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"Leit-Artikel" Sony Xperia Z: Wenn das Smartphone unter der Dusche klingelt

Wasserdicht, robust, aber elegant: Sonys Xperia Z soll scheinbare Gegensätze miteinander vereinen. Im Test von Handelsblatt Online überstand das Smartphone ein Tauchbad unbeschadet, sieht man von einem Zipperlein ab.

Das Xperia Z im Wasserbad Quelle: Till Simon Nagel
Ein Smartphone unter Wasser? Sonys Xperia Z hält was es verspricht und übersteht ein ausgedehntes Bad in der Blumenvase. Quelle: Till Simon Nagel

DüsseldorfEin Smartphone, das gleichzeitig elegant und robust ist, das im Konferenzraum eine gute Figur abgibt, aber auch unter der Dusche? Mit seinem aktuellen Flaggschiff Xperia Z will Sony diesen Spagat meistern. Modernste Technik in einer schlanken und dabei stabilen, wasserdichten und staubgeschützten Verpackung soll den mickrigen Marktanteil der Japaner im Smartphone-Segment ausbauen. Mittelfristig will Sony hinter Samsung und Apple auf Platz drei aufsteigen.

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Mit seinen dunklen spiegelnden Oberflächen erinnert das Gerät auf den ersten Blick an den mysteriösen Monolith aus Stanley Kubricks „2001“. Vorder- und Rückseite bestehen aus gehärtetem Glas, das auf einen Rahmen aus verstärktem Kunststoff geklebt ist. Rundumlaufend sind die Anschlüsse hinter unauffälligen wasserdichten Abdeckungen versteckt, lediglich zwei Knöpfe sind vorhanden: eine Lautstärkewippe und der große Ein-/Aus-Schalter aus Aluminium.

Gleichzeitig soll das Xperia Z sehr robust sein. Eine halbe Stunde unter Wasser sollen dem Xperia Z nichts ausmachen, auch Staub und Stöße soll es problemlos wegstecken, verspricht Sony – es erfüllt die DIN-genormten Schutzklassen IP 55 und 57. Doch der Wassertest muss zunächst warten – niemand ruft unter der Dusche an, regnen tut es auch nicht.

Wo immer man das Xperia Z aus der Tasche zieht, sorgt es für Aufsehen. „Das ist aber groß“ und „passt es in die Hosentasche?“, sind die ersten Kommentare der Kollegen. „Das ist aber leicht und flach“, lautet dann die häufige Reaktion, wenn sie es in die Hand nehmen. Denn trotz seiner enormen Ausmaße (14x7x0,8 Zentimeter bei 146 Gramm Gewicht) liegt es gut in der Hand und passt sogar in die meisten Hosentaschen und Jacket-Innentaschen. Lediglich die Bedienung mit einer Hand ist aufgrund des großen Fünf-Zoll-Displays (12,7 Zentimeter) nur sehr eingeschränkt möglich.

Testtagebuch Xperia Z

  • Wo bitte ist denn der Ladestecker?

    Es ist groß, ziemlich groß. Dafür liegt es erstaunlich gut ist der Hand. Am Abend dauert es eine Weile, den Stromanschluss hinter einer unauffälligen Abdeckung zu finden.

  • Ständig bimmelt und brummt es

    Nachdem alle Zugänge eingerichtet sind, brummt und bimmelt das Xperia Z pausenlos und teilt Status-Updates von Freunden, Google+-Mitteilungen oder Eilmeldungen von Nachrichten-Apps mit. Etwas viel Ablenkung bei der Arbeit, bis die Einstellungen mit einiger Mühe auf ein erträgliches Maß reduziert werden können.

  • Experimente im Elektronikmarkt

    Da hat man ein wasserdichtes Telefon und es bietet sich keine Gelegenheit für einen Test. Niemand ruft unter der Dusche an. Dafür tankt das Telefon heute gleich zweimal Strom. Höhepunkt des Testtages: Im Elektronikmarkt probiere ich die Möglichkeit aus, das Smartphone der NFC und WLAN mit Sonys neuen Fernsehern zu verbinden. Klappt gut.

