30.07.2008

Karlsruhe kippt Rauchverbot: Gefährliche Rauchzeichen

Während in Deutschland noch über Rauchverbote gestritten wird, profitieren unsere europäischen Nachbarn bereits von den positiven Folgen rauchfreier Kneipen. Die Erfahrungen aus Ländern, in denen ein Verbot bereits wirksam ist, sind eindeutig - und wissenschaftlich untermauert.

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Der Rauch einer Zigarette enthaält mehr als 4800 Substanzen. Foto: apLupe

Der Rauch einer Zigarette enthaält mehr als 4800 Substanzen. Foto: ap

DÜSSELDORF. Gäbe es ein Bundesverfassungsgericht, das mit Medizinern besetzt ist, die Entscheidung über Rauchverbote in Gaststätten und Diskotheken wäre eindeutig. Gleich mehrere wissenschaftliche Studien haben in den vergangenen Jahren die gesundheitsfördernde Wirkung von Rauchverboten bestätigt. Besonders bei der Zahl der Herzinfarkte zeigten sich dabei schnell messbare Erfolge.

So sank in Helena im US-Bundesstaat Montana die Zahl der Herzinfarkte um 40 Prozent, nachdem im Jahr 2002 das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz untersagt worden war. Nach Aufhebung des Verbots durch ein Gericht stieg die Infarktrate wieder an. Auch in Italien, wo Forscher die Region Piemont mit etwa vier Millionen Einwohnern genauer unter die Lupe nahmen, ließ sich ein entsprechender Zusammenhang nachweisen: Um elf Prozent ging hier die Zahl der Herzinfarkte zurück, nachdem Anfang 2005 Zigaretten aus Gaststätten und öffentlichen Gebäuden verbannt worden waren.

In Schottland ließ ein 2006 verhängtes Rauchverbot die Infarktrate innerhalb eines Jahres um bis zu 20 Prozent sinken. Und auch in Frankreich verzeichneten die Krankenhäuser einen deutlichen Rückgang der Infarktpatienten, seit Raucher hier in Restaurants und Hotels auf die geliebte Gauloises verzichten müssen.

Besonders interessant sind die Zahlen überall dort, wo die Forscher zwischen aktiven Rauchern und Passivrauchern unterschieden: Hier konnten die Wissenschaftler stets nachweisen, dass Nichtraucher deutlich stärker von einem Rauchverbot profitierten. Im extremsten Fall – eine Untersuchung im US-Bundesstaat Indiana aus dem Jahr 2007 – sank die Zahl der Infarkte bei Nichtrauchern um fast 60 Prozent, während sie bei Rauchern nahezu unverändert blieb.

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