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Verschlüsselung: So wird jedes Smartphone sicherer

Gleich mehrere Staaten haben sich auf Blackberry-Hersteller RIM eingeschossen: Die Verschlüsselung der Kommunikation steht ihrem Anspruch der totalen Kontrolle der Kommunikation im Weg. Doch selbst bei einer Blockade des RIM-Dienstes können Sie auch mit anderen Smartphones sicher kommunizieren – und so beispielsweise Geschäftsgeheimnisse im Ausland schützen.

Das Blackberry-System bietet Nutzern hohe Sicherheit. Quelle: dpa
Das Blackberry-System bietet Nutzern hohe Sicherheit. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. So intelligent ein modernes Handy auch wirkt, es hat eine große Schwachstelle: Die E-Mails und sonstigen Daten, die es verschickt, sind nicht verschlüsselt. Hacker und Geheimdienste können darauf zugreifen. Eine Ausnahme bildet nur das Blackberry-System. Doch Nutzer können auch andere Handys sicherer machen. Nur bei Apples iPhone ist das schwer.

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Ohne Zusatzsoftware ist sowohl mit Android- als auch iPhone-Smartphones die verschlüsselte Kommunikation mit einem sogenannten Virtual Private Network (VPN) möglich. Voraussetzung ist ein Android-Betriebssystem ab Version 1.6 beziehungsweise ein iPhone mit einem System ab Version 2.0. Bei der Kommunikation mit einem VPN verbindet sich das Gerät über einen verschlüsselten Kontakt mit dem eigenen Heim- oder Firmennetzwerk. Dadurch ist beispielsweise der vor fremden Blicken gesicherte Abruf von E-Mails möglich.

Theoretisch kann auch die gesamte Kommunikation über das eigene virtuelle Netzwerk geleitet werden, wodurch sämtliche ausgetauschte Daten nur verschlüsselt übertragen werden. „Das ist aus Effizienzgründen aber meist nicht zu empfehlen“, sagt Lutz Donnerhacke, Geschäftsführer bei dem IT-Sicherheitsdienstleister IKS in Jena.

Einen hohen Sicherheitsstandard garantiert die Verschlüsselung von E-Mails durch spezielle Kryptografieprogramme wie etwa PGP oder dessen kostenloser Open-Source-Variante GnuPG. Selbst wenn dabei jedes einzelne Bit der Kommunikation zwischen den beiden Teilnehmern abgefangen wird, ist der Inhalt noch sicher – obwohl die Schlüssel zur gegenseitigen Dechiffrierung über diese unsichere Leitung ausgetauscht werden.

Allerdings müssen beide Kommunikationspartner das entsprechende Programm installiert haben, das den PGP-Standard unterstützt. Auf dem iPhone ist die Installation einer solchen Software schwierig: Da es kein offizielles Zusatzprogramm für PGP-Verschlüsselung gibt, muss das iPhone erst geknackt werden. Doch das ist ein riskanter Eingriff in das Gerät. Einfacher haben es Benutzer der Android-Plattform von Google. „Für Android gibt es eine Vielzahl von Applikationen, die PGP-Verschlüsselung erlauben“, sagt Donnerhacke.

Basisschutz

Einen wirksamen Basisschutz vor unerwünschten Mitlauschern bietet bereits die Aktivierung einer einfachen SSL-Verschlüsselung zwischen Smartphone und Server, die die meisten Smartphones und Mail-Server inzwischen unterstützen. Anwender sollten daher vor dem Kauf darauf achten, ob die Mailfunktion des Smartphones SSL anbietet, rät Rudolf Opitz, Smartphoneexperte bei der Computerzeitschrift c't. Beim Abruf der E-Mails über ein Webinterface wie beispielsweise bei Google Mail ist die SSL-Verschlüsselung ohnehin Standard. „Ich vermute aber, ein Staat kann diese Verschlüsselung knacken“, sagt der Experte.

Auch wer der Sicherheit von Smartphones nicht traut, kann sicher kommunizieren: Entsprechende Verschlüsselungssoftware wie PGP kann einfach auf dem Laptop installiert und das Smartphone zum Modem umfunktioniert werden. „Tethering“ nennt sich das Verfahren und ist mit jedem aktuellen Smartphone möglich.

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