Ratgeber + Tests

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„Leit-Artikel“ Fitbit: Digitaler Wachhund gegen die Faulheit

Abnehmen ohne Diät und Fitness-Studio? Der Bewegungs-Tracker Fitbit One soll dabei helfen, indem er die Schritte des Nutzers zählt und so zu mehr Bewegung motiviert. Ein Test zeigt, ob das funktioniert.

Kleines Teil, große Motivation: Der Fitbit Tracker zählt mit, wie viele Schritte und Stockwerke der Nutzer läuft. Quelle: Handelsblatt Online
Kleines Teil, große Motivation: Der Fitbit Tracker zählt mit, wie viele Schritte und Stockwerke der Nutzer läuft. Quelle: Handelsblatt Online

Düsseldorf„Kleines Gerät, große Wirkung“: So lautet das Werbeversprechen. Der Fitbit One zählt mit, wie viele Schritte und Stockwerke ich zurücklege. Die Statistik soll mich motivieren, öfter zu Fuß zu gehen, die Treppe statt des Aufzugs zu nehmen. Kann das funktionieren? Ich starte Selbsttest unter realen Bedingungen.

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Auf den ersten Blick sieht der Fitbit One aus wie ein kleiner polierter Handschmeichler: klein, glatt, schwarz. Die Einrichtung des Gerätes ist leicht. Die winzige Bluetooth-Schnittstelle, nur halb so groß wie ein Fingernagel, wird am USB-Steckplatz des PCs eingesteckt. Danach noch schnell auf der Website fitbit.com die Anwendung heruntergeladen, die es zum Synchronisieren und Hochladen der Daten braucht.

Die erste Hürde nimmt das acht Gramm leichte Gerätchen erfolgreich. Die Installation der Software auf dem Uralt-Laptop unter Windows XP gelingt problemlos, ebenso die Registrierung und Neuanlage eines Benutzerkontos. Nach zehn Minuten ist alles startbereit: Der Schrittzähler überträgt die aktuellen Daten automatisch auf den PC, sobald der Tracker in die Nähe der Basisstation kommt. Schon nach ein paar Schritten in der Wohnung kann ich auf meinem Dashboard die eigenen Aktivitäten als Grafik sehen. Geschafft!

Die hartnäckigsten Gesundheitsmythen

  • Obst und Gemüse schützt vor Krebs

    Wer sich gesund ernährt und mehr Gemüse als Fleisch isst, der tut seinem Körper etwas Gutes. Doch ein konkreter Schutz vor Krebs ist das nicht. Das ergab eine Studie von Hsin-Chia Hung und Walter Willet, Harvard University Boston/"Journal of the National Cancer Institute". Die Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen, hatten jedoch ein geringeres Herzinfarktrisiko.

  • Dunkle Schokolade macht weniger dick

    Das stimmt leider nicht. Egal, wie dunkel die Schokolade ist, sie besteht in erster Linie aus Kakaobutter, Zucker und Kakaomasse. Im Gegensatz zu Milchschokolade enthält dunkle Schokolade keine Milch, folglich auch keinen Milchzucker. Die Kalorienzahl ist aber vergleichbar mit der der Milchschokolade.

  • Kaffee trocknet den Körper aus

    Nein, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Koffein wirkt allerdings harntreibend: Wer viel Kaffee trinkt, muss also öfter die Toilette aufsuchen. Das bedeutet aber nicht, dass er dabei mehr Flüssigkeit verliert, als er mit dem Bürokaffee aufgenommen hat.

  • Pro Tag zwei Liter Wasser trinken

    Es ist richtig, dass der Mensch "ausreichend" Flüssigkeit braucht. Er muss aber nicht zwangsläufig zwei Liter in Form von Wasser trinken. Auch Obst, Gemüse und Milchprodukte enthalten Flüssigkeit. Außerdem hängt der Flüssigkeitsbedarf davon ab, wie heiß es ist, wie viel der Mensch wiegt und ob man sich körperlich stark anstrengt. Pauschal eine Menge von zwei Litern zu empfehlen ist wenig sinnvoll. Zu viel Wasser kann dem Körper auch schaden. Wer ein normales Durstgefühl hat, nimmt automatisch genug Flüssigkeit zu sich.

  • Salat hat viele Vitamine

    Das stimmt nicht. Salat hat viel Folsäure, die der Körper braucht, aber Vitamin C etwa findet sich in der doppelten bis achtfachen Menge in Tomaten oder Paprika.

  • Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

    Cholesterin ist ein lebensnotwendiger, natürlicher Stoff und kein Schadstoff. Der Körper produziert selbst Cholesterin und stoppt die Produktion, wenn zu viel Cholesterin in Form von Nahrung aufgenommen wird. Nur wer eine Cholesterin-Stoffwechselstörung hat muss auf seine Ernährung achten. Alle anderen können so viele Frühstückseier essen, wie sie wollen.

  • Salz ist ungesund

    Das stimmt nur, wenn Sie zu den so genannten salzsensitiven Menschen zählen. Bei denen kann der häufige Genuss von stark gesalzenen Speisen zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Da die Mehrheit der Menschen aber nicht salzsensitiv isst, müssen sie auch nicht auf Salz verzichten.

  • Mehrere Mahlzeiten sind besser

    Immer wieder hört man, es sei besser fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, als die drei großen Klassiker Frühstück – Mittag – und Abendessen. Im Grunde ist es völlig egal, wann man isst. Wer mit fünf „kleinen“ Mahlzeiten am Tag abnehmen möchte, läuft jedoch schnell Gefahr, zu viele Kalorien aufzunehmen. Wer sich an feste Mahlzeiten hält, behält besser den Überblick über die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien.

  • Am Abend essen macht dick

    Ob wir zu- oder abnehmen liegt an der Menge der Kalorien, die wir zu uns nehmen und nicht am Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Mehrere Studien haben widerlegt, dass Stoffwechselvorgänge am Abend ruhen und daher, wer abends mehr isst, schneller dick wird.

  • Der Mensch nutzt nur einen Bruchteil des Gehirns

    Zwar keine Ernährungsweisheit, aber ein Gesundheitsmythos ist, dass der Mensch gar nicht die volle Leistung des Gehirns ausschöpfe. Einmal heißt es 10 Prozent, ein andermal 25 Prozent. Mehr unserer Hirnkapazitäten nutzen wir nicht? Doch, tatsächlich nutzt der Mensch alle Bereiche seines Gehirns. Untersuchungen haben gezeigt, dass es keine inaktiven Teile gibt. So verführerisch der Gedanke an noch ungenutzte Areale und Möglichkeiten wie Telepathie und Telekinese sein mag, sie bleiben Fantasterei.

Jetzt aber los, schließlich soll mich das Ding in Bewegung bringen. Der Tracker wird über den mitgelieferten Clip an die Jacke geklemmt – angeblich ist das Gerät spritzwassergeschützt. Es folgt ein langer Spaziergang, bei dem der Beschleunigungssensor brav meine Schritte zählt. Die LED-Anzeige ist auch bei Sonnenlicht im Freien gut erkennbar, der Fitbit One zeigt neben der Uhrzeit die zurückgelegten Schritte und Strecke, die Zahl der erklommene Stockwerke und die verbrannten Kalorien an, dazu eine etwas alberne Blume als allgemeines Maß für die Tagesaktivität.

Die angeblich zurückgelegte Strecke kann aber nicht stimmen, oder ich habe plötzlich Siebenmeilenstiefel: Ich habe versäumt, in den persönliche Einstellungen meine Schrittlänge einzugeben. Das wird nach dem Spaziergang sofort nachgeholt, aber zuerst muss der Tracker gesucht werden: Beim Ausziehen der Jacke sind Clip und Schrittzähler in hohem Bogen ins Schuhregal geflogen und kurzzeitig abgetaucht. Wiedergefunden, verschwindet das kleine Ding sofort und für die nächsten Wochen sicher in der Hosentasche, und zwar ohne den Ansteck-Clip.

Unbestechlich: Der Bewegungssensor des Fitbit One zählt Schritte und Stockwerke. Austricksen lässt sich das Gerät nicht.
Unbestechlich: Der Bewegungssensor des Fitbit One zählt Schritte und Stockwerke. Austricksen lässt sich das Gerät nicht.

Bei den persönlichen Einstellungen dann eine böse Überraschung, für die allerdings der Fitbit nicht verantwortlich ist: Der Body-Mass-Index des Testers liegt im dunkelgelben Bereich. Als kleinen Ausgleich belohnt mich das Programm mit einem kleinen virtuellen Abzeichen, für das Zurücklegen von 5.000 Schritten. Zehn Stockwerke Treppensteigen bringen einen weiteren Sticker, für insgesamt 500 Stockwerke gibt es einen „Helikopter“.

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