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01.07.2008 
Bürokrankheit

Alarmsystem für den geplagten Rücken

von Eva Tenzer

Früher galt es als „Sekretärinnenkrankheit“, heute klagt jeder zweite über Rücken-, Kopf- und Muskelschmerzen im Büro. Bald könnte es Abhilfe geben: Ein elektronisches Feedback-System spürt individuelle Fehlhaltungen auf und korrigiert sie per Anweisung auf dem PC-Bildschirm.

Ein kleine Schachtel im Nacken soll zu einer besseren Körperhaltung verhelfen. Foto: PRLupe

Ein kleine Schachtel im Nacken soll zu einer besseren Körperhaltung verhelfen. Foto: PR

DÜSSELDORF. Es ist der Fluch der PC-Arbeit: Die Arme liegen verkrampft vor der Tastatur, die Finger kribbeln und werden taub, Nackenschmerzen strahlen in Kopf und Rücken. Kaum ein Büro, in dem nicht mindestens ein Kollege über verspannte Schultern klagt. Was früher als reine „Sekretärinnenkrankheit“ galt, plagt längst auch Informatiker, Designer, Call-Center-Mitarbeiter oder Banker. Der Grund liegt nahe: Schon die Hälfte aller Beschäftigten verbringt ihren Arbeitstag am Bildschirm – Tendenz steigend. Muskel- und Skeletterkrankungen gelten als Volkskrankheit: Jeder Zweite in Deutschland klagt über solche Beschwerden.

Mit Nachdruck fordern Experten, dass sich an den Arbeitsplätzen etwas ändern muss. Die Fehlhaltungen verursachen auch hohe Kosten durch den Ausfall arbeitsunfähig gewordener Mitarbeiter. „Bei den krankheitsbedingten wirtschaftlichen Belastungen für Unternehmen rangieren Erkrankungen des Muskel- und Knochensystems an erster Stelle“, sagt Armin Windel, Ergonomie-Experte der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund. Fast ein Viertel aller ausgefallenen Arbeitstage gehe auf dieses Konto. Nach Windels Berechnungen entsteht der deutschen Wirtschaft allein durch diese Fehltage ein Produktionsausfall von über vier Mrd. Euro im Jahr. Hinzu kommen hohe Kosten im Gesundheitswesen durch Operationen, Reha-Kuren und Krankengymnastik.

Zur Prävention hat die kleine sächsische Firma Thumedi ein Biofeedback-System ausgetüftelt: Ein kleines Gerät, etwa so groß wie eine Streichholzschachtel, spürt das Risiko einer Verspannung auf und dient so der Verbesserung der Körperhaltung am Arbeitsplatz. Der Clou: Das System namens „Statik Relax“ warnt nach Firmenangaben schon, bevor die Schmerzen im Arm-, Nacken- und Schulterbereich überhaupt entstehen.

Das Gerät wird auf bestimmte Muskelgruppen aufgeklebt, wo es die Spannung registriert, etwa am Trapezmuskel im Schulter-Nackenbereich oder an Muskeln im Unterarm. Über eine Bluetooth-Schnittstelle kann es kabellos mit PC oder PDA verbunden werden. Bei einer gesundheitsschädlichen Muskelanspannung schlägt das System akustisch Alarm. Gleichzeitig gibt das Programm über ein aufspringendes Fenster am PC Hinweise zur Verbesserung der Haltung.

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