Die Mobilfunknetzbetreiber sind dagegen zögerlich. Die spanische Telefónica stellt 20 Mill. Euro Risikokapital jährlich bereit, um sich an Start-Ups zu beteiligen und sich so Innovationen zu sichern. 2007 beteiligten sich die Spanier an drei Unternehmen – darunter ein Anbieter für mobile Werbung und soziale Netzwerke. In diesem Jahr sollen zehn weitere Beteiligungen folgen.
Angesichts ihrer eigenen schwachen Position beäugen viele Netzbetreiber die Initiativen von Google äußerst argwöhnisch. Ein hochrangiger Manager des norwegischen Telekom-Konzerns Telenor gibt es unumwunden zu: „Im Moment laufen von verschiedenen Seiten viele Versuche, die bisherigen Mobilfunkbetreiber auszubooten.“
Eigentliches Ziel von Google sei es, Funkfrequenzen zu erwerben und damit die Netzbetreiber komplett zu verdrängen. Google hat in den USA eine Reihe von Lizenzen der Funkübertragungstechnik Wimax erworben und bietet für weitere. „Tatsächlich versucht Google, eine Alternative zur bisherigen Struktur der Mobilfunkbranche aufzubauen“, sagt auch Jim Balsillie, einer der beiden Chefs des kanadischen Blackberry-Herstellers Research in Motion, dem Handelsblatt.
Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile bleibt indes gelassen. „Wir können die Angst nicht nachvollziehen“, sagt ein Sprecher. Das Unternehmen, einer der Mitbegründer der Android-Allianz, erhofft sich von dem neuen Betriebssystem eine bessere Leistung, da alle Entwickler weltweit daran mitarbeiten können. Skeptiker werten die Haltung von T-Mobile und den übrigen Android-Unterstützern jedoch als Versuch, den Feind zu umarmen, wenn man ihn schon nicht besiegen kann.
Noch ist das Rennen nicht entschieden. „2008 kann zum Jahr umwälzender Veränderungen werden“, sagt Telekom-Analyst Greger Johansson vom Marktforscher Redeye.
Was die Besucher auf der weltgrößten Mobilfunkmesse an den Ständen von Texas Instruments, Qualcomm und anderen Unternehmen von Android zu sehen bekamen, war allerdings alles andere als revolutionär. Die Prototypen mit dem Betriebssystem hakten immer wieder fest, schlimmer noch: sie sind so langsam, wie man es nur von der Geburtsstunde des Handys vor vielen Jahren kannte. „Das sind noch Prototypen“, beruhigt ein Manager. Bis zur Serienreife würden alle Probleme gelöst, hieß es.


