Das System aus Donaueschingen soll 4000 bis 7000 Euro kosten, je nach Größe und Leistung des Filtersystems. Der Energieverbrauch für die Anlage beträgt in der Standardausführung für einen 90-Quadratmeter-Raum nur 300 Watt, das ist so viel wie fünf Glühbirnen benötigen. Für Lokale wie das Düsseldorfer Oberbayern, die über mehrere Etagen verfügen, bietet sich die Lösung an: Statt dicker Tür trennt die Ebenen ein sanfter Luftstrahl an der Treppe. Die Installation nimmt so kaum Fläche ein - und ist zudem fast unsichtbar.
Noch weiter geht ein System des Ratinger Lüftungstechnikunternehmens Marx. Eine leistungsstarke Ventilationsanlage solle es Gastwirten erlauben, ganz ohne Raumtrennung auskommen zu können - und trotzdem dem Nichtraucherschutz zu genügen. Das System saugt die verrauchte Luft auf und ersetzt sie durch frische Außenluft. Ein Kohlendioxid-Sensor steuert je nach Anzahl der Gäste die Leistung. In fünf Minuten könne die gesamte Kneipenluft einmal erneuert werden, heißt es.
Als erstes Restaurant in Nordrhein-Westfalen hat das Düsseldorfer "Schwan am Burgplatz" nun eine solche Ventilationsanlage in Betrieb genommen - finanziell nicht ganz zufällig unterstützt vom Zigarettenhersteller British American Tobacco
(BAT). Ganz billig war die Pilotanlage nicht: Der Umbau des alten Systems kostete 40000 Euro. Geschäftsführerin Kerstin Schwan hat sich vom Hersteller versichern lassen, dass die Betriebskosten nicht höher als beim alten System liegen werden. Sie habe das neue Gesetz lange Zeit verdrängt, sagt Schwan. "Aber jetzt sind wir vorbereitet."
Ob die Lösung sich aber auf Dauer rechnet, bleibt abzuwarten. Denn im Winter muss eine Heizung die Außenluft auf Zimmertemperatur bringen - und trotz eines eingebauten Wärmetauschers steigert das den Energieverbrauch in kalten Monaten um etwa 20 Prozent. Zudem ist nicht klar, ob Lösungen wie von Clivent oder Marx auch die Bestimmungen des Gesetzgebers erfüllen.
Noch fehlen die Vorgaben für eine mögliche Zertifizierung. Voraussetzung dafür ist eine Rechtsverordnung, an der das NRW-Gesundheitsministerium derzeit arbeitet. Erst auf dieser Grundlage können die Gesundheitsämter prüfen, ob eine Anlage auch das hält, was sie verspricht - und ob das bis Juli klappt, ist eher fraglich.
