 UhrD-Mark

    Selbst wenn man alle Apps von seinem Smartphone löschen würde, würde das absolut nix bringen.
    Man braucht sich nur einmal anzusehen, welche Berechtigungen die Programme auf dem Smartphone haben, die vom Werk schon drauf sind und die man, selbst wenn man sie nicht benötigt, einfach nicht löschen kann.

    Diese vom Betriebssystem (z.B. Android) vorgegebenen installierten Apps auf den Smartphones haben bereits sämtliche Spionageberechtigungen und somit muss jedem klar sein - wer ein Smartphone besitzt, wird 100% überwacht!
    Die meisten Daten davon dürften wohl in Amerika gespeichert werden. Die DDR würde es wohl heute noch geben, hätte die Stasi damals die gleichen Möglichkeiten zur Überwachung seiner Bürger gehabt.

  • 26.01.2013, 20:45 Uhrpica

    Entscheidungsfreiheit kann zum Problem werden, wenn dem, dem die Entscheidungsfreiheit gewährt wird, nicht weiss um was es geht.
    Dieses Problem haben die Nutzer von Android. Ihnen wird, im Gegensatz zu Apple iOS Nutzern, die Freiheit gewährt beliebige Apps zu installieren. Zu Beginn des Installationsprozesses fragt der Android Installer den Nutzer, ob der App die Rechte, die die App wünscht, gewährt werden sollen. Möchte der Nutzer dies nicht wird die App nicht installiert. Aber die überwiegende Mehrzahl der Android Nutzer weiss nicht worüber sie entscheiden.

  • 26.01.2013, 21:25 Uhrpica

    Google gewährt mit Android die Freiheit, auf der Basis des von Google veröffentlichten Quelltext, eigene, speziell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Android "Variationen" zu erstellen. Diesen Weg könnte eine DLR beschreiten und ein "Trusted Android" entwickeln. So hat als Beispiel die NSA (National Security Agency) mit SELinux (Security Enhanced Linux) einen Linux Kernel entwickelt, der ihren Ansprüchen an Sicherheit genügt. Entsprechend der Linux verwendeten GPL Lizenzbedingungen, steht SELinux jedem frei zur Verfügung. Somit hat die Freiheit, die Android gewährt, auch gute Seiten. Weder bei den Microsoft Windows Varianten noch bei Apple iOS ist dies möglich.

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