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IT-Alternative: Start-ups holen sich Rechenkraft aus der Cloud

Wer früher eine gute Idee für ein Start-up hatte, scheiterte nicht selten an den Kosten für die Technik. Inzwischen sparen sich viele Unternehmensgründer teure IT-Investitionen und setzen stattdessen auf flexible Rechenkraft aus der Cloud. Wie der Berliner Unternehmer Nikolai Longolius, der mit der Rechenkraft aus der Cloud Fernsehen ins Internet bringt.

"Schnee von morgen" ermöglicht TV-Inhalte überall - dank Rechenkraft aus der Cloud.  Quelle: dpa
"Schnee von morgen" ermöglicht TV-Inhalte überall - dank Rechenkraft aus der Cloud. Quelle: dpa

DüsseldorfDer Unternehmer Nikolai Longolius ist ein Fernsehmann. Er hat für Spiegel TV gearbeitet, den Reportage-Sender XPP und den Männersender DMAX gegründet. Vor fünf Jahren setzte er sich zum Ziel, das Fernsehen neu zu erfinden und ins Web zu bringen. Mit Technik wollte sich Longolius am liebsten gar nicht beschäftigen. Daher ging er mit seinen Internet-TV-Ideen zu Technikern, die sich besser auskannten als er. Das Feedback war ernüchternd: zu aufwendig, zu teuer.

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Um technischen Details kümmert sich Longolius bis heute nicht und betreibt keinen einzigen Server in seinem Unternehmen. Dennoch konnte er seine Vision mit dem von ihm gegründeten Berliner Start-up "Schnee von morgen" umsetzen. "Das Kapital der Firma sind vier MacBooks und ein Expedit-Regal" lacht der TV-Unternehmer - und das, obwohl die Firma ein sehr rechenintensives Geschäft betreibt. "Besonders aufwendig ist das sogenannte Transcoding", so der Unternehmens-Gründer und Geschäftsführer im Gespräch mit Handelsblatt Online. Für das Web müssen die Daten erst in ein internettaugliches Format umgerechnet werden.

"Schnee von morgen" verbindet klassische Fernsehinhalte mit den Möglichkeiten des Netzes: Die Inhalte sind durch die Nutzer nach persönlicher Vorliebe jederzeit abrufbar, sie werden durch Webinformationen wie Hinweise auf ähnliche Video-Inhalte und Programmführer-Informationen ergänzt und können auf sozialen Netzwerken und Blogs geteilt werden. Gemeinsam mit dem Film- und Fernsehproduzenten Alexander Kluge betreibt die Firma unter anderem das Fernseh-Web-Portal DCTP.TV.

"Das Problem dabei ist: Unsere Anforderungen sind extrem peaklastig", erläutert Longolius. Mal müssen 500 Videos auf einen Schlag umgewandelt werden, dann wieder ruht der Betrieb nahezu komplett. Deshalb nutzt das Unternehmen die Cloud, um seine IT je nach Bedarf über das Internet einzukaufen. "In Hochzeiten läuft unsere Software auf über 1000 Prozessoren gleichzeitig", berichtet der Geschäftsführer.

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