
Das Archos 7 ist seit Mai auf dem Markt und hat - so wie das vor zwei Wochen angekündigte 1&1 Smartpad - einen Berührungsbildschirm mit einer Diagonale von 7-Zoll. Leider handelt es sich jeweils um einen resistiven Touchscreen, nicht um einen kapazitiven, wie bei Apple beispielsweise. Bei resistiven Schirmen werden per Fingerdruck zwei Folien aufeinandergepresst und an der Druckstelle ein Befehl ausgelöst. Der Archos-Schirm erfordert eine feste Hand, manchmal muss mehrfach hingelangt werden, um eine Aktion zu erzwingen, es gibt kein Multitouch. Alles Kritikpunkte, die ein Kollege bei der Präsentation des Smartpads in München beim 1&1-Produkt wiederfand.
Die Betriebssysteme sind veraltet, es sind die Versionen 1.5 (Archos) und 1.6 (1&1). Beiden Kontrahenten gemeinsam ist der fehlende Googles Android-Market, dafür bieten sie selbst geschneiderte Download-Shops an. Das hat einen ganz simplen Hintergrund: Da UMTS und GPS-Sensor fehlen, bekommen sie schlicht nicht die nötige Google-Lizenz, um sich in den Shop einwählen zu dürfen. Was der 1&1-App-Shop leisten wird, bleibt abzuwarten, der Archos 7-Shop jedenfalls ist in weiten Teilen eine Enttäuschung. Wenige Apps, teilweise fehlerbehaftet. Wer die großen Standard-Apps aus dem Google-Shop will, ist jedenfalls mit den Billig-Tabs schlecht beraten.
Der Speicherausbau der 149 Euro-Version des Archos 7 beträgt zwei GB, für 179 Euro gibt es acht Gigabyte. Das 1 & 1 Smartpad wird später für rund 300 Euro zusammen mit einer zwei GB-SD-Karte ausgeliefert. Bei beiden Kandidaten ist der Speicher erweiterbar.
Bei den Multimedia-Eigenschaften gibt es große Unterschiede. Archos hat neben das Android-Betriebssystem seine eigene Multimedia-Software gesetzt, die Videoleistung ist absolut brillant, Photoviewer und Musikplayer laufen flüssig und langstreckentauglich. Bis zu 6,5 Stunden Video und über 40 Stunden Musik sind möglich. Die Format-Unterstützung ist tadellos. Wer einige Videos oder Songs überspielen will, ist mit dem Archos bestens bedient.
Die Werte des 1&1-Geräts müssten bei Performance und Bedienung einem Standard-Android-Gerät gleichen. Beide sind flott im Internet unterwegs, Googles Standard-Browser macht eine gute Figur im WLAN-Betrieb. Beim 1&1-Pad kann laut Hersteller ein UMTS-Stick fürs Unterwegs-Surfen angedockt werden, ein echter Vorteil. Keiner der Test-Sticks in der Redaktion war dagegen bereit, mit dem Archos 7 zu kooperieren.
Fazit: Nicht Fisch, nicht Fleisch. Das 1&1-Pad ist signifikant teurer als der Archos, was die Hardware nicht rechtfertigt. Der Unterschied könnte nur über eine wesentlich bessere Ausstattung mit Apps gerechtfertig werden. Wer hauptsächlich Multimedia nutzen will, sollte zum billigen Archos greifen. Wer die App-Welt liebt, sollte noch etwas sparen, zweihundert Euro auf den 1&1-Preis drauflegen und das günstigste iPad wählen.
Zur Erinnerung - Wer sich an 1&1 respektive United internet bin, den können böse Überaschungen erwarten. Lesen Sie ruhig weiter:
Viel Glück denen, die sich für 24 Monate Vertragsbindung von 1&1 knebeln lassen wollen oder wenn sie Pech haben ordentlich draufzahlen können. Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack, was einen erwarten kann. insbesondere der Link erlaubt einen tiefen Einblick auf das Geschäftsgebaren der United internet AG gebilligt und mitgetragen durch Herrn Ralph Dommermuth.
Offensichtlich sind die Einnahmen aus den beschriebenen "Machenschaften" der zur United internet AG gehörenden 1&1, GMX, Web.de nicht mehr lukrativ genug:
http://www.kanzlei-hoenig.info/keine-einleitung-eines-strafverfahrens-gegen-1-1-internet-ag/comment-page-2#comment-55760
Die fragwürdigen Methoden sind bis in die Vorstandsetage der United internet AG bekannt. Doch dort schert es niemanden. Herr Dommermuth ist ein schlauer Fuchs, der weiß, wie man den Leuten das Geld aus der Tasche zieht! Mal sehen, ob seine billige Tablet-Kopie des legendären Apple-Geräts tatsächlich den Geschäftserfolg bringt, den sich der Konzernlenker wünscht. DSL-Anschlüsse, und Serviceleistungen verkaufen sich nicht mehr so geschmiert, wie in den letzten Jahren. Neben United internet werden in Kürze weitere Unternhmen Tablets auf den Markt bringen. Ob man da einen DSL-Vertrag abschließen muss, um so einen Tablet zu bekommen, darf bezweifelt werden. Ähnlich wie bei Netbooks werden die Tablets zum preiswerten Massenartikel avancieren und somit wird jedes DSL-Kombivertragsmodell überflüssig. Man muss halt nur ein wenig abwarten können, dann wird sich zeigen, ob die Tablets von United internet zur ersten Wahl gehören werden. insbesondere wenn man sich in Erinnerung ruft, wie dieses Unternehmen z.T. mit seinen Kunden umgeht.
United internet AG, 1&1, GMX und WEb.DE NiE wieder! Oder besser: Vorsicht Falle!
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