  • Telefonieren ist eine Freude

    Telefonieren ist mit dem Xperia Z ein wahres Vergnügen. Der Empfang ist spitze, die Sprachqualität auch. Nur die Gespräche anzunehmen, erfordert Geduld. Nicht immer erkennt das Telefon den Fingerwisch zuverlässig.

  • Ein tragbares Kino

    Filme ansehen, macht auf dem HD-Display einen Riesenspaß. Die mitgelieferten Kopfhörer sorgen für guten Klang. Wenn man WLAN und Datenfunk ausstellt, hält der Akku auch länger als einen Film. Etwas lästig: Die Stopfen für Kopfhörer- und Ladestecker hängen bei Gebrauch der Anschlüsse im Weg herum.

  • Heiß, ziemlich heiß

    3D-Spiele bringen das Xperia Z förmlich zum Glühen. Nach 30 Minuten „Galaxy on Fire 2“ ist es so warm, dass man es kaum noch angenehm in der Hand halten kann.

  • Ein Sprung ins kalte Wasser

    Auch nach einer Woche muss ich das Xperia Z ständig zeigen und vorführen. Die Reaktionen sind gespalten. Zwar finden es alle Kollegen sehr elegant. Für die meisten ist es aber schlicht zu groß. Am Abend landet es dann doch noch im Wasser und besteht den Test.

Im Inneren des Monolithen hat Sony einen Vierkernprozessor mit 1,5 Gigahertz verbaut, dazu zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte internen Speicherplatz für Apps, Fotos und Videos. Dem Nutzer stehen davon ab Werk neben Betriebssystem und vorinstallierten Programmen noch zwölf Gigabyte zur Verfügung. Per Micro-SD Karte kann das noch einmal um 32 Gigabyte erweitert werden. Für ein Smartphone der Oberklasse sind das ordentliche Werte. Im neuen Galaxy S4 von Konkurrent Samsung ist der Vierkernprozessor allerdings fast um ein Viertel schneller.

Das Fünf-Zoll-Display mit HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) hat eine enorme Pixeldichte von 441 Pixeln pro Zoll, rund ein Drittel mehr als etwa Apples Retina-Display. Die Farbdarstellung ist nicht so knallig bunt wie bei Samsungs Amoled-Displays, dafür aber sehr realistisch. Fotos und Filme auf diesem Display zu betrachten, ist eine Freude – allerdings nur im richtigen Winkel. Schaut man von unten oder von der Seite auf das Xperia Z, zieht sich ein Grauschleier über den Bildschirm.

Im Alltag bewährt sich das Xperia Z. Die Einrichtung funktioniert problemlos, die Einstellungen für E-Mail & Co werden in den meisten Fällen automatisch erkannt. Nach weniger als fünf Minuten ist das Smartphone startklar. Dank des schnellen Prozessors und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher ist das Smartphone unglaublich schnell. Ladezeiten für Apps sind minimal, kein Video ruckelt, Bilder lassen sich flott bearbeiten, der per Schnellzugriff erreichbare „Walkman“-Musikspieler ist leicht zu bedienen und die Tonqualität der mitgelieferten Kopfhörer ist spitze. Ein großes Plus auch beim Funkempfang. Mit dem Xperia Z hat man Empfang, wo andere Smartphones nur „Netzsuche“ anzeigen und dank LTE bauen sich Internetseiten fast augenblicklich auf.

Die eingebaute 13-Megapixel-Kamera erweist sich im Praxistest als eines der stärksten Argumente für das Xperia Z. Sie schießt selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen beeindruckende Bilder, nicht zuletzt dank der HDR-Funktion, die hohe Helligkeitsunterschiede detailgetreu wiedergibt – laut Sony ein Novum im Smartphone-Markt. Mitgeliefert werden zahlreiche Effekte und Funktionen wie etwa das Schwenkpanorama, Serienbilder und etliche Szeneneinstellungen. Auch die Videofunktion überzeugt.

Für Schnappschüsse, bei denen es auf Geschwindigkeit ankommt, taugt die Kamera allerdings nicht. Vom Fingerdruck auf das Kamera-Symbol bis zur Bereitschaft der Kamera vergehen teilweise drei Sekunden.

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