Mobile Welt

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Smartphones: Die Chinesen kommen!

Schon von Huawei oder ZTE gehört? Falls nicht, dürfte sich das bald ändern. Die chinesischen Hersteller wollen den Smartphone-Markt aufrollen. Die Mobilfunkmesse MWC in Barcelona zeigt: Sie können nicht nur billig.

BarcelonaSuperlative sind in der Technologiebranche nichts Besonderes – sie gehören zum üblichen Marketing. Als aber am Sonntag Huawei auf dem Mobile World Congress erst erklärte, in die Liga der 100 bekanntesten Marken der Welt aufsteigen zu wollen und anschließend das „schnellste Smartphone der Welt“ für einen Kampfpreis ankündigte, sorgte das für einiges Aufsehen. Denn der chinesische Hersteller machte deutlich: Er hat was vor.

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Die Lieblingshandys der Deutschen tragen das Logo von Apple oder Samsung, außerdem vielleicht von Nokia oder HTC. Doch es dürfte in den Händen und Taschen bald mehr Abwechslung geben: Denn Huawei und ZTE drängen auch außerhalb der Heimat mit aller Macht in den Markt.

Die größten Handyhersteller

  • Markt im Wandel

    Der Handy-Markt ist im Umbruch: Smartphones verdrängen einfache Mobiltelefone, Samsung gelingt es am besten, sich auf diesen Trend einzustellen. Dagegen kommt kein anderer an – weder Nokia, die einstige Nummer 1, noch Apple mit seinem iPhone.

  • Samsung

    Samsung ist inzwischen mit deutlichem Abstand die Nummer 1: Der südkoreanische Hersteller verkaufte im dritten Quartal 2012 knapp 98 Millionen Geräte, wie der Marktforscher Gartner berichtet. Das entspricht einem Marktanteil von 22,9 Prozent. Auch im lukrativen Smartphone-Markt ist der Konzern gut aufgestellt, er setzte 55 Millionen Geräte ab.

  • Nokia

    Der einstige Weltmarktführer Nokia lässt Federn. Im dritten Quartal 2012 verkaufte er nur noch 82 Millionen Handys (19,2 Prozent Marktanteil). Im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 105 Millionen Geräte. Darunter waren laut Gartner aber nur 7,2 Millionen Smartphones, die deutlich mehr abwerfen als die Günstig-Handys.

  • Apple

    Apple verkaufte im dritten Quartal 23,6 Millionen Smartphones, ein deutlicher Zuwachs von mehr als 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Handymarkt hält Apple 5,5 Prozent Marktanteil, im lukrativen Smartphone-Markt sogar 13,9 Prozent.

  • Research in Motion

    Der Blackberry-Hersteller Research in Motion steckt ebenso wie Nokia tief in der Krise. Die Kanadier setzten im dritten Quartal 2012 rund 9 Millionen ihrer E-Mail-Maschinen ab, rund ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil bei den Handys ist auf 2,1 Prozent geschrumpft, bei den Smartphones sind es immerhin noch 5,3 Prozent.

  • Sonstige

    Der Handymarkt ist schwer umkämpft, Traditionsunternehmen wie Aufsteiger buhlen um die Gunst der Käufer. Der chinesische Hersteller ZTE verkaufte im dritten Quartal 16,7 Millionen Geräte (3,9 Prozent Marktanteil), Huawei 12 Millionen Handys (2,8 Prozent). LG wurde 14 Millionen Geräte los (3,3 Prozent), die Google-Tochter Motorola 8,6 Millionen (2 Prozent), dicht gefolgt von HTC mit 8,4 Millionen.

Dass ausgerechnet zwei Hersteller aus China die Konkurrenz aufmischen wollen, kommt nicht von ungefähr. Smartphones sind zur Massenware geworden, die auch außerhalb der Wohlstandsregionen Europa und Nordamerika bezahlbar ist. Das aufstrebende Reich der Mitte dürfte bald der größte Smartphone-Markt sein, auch im Rest Asiens sowie in Afrika und Südamerika wollen die Menschen die Alleskönner-Geräte – vor allem günstige Modelle.

Dieser Boom beflügelt die chinesischen Hersteller. „Huawei und ZTE haben einen extrem großen Heimatmarkt und konnten dort eine große Cash-Basis aufbauen“, sagt Nikolaus Mohr, Partner bei der Unternehmensberatung Accenture. Die beiden profitieren außerdem von der Industriepolitik: „Sie wurden auch von der Regierung gefördert – ein typisch asiatisches Verhaltensmuster“, erklärt der Experte für Technologie und Telekommunikation. Die chinesische Regierung hat das Ziel ausgegeben, durch Zusammenschlüsse und Allianzen globale Giganten zu formen.

Smartphones

Aktuelle Zahlen der Marktforschungsfirma IDC zeigen die Stärke der Chinesen. Huawei verkaufte im vierten Quartal 10,8 Millionen Smartphones, fast doppelt so viele wie im Vorjahresabschnitt. Mit einem Marktanteil von 4,9 Prozent steigt der Hersteller aus der Metropole Shenzhen zur Nummer 3 hinter Samsung und Apple auf. ZTE liegt mit 4,3 Prozent Marktanteil nur knapp hinter Sony und vor großen Namen wie LG und HTC. Auch Lenovo wagt den Schritt ins Ausland und verkauft einige Modelle, derzeit in Indien, Indonesien, Vietnam und Russland.

  • 25.02.2013, 10:48 UhrBanksterbasher

    Bevor ich mir ein chinesisches Handy kaufe erschiesse ich mich lieber. Wahrscheinlich mit serienmässiger Spyware! (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 25.02.2013, 10:58 Uhrstatesman

    Die Chinesen können nicht nur Handys.

    Zukünftig werden die alles können, was wir auch schon können oder nicht mehr können.

    Dank unseres vertrauensvollen, unbegrenzeten Know-How-Transfers und Fusionen mit Chinafirmen geben wir Ihnen die Blaupausen der westlichen Welt.

    Bald werden wir genauso von den Chinesen lernen können, wie man gute Elektro-Autos baut und viele andere chinesische zukunftsträchtige Produkte werden uns in Erstaunen versetzen.

    Das Einzige, wo die Chinesen noch von uns lernen können, ist unsere riesige Investition in die Sozial-Industrien und dem Unterhalten einer Transfer-Union zur Alimentation nicht wettbewerbsfähiger EU-Pleitegeier mit einer inkompatiblen Gemeinschaftswährung.

    Ob die Chinesen an solchen westlichen Export-Konzeptionen interessiert wären?

  • 25.02.2013, 11:42 UhrHarlemjump

    Gute Besserung!

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