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Telekommunikation: Firmen lagern ihre Telefonanlage aus

In der Krise wollen Unternehmen vor allem ihre Fixkosten senken. Die Internettelefonie profitiert von der Krise, Voice-over-IP kann sowohl die Telefonkosten als auch die laufenden Kosten senken, wenn Unternehmen die Telefonanlage auslagern. Dienstleister bieten virtuelle Telefonanlagen übers Internet und binden Laptop und Handy ein.

von Hans Schürmann
Die IP-Telefonie ist besser geworden sein, sagen Experten. Quelle: Pressebild
Die IP-Telefonie ist besser geworden sein, sagen Experten. Quelle: Pressebild

DÜSSELDORF. In der Krise geht es den Unternehmen vor allem um eins: die Senkung der Fixkosten. Daher haben zurzeit nur Technologien eine Chance, die sich innerhalb weniger Monate bezahlt machen. Eine der wenigen, die von der Krise profitieren, ist die Internettelefonie. Mit Hilfe der sogenannten Voice-over-IP können Firmen nicht nur die Telefonkosten senken, sondern gleichzeitig auch die laufenden Kosten für das Betreiben ihrer Telefonanlage reduzieren - indem sie diese an einen Dienstleister auslagern.

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Die Anbieter sprechen von einem Einsparpotenzial von rund 30 Prozent. Vor allem, wenn die Ablösung der alten TK-Anlage ansteht, entscheiden sich viele Firmen für die Outsourcing-Lösung. "Das Auslagern von Telefonanlagen ist ein stark wachsender Trend", bestätigt Oliver Tuszik, Chef des IT-Dienstleisters Computacenter in Deutschland.

Seitdem sich die Digitalisierung auch in der Telefonie durchgesetzt hat, handelt es sich bei den Telefonanlagen nicht mehr um große Schränke mit Relais, sondern um eine Software auf einem Server, welche die verschiedenen Funktionen der Anlage steuert. Mit Hilfe von geschützten Datenleitungen, sogenannten Virtual-Privat-Network-Technologien, können sogar Handys oder Laptops sowie Heimarbeitsplätze über das Internet wie eine Nebenstelle an diese Server-Systeme angebunden werden. "Hierdurch ist eine Nutzung der Telekommunikationsinfrastruktur weltweit möglich", sagt Tuszik. Intelligente Software stellt dabei sicher, dass die jeweils günstigsten Tarife für ausgehende Verbindungen genutzt werden.

Es gab zwar bereits bei klassischen Telefonanlagen den Versuch, diese auszulagern und von Dienstleistern betreiben zu lassen. "Das war aber nur ein Randgeschäft", sagt Manfred Breul, Telekomexperte beim Branchenverband Bitkom. Das ändere sich aber mit den IP-Telefonanlagen, die wesentlich leichter von Externen über die Breitbandnetze betrieben werden können. Die IP-Telefonie sei zudem qualitativ besser geworden, so Breul. Von der neuen Telefontechnik profitieren auch kleinere und mittlere Unternehmen, die sich nun eine Anlage mit Funktionen leisten können, die bislang nur Anlagen in Großunternehmen zur Verfügung gestellt haben. Neben klassischen Anbietern wie Siemens, Nortel oder Cisco drängen nun auch DSL-Anbieter wie QSC und Arcor oder Spezialfirmen wie Teamphone, Outbox oder Nfon in München in den Markt.

Die große Herausforderung für alle Anbieter besteht darin, eine ausreichend hohe Verfügbarkeit der Anlage zu garantieren. "Was bei konventionellen Telefonanlagen Stand der Technik ist, ist bei Netzrechnern gar nicht so einfach", sagt Bitkom-Experte Breul. Vor allem ist es teuer. Kunden sollten daher den garantierten Service Level - die Angabe darüber, wie hoch die Ausfallsicherheit ist - kritisch unter die Lupe nehmen, rät Bitkom-Experte.

"Wir wissen, wie wichtig die Verfügbarkeit für unsere Firmenkunden ist", sagt Nfon-Gründer Marcus Otto. Das Start-up-Unternehmen setzt bei seinen virtuellen Telefonanlagen auf sogenanntes Clustering und Redundanz - und hat sich die Ausfallsicherheit vom Tüv zertifizieren lassen.

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