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Gadget der Woche: Scheckkarten-Computer zum Mini-Preis

Nerds rund um den Globus haben ihn heiß erwartet – nun kann er bestellt werden: Ein Mini-PC im Scheckkarten-Format für 27 Euro, der sogar Full-HD-Videos flüssig abspielt.

Rohes Computererlebnis für echte Nerds: Der Raspberry Pi hat alles, was ein Computer braucht - direkt auf eine Platine gelötet. Quelle: Alpaca (GNU FDL)
Rohes Computererlebnis für echte Nerds: Der Raspberry Pi hat alles, was ein Computer braucht - direkt auf eine Platine gelötet. Quelle: Alpaca (GNU FDL)

Ein bisschen fühlt man sich dieser Tage an die Gründerzeiten der Personalcomputer-Industrie erinnert, als Steven Wozniak und Steve Jobs ihren allerersten Apple-Computer zusammensteckten und die technikbegeisterten Mitglieder des „Homebrew Computer Clubs“ in Verzückung versetzten.

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Der Homebrew Computer Club – das sind heute die durch das Internet vernetzten Nerds rund um den Globus. Und das Gadget, dem sie seit Monaten entgegenfiebern, hat viel vom allerersten Apple-Rechner. In den Augen der meisten Menschen sieht die kleine etwa scheckkartengroße Platine aus wie ein Stück Elektroschrott - doch Nerds bekommen beim Anblick des Raspberry Pi feuchte Augen. Denn das kleine grüne Stück Elektronik hat alles, was ein vollwertiger Computer braucht – und das für rund 27 Euro.

Der auf der Platine vorhandene ARM-Prozessor ist auf 700 MHz getaktet und hat Zugriff auf 256 Megabyte Arbeitsspeicher. Dennoch ist der Hosentaschen-PC in der Lage aktuelle Full-HD-Filme (1920x1080 Bildpunkte) flüssig abzuspielen – ein integrierter spezialisierter Grafikchip sei Dank. Die Filme müssen lediglich im aktuell populärsten MPEG4-Format H.264 vorliegen. Auch 3D-Grafik unterstützt die Grafikkarte: Ein Youtube-Video zeigt, wie das Computerspiel Quake 3D auf dem Mini-Rechner läuft.

Gadget der Woche

Der Raspberry Pi hat einen USB-2-Anschluss für eine Tastatur, einen Netzwerk-Anschluss, einen HDMI-Port für einen Monitor und einen Port für eine kleine SD-Karte mit Speicher.

Als System, um den Mini-PC anzutreiben, können derzeit drei verschiedene Linux-Distributionen installiert werden: Debian, Fedora und ArchLinux. Eine Version ohne USB-Port und Netzwerkanschluss (Modell A) kostet umgerechnet 19 Euro, ist aber noch nicht verfügbar. Das Modell B mit Netzwerk- und USB-Anschluss kostet 27,43 Euro.

Die erste Fuhre der Rechner war schnell ausverkauft. Interessenten können sich derzeit nur bei RS Components vormerken lassen. Wegen der großen Nachfrage liefert der Hersteller nur ein Gerät pro Kunde aus. Entwickelt wird der Platinen-PC von der gemeinnützigen Raspberry-Pi-Stiftung in Großbritannien, die das Ziel hat, Kindern den Umgang mit Computern und Programmiersprachen näherzubringen.

In Kürze will RS Components auch SD-Karten mit vorinstallierten Linux-Systemen verkaufen. So lange muss sich der interessierte Nerd noch selbst behelfen und eine der unterstützten Linux-Distributionen von einem anderen PC mit einem entsprechenden Tool auf eine SD-Karte überspielen. Mehr zu dem Projekt erfahren Sie im Embedded Linux Wiki.

  • 01.03.2012, 15:48 UhrAnonymer Benutzer: Mitbuerger

    Genial. Viele Lese- und Schreibzyklen tun den SD-Karten ja glaub noch nicht so gut, aber es wird sicherlich bald die verrücktesten Anwendungsformen für diesen PC geben.

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