Ratgeber + Tests

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„Leit-Artikel“ Kindle Fire HD 8.9: Ein Versandhaus-Katalog für 299 Euro

Der neue Tablet-Computer des Online-Händlers Amazon besticht durch ein scharfes Display und rasante Drahtlosverbindung. Wer den Kindle Fire HD 8.9 nutzt, muss aber zu Kompromissen bereit sein, wie unser Test zeigt.

Der Kindle Fire HD 8.9 ist das jüngste Produkt aus der Hardware-Abteilung von Amazon. Quelle: Christof Kerkmann
Der Kindle Fire HD 8.9 ist das jüngste Produkt aus der Hardware-Abteilung von Amazon. Quelle: Christof Kerkmann

DüsseldorfZwei große Versandhändler mit langer Historie haben die vergangenen Jahre nicht überstanden: Quelle und Neckermann. Sie haben denn Anschluss an die bequeme Welt des Online-Shopping nicht geschafft – Amazon hat sie in die Knie gezwungen. Das mag am überlegenen Bestellsystem oder der besseren Logistik der Amerikaner gelegen haben. Die beiden Traditionsunternehmen waren aber auch nicht auf die Idee gekommen, für ihren Katalog 299 Euro zu verlangen.

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Nichts anderes tut aber Amazon. Das Kindle Fire HD 8.9 ist das neueste Gerät aus der Hardware-Abteilung des US-Konzerns. Der Bildschirm misst also 8,9 Zoll (22,6 Zentimeter) und damit 5,6 Zentimeter mehr als das „normale“ Kindle Fire HD. Auch der große Bruder ist vor allem für eine Funktion maßgeschneidert: So leicht wie möglich Ware – sei es digitale oder physische – bei Amazon zu bestellen.

Der Tablet-Computer wird bereits mit einer bestehenden Verknüpfung zum eigenen Amazon-Konto ausgeliefert und so kann ab der ersten Minute drauflosbestellt werden. Wer sich bereit erklärt, sogar über den Bildschirmschoner Werbung eingeblendet zu bekommen, kann das Gerät mit 16-Gigabyte-Speicher schon für 269 Euro kaufen (dieselbe Variante ohne Werbung kostet 284 Euro).

Retouren im Online-Handel

  • Kunden schicken mehr zurück

    Viele Online-Händler stellen eine steigende Zahl von Rücksendungen fest. In einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts ibi research an der Universität Regensburg gab jeder zweite Händler an, dass seine Retourenquote in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Mehrheit rechnet mit einer weiteren Zunahme in den kommenden Jahren.

  • Auswahlbesteller

    Die Rücksendungen sind aus Sicht der Händler vor allem darauf zurückzuführen, dass der Artikel dem Kunden nicht gefällt oder – in der Modebranche – er nicht passt. Dritthäufigster Retourengrund seien Auswahlbestellungen, bei denn Kunden bereits beim Kauf eine Rücksendung einiger Artikel einkalkulieren.

  • Unbestimmter Kostenfaktor

    Die durchschnittlichen Kosten pro zurückgeschicktem Artikel schätzen die Online-Shop-Betreiber sehr unterschiedlich ein. Die Angaben sind breit gestreut und reichen von unter fünf bis 75 Euro. Mehr als jeder Dritte kann die Kosten nicht schätzen.

  • Hausmittel

    Die Händler sehen durchaus Möglichkeiten ihre Retourenquote zu senken. Mit Abstand als am wichtigsten erachten sie in diesem Zusammenhand eine detaillierte Produktbeschreibung und -darstellung.

  • Prüfung selten

    Mehr als 50 Prozent der von ibis research befragten Händler sagen, dass Sie Bestellungen nicht dahingehend überprüfen, ob der Kunde eine hohe Retourenwahrscheinlichkeit aufweist. Sie begründen das überwiegend mit einem zu hohen Aufwand.

  • Faktor Zahlungsverfahren

    80 Prozent erfassen die Retouren je Zahlungsverfahren nicht. Im Schnitt schätzen die Anbieter aber, dass bei Vorkasse am wenigsten Retouren auftreten – beim Versand auf Rechnung dagegen liegt der Wert am höchsten.

  • Kostenloser Rückversand

    Drei Viertel der Online-Händler planen mit Inkrafttreten der neuen EU-Verbraucherrecht-Richtlinie 2014 die Versandkosten bei Retouren auf den Kunden zu übertragen. Gleichzeitig gehen die meisten Befragten aber davon aus, dass ihre Kunden einen kostenlosen Rückversand erwarten.

Die Bedienoberfläche des Tablet-Computers besteht aus einer Bedienleiste am oberen Bildrand, die Kategorien wie Bücher, Musik oder schlicht „Einkaufen“ anpreist. Große Logos in der Mitte („Karussell“) zeigen die zuletzt verwendeten Objekte, Programme oder Daten an.

Was im Quelle-Katalog „Raum für eigenen Notizen“ war, ist bei Amazon ein angedockter Browser namens „Silk“ – mit einem entscheidenden Unterschied. Wer früher etwas in den Prospekt kritzelte, wusste, dass Quelle das nicht mitlesen konnte. Der Browser auf dem Kindle Fire lenkt dagegen einen Teil des Datenverkehrs über die Server von Amazon, um das Surfen mit einer eigens entwickelten Technologie zu beschleunigen. Das Unternehmen versichert, dass diese Daten nicht mit der Person verknüpft werden. Wem das trotzdem suspekt ist, der kann die Funktion abschalten.

Die Bedienung des Kindle ist rasch zu erschließen – vor allem wenn man schon mal ein Smartphone genutzt hat. Denn das Betriebssystem basiert auf der offenen Android-Plattform, wenn auch nicht sämtliche Android-Anwendungen zur Verfügung stehen. Denn ein Zugriff auf den Google Playstore ist nicht möglich, nur über den Kindle-Appstore ist eine beschränkte Anzahl der kleinen Zusatzprogramme abrufbar. Zum Beispiel kann nicht Google Chrome als alternativer Browser auf das Gerät gespielt werden. Gängige Apps wie Facebook oder Twitter gibt es aber.

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